Wie steht die Landesregierung zum sogenannten Bürgerwaldkonzept?

Wilhelm Bode hat das sogenannte NRW-Bürgerwaldkonzept entwickelt, welches im Mai 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die dort skizzierten Ideen fanden heftigen Widerspruch bei allen Naturschutz- und Forstfachverbänden.

1. Wie bewertet die Landesregierung das Bode-Gutachten?

2. Wie bewertet die Landesregierung das Stiftungs- und Aktienmodell?

Am 17.05.2010 wurde das vom NABU-Landesverband NRW in Auftrag gegebene und vom Gutachter Wilhelm Bode erstellte NRW-Bürgerwaldkonzept vorgestellt. Die Landesregierung hat das Gutachten sorgfältig geprüft. Die vom Gutachter geäußerte Kritik hinsichtlich der Bewirtschaftungspraxis des Landesbetriebes Wald und Holz NRW im nordrhein-westfälischen Staatswald wird zurückgewiesen.

In gleicher Weise werden die Vorschläge Bodes zur Überführung der Wirtschaftswälder innerhalb des Staatswaldes in eine Bürgerwald Aktiengesellschaft abgelehnt, denn die Landesregierung lehnt grundsätzlich den Verkauf und damit die Privatisierung von Staatswald ab.

Die Landesregierung prüft -gemäß dem Auftrag des Koalitionsvertrages- zurzeit, alle für den Naturschutz bedeutenden Wald- und Offenlandflächen, die sich im Eigentum des Landes befinden, in eine Stiftung Naturerbe NRW einzubringen. Im Mittelpunkt der Prüfungen stehen rechtliche und organisatorische Fragen, wobei von der Grundannahme ausgegangen wird, die Bewirtschaftung der landeseigenen Waldflächen auch langfristig durch den Landesbetrieb Wald und Holz NRW vornehmen zu lassen. Mit einer derartigen Stiftung könnten alle geschützten Wald- und Offenlandflächen dauerhaft gesichert werden.

3. Hält es die Landesregierung für fachlich geboten, die Betreuung der Waldnaturschutzflächen den Biologischen Stationen zu übertragen?

Die Betreuung der FFH-Waldnaturschutzflächen obliegt, ebenso wie die Förderung forstlicher Maßnahmen zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen der Forstbehörde. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW wurde per Erlass mit der Erstellung der notwendigen Sofortmaßnahmenkonzepte (SOMAKO) beauftragt. An der Erarbeitung dieser SOMAKO werden die Biologischen Stationen bereits heute beteiligt. Die Landesregierung plant darüber hinaus Gespräche mit allen Beteiligten, wie die Abstimmungen verbessert werden können.

4. Wie steht die Landesregierung zu der Forderung, dass sich der Landesbetrieb Wald und Holz NRW aus der Umweltbildung zurückziehen soll?

Die Landesregierung hält diese Forderung für nicht sachgerecht, da zur Entwicklung und Umsetzung von Konzeptionen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, welche auch die waldbezogene Umweltbildung umfasst, eine Vielzahl von unterschiedlichen Lernorten sowie Anbietern wünschenswert sind.

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW nimmt zusammen mit Kooperationspartnern in diesem Feld als flächig vorhandene Fachverwaltung eine wichtige Rolle ein.