DKMS (Deutsche Knochenmarkspender-Datei)

Sind an Leukämie erkranke Menschen bzw. deren Angehörige über eine Hilfe der DKMS zu wenig informiert, so dass viele Ketten-Emails im Internet kursieren, die zur Knochenmarkspende aufrufen, obwohl die Fälle nicht existent sind oder später diese als Irrläufer verifiziert werden

Die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter hat die Kleine Anfrage 624 mit Schreiben vom 18. April 2011 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Minister für Inneres und Kommunales wie folgt beantwortet:

Vorbemerkung der Kleinen Anfrage:

Seit langer Zeit frage ich mich, warum von Freunden, Bekannten oder auch fremden Personen immer noch Emails mit der Bitte um weitere Versendung an andere, sog. Kettenbriefe, kommen, um einer meist an Leukämie erkrankten Person zu helfen. Die Hilfen sind aus meiner Sicht sehr lobenswert und wir alle freuen uns, wenn wir einem Menschen bei der Heilung einer schweren Krankheit helfen können.

In den Emails werden neben der Frage nach der Blutgruppe auch oft sämtliche Personaldaten der erkrankten Person mitgeteilt.

Bei späterer Durchsicht oder aufgrund von Warnmeldungen stellt sich dann heraus, dass es die erkrankte Person nicht gibt oder die Hilfe schon längst erledigt oder nicht erforderlich war. Dies ist auch in einer Presseerklärung der DKMS vom 17.01.11 Achtung! Kettenmail wieder im Umlauf! zu lesen.

Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspender-Datei) ist die weltweit größte Stammzellspenderdatei und kann inzwischen für rund 80 % der Betroffenen einen passenden Spender finden.

Vorbemerkung der Landesregierung Kettenbriefe sind Emails oder Briefe, die die Empfängerinnen und Empfänger dazu aufrufen, den Brief zu kopieren und an mehrere weitere Personen zu versenden, dies meist in Verbindung mit Versprechungen, mitleiderregenden Geschichten oder Drohungen. Es kommt vor, dass die Empfängerinnen und Empfänger subtil unter moralischen Druck gesetzt werden, die Nachricht weiterzuleiten.

Kettenbriefe dienen unterschiedlichen Zwecken. Es sollen Mitteilungen wie beispielsweise Spendenaufrufe, Schleichwerbung, religiöse oder politische Texte weiterverbreitet werden.

Auch zu Betrugsversuchen, Störung der Kommunikationsdienste und Belästigung von Personen und Einrichtungen werden Kettenbriefe initiiert.

Die meisten Kettenbriefe ­ auch in Form von E-Mails ­ sind jedoch als Hoax (englisch für Falschmeldung, Scherz) zu qualifizieren. Hierzu sind ­ auch wenn es sich um eine sehr ernste Thematik handelt ­ zumeist auch Aufrufe zu Knochenmarkspenden zu zählen.

1. Ist der Landesregierung das Phänomen der Ketten-Emails bekannt?

Der Landesregierung ist das Phänomen bekannt.

2. Worauf führt die Landesregierung dieses Phänomen zurück?

Siehe Vorbemerkung.

3. Gibt es Möglichkeiten solche falschen Kettenmails zu verhindern?

Kettenmails sind unabhängig von ihrem Inhalt grundsätzlich nicht zu verhindern. Sofern sich Bürgerinnen und Bürger durch Ketten-Emails verunsichert fühlen, können sie sich jedoch an das der Landesregierung Nordrhein-Westfalen direkt wenden.

Für die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen ergeben sich durch den Versand und Erhalt von Kettenmails regelmäßig keine Zuständigkeiten. Soweit im Einzelfall der Anfangsverdacht einer Straftat zu begründen ist, wird ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Möglichkeiten, den weiteren Versand der falschen E-Mails zu verhindern, ergeben sich hierdurch für die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen nicht.

4. Gibt es Initiativen seitens der Landesregierung, die Arbeit der DKMS zu unterstützen?

Die DKMS leistet länderübergreifend einen wertvollen Beitrag bei der Suche nach geeigneten Knochenmarkspendern und -spenderinnen für an Leukämie erkrankte Menschen. Die Landesregierung unterstützt die Arbeit, etwa durch positive Erwähnung durch die Gesundheitsministerin, ideell. Eine finanzielle Förderung aus Landesmitteln existiert nicht.