Mangel an Lehrkräften ­ Dimensionen und Maßnahmen der Landesregierung

Am 18. Juni 2009 verfassten die Kultusministerinnen und -minister auf ihrer 326. Plenartagung Gemeinsame Leitlinien zur Deckung des Lehrkräftebedarfs. Die Kultusminister/innen haben sich einvernehmlich unter anderem darauf verständigt, die Kapazitäten für Lehramtsstudienplätze auszubauen und eine gemeinsame Modellrechnung zum Lehrer/inneneinstellungsbedarf und -angebot vorzulegen. Anderthalb Jahre nach diesem Beschluss erscheint es sinnvoll, die bisherigen Entwicklungen zu evaluieren.

1. Wie viele Lehrkräfte werden bis 2015, bis 2020, bis 2025 und bis 2030 aus dem Schuldienst altersbedingt ausscheiden (bitte nach Schulform und Fächern aufschlüsseln)?

Die Zahl der Lehrkräfte, die bis zum Schuljahr 2015/16, 2020/21, 2025/26 und 2030/31 voraussichtlich aus dem Schuldienst altersbedingt ausscheiden, kann ­ gegliedert nach Schulform und Lehrbefähigung ­ Anlage 1 entnommen werden.

Erläuterungen zu Anlage 1:

Es werden nur im Schuljahr 2010/11 unbefristet beschäftigte Lehrkräfte ausgewiesen.

Bei den ausgewiesenen voraussichtlichen Austritten nach Lehrbefähigung handelt es sich um eine Fallzählung, da Lehrerinnen und Lehrer in der Regel über mehr als eine Lehrbefähigung verfügen. Bei der Angabe Lehrkräfte insgesamt handelt es sich um eine Personenzählung.

Es wird darauf verwiesen, dass die Zahl der altersbedingt ausscheidenden Lehrkräfte nur eingeschränkte Rückschlüsse auf den Ersatzbedarf an Lehrkräften zulässt. Es bleibt unberücksichtigt, dass eine beträchtliche Zahl von Lehrkräften vor Erreichen der für sie geltenden Altersgrenze in den Ruhestand eintritt oder ihren Arbeitsumfang bereits vor Erreichen ihres Ruhestandsalters durch Teilzeit oder Altersteilzeit reduziert.

Um den künftigen Ersatzbedarf an Lehrkräften einschätzen zu können, werden die Entwicklungen am Lehrerarbeitsmarkt seit vielen Jahren analysiert und in Form einer nach Lehramt differenzierten Lehrkräftebedarfsprognose veröffentlicht.

2. Wie hoch ist die Anzahl der angehenden Lehrer im Vorbereitungsdienst an den Studienseminaren (aufgeschlüsselt nach Anzahl, Lehramt und Fächern)?

Die Zahl der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA) in der Ausbildung im Vorbereitungsdienst für ein Lehramt in Nordrhein-Westfalen beträgt derzeit 15.292 (Stand: 15.02.2011). Der Vorbereitungsdienst dauert nach den Regelungen der geltenden Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Zweiten Staatsprüfung (OVP) 24 Monate. Aufgrund der halbjährlichen Einstellungen befinden sich zurzeit vier Ausbildungsjahrgänge parallel in der Ausbildung im Vorbereitungsdienst für ein Lehramt. Wegen der Überschneidungen der Ausbildungszeiten schwankt die Zahl der im Vorbereitungsdienst stehenden Personen im Laufe eines Jahres.

Die Ausbildung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter findet jeweils in zwei Fächern ihrer Ersten Staatsprüfung statt. Dies gilt nicht für diejenigen, welche im Vorbereitungsdienst für das Ein-Fach-Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in Kunst oder Musik ausgebildet werden. Die Ausbildung erfolgt in diesen Fällen im jeweiligen Unterrichtfach Kunst oder Musik.

Die Zahl der an der Ausbildung in den einzelnen Fächern bzw. Fachrichtungen teilnehmenden Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter kann Anlage 2 entnommen werden.

3. Wie hoch ist die Zahl der Studierenden an den Hochschulen in einem Lehramtsstudium (aufgeschlüsselt nach Anzahl, Art des Lehramts und nach Fächern)?

Die Zahl der Studierenden ist in Anlage 3 dargestellt.

4. Welche Maßnahmen hat die Landesregierung mit den Hochschulen vereinbart, um die zur Deckung des prognostizierten Bedarfs erforderlichen Kapazitäten für Lehramtsstudienplätze zu sichern?

Die Landesregierung hat bereits in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen III für den Zeitraum vom 01.01.2007 bis zum 31.12.2010 mit allen Hochschulen, die Lehramtsstudiengänge anbieten, Aufnahmekapazitäten für die Lehrer/innen-Ausbildung vereinbart. In den anstehenden Ziel- und Leistungsvereinbarungen IV sollen für die Zeit von 2011 bis 2013 mit jeder lehrerausbildenden Hochschule die mittelbar und unmittelbar der Lehrerbildung dienenden Studienkapazitäten vereinbart werden (vgl. § 30 Abs. 2 Hochschulgesetz). Maßstab für die Vereinbarung von Aufnahmekapazitäten zwischen dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und den Hochschulen ist neben der Nachfrage nach Studienplätzen der prognostizierte schulische Bedarf an Lehrkräften für die künftigen Jahre (vgl. § 6 Abs. 1 Satz 3 Hochschulgesetz).