Lärmschutz BAB 46 im Bereich der Fleher Brücke in Düsseldorf

Bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten an der Fleher Autobahnbrücke (BAB 46) in Düsseldorf gab es lediglich im vorgelagerten Autobahntunnel, der unter dem Stadtgebiet Düsseldorf (Universitätstunnel) hindurchführt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Kilometer pro Stunde. Auf der Brücke selbst bestand ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde.

Im Zuge der vierjährigen Sanierungsarbeiten wurde auf der Brücke eine baustellenbedingte Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde angeordnet.

Dies führte in den besonders stark vom Verkehrslärm der Brücke betroffenen Düsseldorfer Stadtteilen Flehe und Vollmerswerth zu einer deutlichen Lärmentlastung der Anwohner.

Nach Abschluss eines Großteils der Sanierungsarbeiten wurde die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Brücke inzwischen wieder auf 120 Kilometer pro Stunde heraufgesetzt.

Neben den verkehrsbedingten Geräuschemissionen sind die Menschen im Umfeld der Brücke stark von konstruktionsbedingten Lärmfaktoren betroffen. Die vorhandenen Dehnungsfugen im Bereich der Brückenauf- beziehungsweise -abfahrten verursachen besonders laute Überfahrgeräusche. Hinzu treten je nach Witterung starke Windgeräusche (Harfeneffekte), die der Schrägseilkonstruktion der Brücke geschuldet sind.

Vor dem Hintergrund der vielfältigen Einflussfaktoren bei der Lärmentwicklung im Bereich der Fleher Brücke haben die Fraktionen des Düsseldorfer Stadtrats bereits am 24.09. einstimmig eine Resolution verabschiedet, laut der die Bezirksregierung aufgefordert wird, die maximal erlaubte Geschwindigkeit auf der Brücke auf 80 Kilometer pro Stunde bei permanenter Tempoüberwachung zu beschränken. Hilfsweise könne auch die nachträgliche Aufrichtung der in den Planfeststellungsunterlagen von 1975 vorgesehenen Lärmschutzwand auf der Brücke erfolgen.

1. Welche Arbeiten wurden in den bisher abgeschlossenen Bauabschnitten im Rahmen der Sanierung der Fleher Brücke unternommen und welche dienten speziell dem Ziel der Verkehrslärmminderung?

Folgende Arbeiten wurden bislang an der Rheinbrücke Flehe durchgeführt:

- Austausch von neun der 96 Seile

- Korrosionsschutz an allen Seilen

- Korrosionsschutzarbeiten an der Mittelkappe

- Sanierung der Brückenentwässerung (derzeit laufend)

- Einbau eines Splitmastixbelages jeweils auf den 2. und 3. Fahrstreifen in jeden Richtungsfahrbahnen. Diese Maßnahme bewirkt gegenüber dem bisherigem Fahrbahnbelag (Gussasphalt) eine lärmtechnische Verbesserung von ­ 2

2. Aus welchen Gründen wurden die im Zuge des Planfeststellungsverfahrens zur Errichtung der Fleher Brücke 1975 vorgesehene Schallschutzwand beim Bau der Brücke nicht umgesetzt?

Die Planfeststellungsunterlagen für den Bau der Fleher Brücke enthalten auf dem Bauwerk selbst keine Eintragungen einer Lärmschutzwand. Die Straßenbauverwaltung ist bei der Realisierung des Bauwerkes an die Einhaltung des Planfeststellungsbeschlusses gebunden.

3. Ist die nachträgliche Ausstattung der Brücke mit einer Lärmschutzwand im Zuge der fortfolgenden Bauabschnitte im Zuge der Brückensanierung in der ursprünglich geplanten oder in einer modifizierten Form vorgesehen?

4. Wenn nicht, warum nicht?

Die Beantwortung der Fragen drei und vier erfolgt wegen des Sachzusammenhanges gemeinsam.

Nein! Die Brücke weist keine Tragfähigkeitsreserven für die nachträgliche Errichtung von Lärmschutzwänden auf.

5. Hält die Landesregierung eine ständig überwachte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Kilometer pro Stunde auf der Fleher Brücke sowie in ihren beiden Vorlandbereichen für eine geeignete Maßnahme zur Lärmreduzierung und plant Sie die Anordnung eines Tempolimits sowie die Installierung geeigneter Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen?

Eine Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h auf der Fleher Brücke wird tendenziell positiv gesehen. Die Überwachung dieser Geschwindigkeitsbegrenzung käme in Betracht, wenn sich herausstellen sollte, dass sie von den Verkehrsteilnehmern nicht eingehalten würde. Die Notwendigkeit der Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung wird zurzeit von den zuständigen Behörden überprüft. Jedoch stellt sich die Frage auf Grund der Ergebnisse aktueller Bauwerksuntersuchungen derzeit so nicht akut. Zurzeit und in den nächsten Jahren sind fortlaufend Erhaltungsmaßnahmen an der Fleher Brücke durchzuführen. Entsprechend werden durchgängig Geschwindigkeitsbegrenzungen auf maximal 80 km/h angeordnet.