Integration

Welche Maßnahmen will die Landesregierung ergreifen, um die oft unzureichende Vernetzung der verschiedenen Beteiligten, gerade in Bezug auf die psychosoziale Betreuung, bei der Substitutionsbehandlung zu verbessern?

Nach § 5 Abs. 2 der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung liegt die Sicherstellung der im Rahmen der Substitutions-behandlung notwendigen Begleitmaßnahmen, insbesondere auch der psychosozialen Betreuung im jeweiligen Einzelfall in der Verantwortung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes. Analyse und strukturelle Verbesserung der Kooperation zwischen den an der Behandlung beteiligten Stellen ist wesentlicher Bestandteil im Rahmen der Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der ärztliche Versorgung, die vorrangig durch Ärztekammer und kassenärztliche Vereinigung erfolgt. Die Landesregierung wird diesen Prozess unterstützen. So wird sie im Rahmen der Fortschreibung des Landesprogramms gegen Sucht gemeinsam mit allen Beteiligten die Möglichkeiten einer besseren Vernetzung ausloten.

3. Welche Maßnahmen will die Landesregierung ergreifen, um den gesundheitsgefährdenden illegalen Beigebrauch durch Substituierte einzudämmen?

Nach § 5 Abs. 2 liegt es in der Verantwortung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes, dass eine Substitutionsbehandlung nur durchgeführt wird, wenn und solange der Behandlungszweck durch den Konsum anderer Suchtstoffe nicht gefährdet wird.

Damit ist auch die Entscheidung über mögliche therapeutische Konsequenzen eines Beigebrauchs psychotroper Substanzen im Rahmen einer Substitutionsbehandlung durch die Ärztin oder den Arzt in jedem Einzelfall nach sorgfältiger Risikoabwägung unter Beachtung der Richtlinien der Bundesärztekammer zu treffen.

Die Prüfung der Einhaltung der Vorschriften obliegt den unteren Gesundheitsbehörden im Rahmen der Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs. Soweit hierbei Verstöße festgestellt werden, werden diese entsprechend geahndet.

4. Welche Maßnahmen will die Landesregierung ergreifen, um zu verhindern, dass Methadon über die unkontrollierte Take-home Abgabe auf den illegalen Drogenmarkt gelangt?

Das Verschreiben von Substitutionsmitteln zum eigenverantwortlichen Verbrauch (sog. Takehome-Verordnung) ist bereits nach den geltenden betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften nur unter strengen Voraussetzungen und zeitlich befristet im Einzelfall möglich, um das Risiko des Missbrauchs weitgehend zu begrenzen. Die Entscheidung trifft nach § 5 Abs. 8 die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Rahmen eines sorgfältigen Abwägungs-prozesses gemäß den Richtlinien der Bundesärztekammer. Über die Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Qualität der Substitutionsbehandlung durch die ärztlichen Selbstverwaltungs-körperschaften sowie im Rahmen der Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs durch die unteren Gesundheitsbehörden wird auch der unkontrollierten Take-home-Abgabe entgegengewirkt.

5. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung zu Langzeitergebnissen der Drogensubstitutionsbehandlungen (Zeitraum bis zum Erreichen der völligen Drogenfreiheit, Dauer der Drogenfreiheit etc.) vor?

Der Landesregierung liegen bislang keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über die Wirkungen der langfristigen substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger vor.

Aus der vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebenen und auf fünf Jahre (bis 2012) angelegten Studie zur langfristigen Substitution Opiatabhängiger: Prädiktoren, Moderatoren und Outcome (PREMOS) liegen bisher lediglich erste vorläufige Zwischenergebnisse vor, die darauf hindeuten, dass die Substitutionsbehandlung hinsichtlich der Langzeitwirkungen eine wirksame Behandlungsform ist, mit der insbesondere das Überleben der Betroffenen langfristig gesichert und eine bessere soziale Integration ermöglicht werden kann.