Wie will die Landesregierung der zu erwartenden Betreuungskatastrophe im Sommer 2011 entgegenwirken?

NRW droht im Sommer 2011 eine Betreuungskatastrophe: Die Betreuungsverträge für Kindertagesstätten enden in der Regel zum 31. Juli, dem offiziellen Ende des Kindergartenjahres. Die Sommerferien enden am 6. September, sodass der offizielle Einschulungstag der 8. September ist. Diese Zeit ist zudem die Hauptferiensaison, d. h. auch zahlreiche Mitarbeiter/innen in Kindertagesstätten werden in ihren wohlverdienten Urlaub fahren. Dies reduziert die ohnehin angespannte Personalsituation in dieser Zeit weiter, sicherlich mit negativen Konsequenzen für die Öffnungszeiten von Kindertageseinrichtungen bis hin zu kurzfristigen Schließungen.

Die durch den späten Einschulungstermin entstehende institutionelle Betreuungslücke stellt insbesondere berufstätige Eltern von gerade schulpflichtig gewordenen Kindern vor ein gewaltiges Betreuungsproblem. Denn diese können in der Übergangszeit nicht in der Kita betreut werden. Aufgrund der außerordentlich langen Betreuungslücke ist auch die Abdeckung durch den eigenen Urlaubsanspruch nicht gewährleistet, denn dieser wird in der Regel über das Jahr verteilt genommen.

Auch für die schulpflichtigen Kinder ist diese Situation schwierig: In der ohnehin angespannten Situation kurz vor der Einschulung müssen sie auf ihre gewohnte Betreuungsumgebung, ihre langjährigen Freunde und Kontaktpersonen verzichten. Von daher sind auch Ferienfreizeiten mit zahlreichen fremden und altersverschiedenen Kindern für viele Eltern und Kinder in dieser Zeit keine Alternative.

Vorbemerkung der Landesregierung:

Nach § 24 Abs. 1 SGB VIII hat ein Kind vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt Anspruch auf den Besuch einer Kindertageseinrichtung.

1. Teilt die Landesregierung die Auffassung, dass es im oben skizzierten Zeitraum zu einer Betreuungslücke kommen wird?

Nein, allerdings wird die Landesregierung die weitere Entwicklung beobachten.

2. Welche Lösungsmöglichkeiten kann die Landesregierung berufstätigen Eltern ohne private, unentgeltliche Betreuungsmöglichkeiten zur Deckung der oben skizzierten Betreuungslücke anbieten?

3. Plant die Landesregierung eine kinder- und familiengerechte Schließung der Betreuungslücke im Sommer 2011 ff.?

Siehe Antwort zu Frage 1. Fragen, die sich in diesem Zusammenhang im Einzelfall stellen, sind zwischen Jugendamt und den Trägern zu klären. Hier zeichnen sich vor Ort zum Teil sehr pragmatische Lösungen im Rahmen der Jugendhilfeplanung ab.