Forschung

Der wissenschaftliche Beirat begrüßt die Vielfalt der Anträge und stellt fest, dass diese insgesamt von hoher Qualität sind. Erfreulich ist die große Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen, insbesondere die Einbindung vieler neu eingestellter Lehrpersonen. Der Beirat begrüßt, dass alle FEP-Antragstellerinnen und -Antragsteller intensiv beraten worden sind und stellt fest, dass sich das Prinzip der Anforschungsanträge bewährt. Vor dem Hintergrund, dass viele Kolleginnen und Kollegen eingebunden wurden, die bislang nicht als Lehrer-Forscher tätig waren, wird eine Ausweitung des Beratungsprogramms empfohlen.

Positiv bewertet der Beirat, dass Lehrerinnen und Lehrer aus sämtlichen Stufen der Laborschule an den Anträgen beteiligt sind, sowie den Umstand, dass bildungspolitisch relevante Fragestellungen aufgegriffen werden, die auch für das Regelschulwesen von Bedeutung sind.

Dem Beirat scheinen viele Anträge ein zu breites Forschungsprogramm anzustreben. Er empfiehlt deshalb eine Zuspitzung auf wenige, sehr konkrete Fragen. Gerade empirische Fragestellungen sollten dabei einen realistischen Umfang aufweisen.

Der Beirat hat sich entschieden, bei einer besonderen Affinität der Beiratsmitglieder zu den FEP-Themen eine Patenschaft der betreffenden Beiratsmitglieder anzubieten.

FEP-Antrag 1.1: Wahrnehmen und Gestalten: kreative, ästhetische und kommunikative Bildung an der Laborschule Bielefeld

Die Bedeutung dieses fächerübergreifenden Bereiches wird vom Beirat als sehr hoch und als relevant für das Lernprofil der Laborschule eingeschätzt. Der Antrag baut auf langjähriger, erfolgreicher Entwicklungsarbeit auf, führt diese fort und macht die Ergebnisse auch für die weitere pädagogische Diskussion und Arbeit nutzbar. Der Beirat empfiehlt zu prüfen, ob Lernaufgaben in den einzelnen Angebotsbereichen beschrieben werden können, ggf. mit Hilfe von Kompetenzerwartungen. Weiter wird empfohlen, die Methoden zur Datenerhebung und auswertung zu präzisieren.

Es ist zudem zu prüfen, welche offenen Erhebungsmethoden dem Ansatz ästhetischer Bildung entsprechen. Geklärt werden sollte darüber ebenfalls, welche spezifischen Beiträge die einzelnen Fächer/Lernbereiche bei der Konkretisierung leisten können und wie die in den Lern- und Leistungskultur versen Fächern gewonnenen Ergebnisse wieder inspirierend in das Gesamtprojekt einfließen können. Die Bedeutung des Projekts ist angesichts der Marginalisierung des ästhetischen Feldes im aktuellen Bildungsdiskurs (z. B. Diskussion um Abschaffung des Faches Kunst/Musik an der Universität Bielefeld) sehr hoch zu bewerten. Birgit Lütje-Klose steht bei Bedarf und Interesse als Ansprechpartnerin bzw. Patin zur Verfügung.

FEP-Antrag 1.2: Vielfalt der Lern- und Leistungspräsentation und Leistungseinschätzung mit dem Schwerpunkt Portfolio - Teil II: Implementation in das Schulprogramm der Laborschule (Sek. I)

Bei diesem Antrag handelt es sich um ein Fortsetzungsprojekt, das wichtige Entwicklungsarbeit ergänzen und absichern soll. Als Akzente des Projekts sind u.a. eine Ergänzung der bisherigen Arbeit durch die Aspekte Kompetenzorientierung, Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf, die weitere Implementierung an der LS bis zur Verankerung im Schulprogramm sowie weitere Veröffentlichungen geplant.

Das Projekt wird vom Beirat mit dieser Akzentuierung empfohlen.

FEP-Antrag 1.3: Integrierte Nutzung digitaler Medien als Beitrag zu einer erweiterten Lernkultur

Der Projektvorschlag greift nach Ansicht des Beirats ein wichtiges Thema für die weitere Entwicklung der Laborschule auf. Er umfasst einerseits Teilprojekte der Unterrichtsforschung, andererseits die Erstellung eines Medienentwicklungsplans.

Nach Einschätzung des Beirats nimmt sich die Gruppe zu viele Ziele und zu viele einzelne Forschungselemente vor. Eine begründete Reduktion auf wenige, bearbeitbare Problemstellungen und Fragen, die den Stellenwert für Entwicklungsvorhaben der Laborschule (auch im Rahmen anderer FEPs) berücksichtigen, wird angeregt. Die Antragsteller sollten bei der Auswahl berücksichtigen, dass die Vorhaben mit den Strategien der Lehrerforschung bearbeitbar sind. Das Vorhaben sollte mit den pädagogischen Prinzipien der Laborschule vereinbar sein und auch den kritischen mediendidaktischen Diskurs berücksichtigen.

FEP-Antrag 1.4: Konzept und Auswertung einer rhythmisierten, gebundenen Ganztagsgestaltung in der Eingangsstufe der Bielefelder Laborschule

Der Beirat begrüßt das FEP, denn es behandelt eine zentrale Frage der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Der Antrag ist komplex und umfangreich. Dies erscheint verständlich vor dem Hintergrund, dass sich die Komplexität der Entwicklungsaufgabe kaum reduzieren lässt.

Die Frage jedoch, wo und wie viel an methodisch kontrollierter Datenerhebung und auswertung stattfinden soll, muss noch präzisiert werden. Auch den Forschungsumfang gilt es in diesem Zusammenhang deutlich zu reduzieren. Welcher bzw. welche Schwerpunkte gewählt werden, sollte das FEP-Team entscheiden. Der Beirat hält für besonders lohnend:

- die genaue Analyse der Kooperation zwischen Erzieherinnen und Erziehern mit Lehrerinnen und Lehrern (einschließlich Rotation)

- die Sammlung und Systematisierung von Lernsituationen und Lernarrangements (Exkursionen, Selbstorganisation, Beobachtungsphasen, Förderangebote, ...)

- die Bedeutung fachlicher und fachübergreifender inhaltlicher Schwerpunkte (Natur, Umwelt, ...)