Der Beirat unterstützt die Fortsetzung dieses Projekts

FEP-Projekt 3.2: Absolventenstudie

Die Fortsetzungsstudie enthält zwei neue Aspekte: Einerseits soll in die bewährte Befragungsstrategie auch das Thema Individualisierung eingebaut werden, andererseits soll die Frage der Datenrückmeldung und Nutzung der Daten der Studie expliziter angegangen werden.

Der Beirat unterstützt die Fortsetzung dieses Projekts. Er regt an zu überprüfen, ob eine potentiell aktive Rolle von Schülerinnen und Schüler in Prozessen der Individualisierung im Fragebogen hinreichend repräsentiert ist.

Als Patin hat sich Marianne Horstkemper bereit erklärt.

FEP-Projekt 3.3: Eltern in der Laborschule [Der betreffende Antrag ist erst für das kommende Jahr geplant, so dass dieses FEP dem Beirat nicht vorlag.] FEP-Projekt 3.4: Demokratische Prozesse und Partizipation von Schülerinnen und Schülern an der Laborschule

Das Thema Demokratie in der Primarstufe ist hochrelevant für das Profil und für die Entwicklung der Laborschule. Insofern sollten die Antragstellerinnen und Antragsteller die Möglichkeit erhalten, Vorhandenes zu diesem Thema zu sichten, Gespräche zu führen und auf dieser Basis Vorschläge zu entwickeln und Ansätze zu erproben, wie demokratische Prozesse auch in der Primarstufe angestoßen und erforscht werden könnten. Hieraus könnte sich ein Forschungskonzept als Grundlage für ein neues Forschungsvorhaben ergeben. Als Fernziel ist darüber hinaus die Möglichkeit in den Blick zu nehmen, Formen demokratischer Beteiligung vom Schulanfang bis hin zur bestehenden Schülerverwaltung miteinander zu verknüpfen.

Empfohlen wird zunächst eine zweijährige Anforschung.

Herbert Altrichter bietet an, das Patenamt für dieses FEP zu übernehmen.

III. Stellungnahme zu den Einzelprojektanträgen im FEP 2009-2011

Absolventenstudie

Es handelt sich dabei um ein Langzeitprojekt der Laborschulforschung, das sowohl für die Schulentwicklung als auch für die Außendarstellung der Schule wichtig ist und das in den letzten Perioden eindrucksvoll weiterentwickelt wurde. Die Idee wechselnder Schwerpunktsetzungen ergänzend zum Grundmodul Schulzeit an der LS wird als sinnvoll angesehen, ebenso der Vorschlag, in der nächsten Periode das Thema Bedingungsfaktoren für Unterrichtsqualität aus Sicht der Schülerinnen und Schüler als neues Schwerpunktthema zu wählen, weil damit verstärkt die Lehrer-Schüler-Interaktion in den Blick kommt.

Individuelles und gemeinsames Lernen im jahrgangsgemischten Mathematikunterricht

Das anhaltende Interesse der Projektgruppe am Lernen im jahrgangsgemischten Mathematikunterricht wird begrüßt. Die Zusammenarbeit älterer und jüngerer wird positiv hervorgehoben. Der Beirat empfiehlt eine weitere Ausdifferenzierung und Konkretisierung von Antragsbegründung, Arbeitsplan und methodischem Vorgehen. Das Verhältnis von individuellem und gemeinsamem Lernen erscheint besonders wichtig und bedarf weiterer Erläuterungen.

Der Umfang des Vorhabens sollte noch einmal überprüft werden. Der Beirat empfiehlt eine Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern auch über Bielefeld hinaus.

Lernen und Leisten von Jungen in der Eingangsstufe und in der Stufe II der Laborschule

Die Einbeziehung der Arbeit am Nachmittag und die differenzierte Erfassung der Kontextbedingungen des Lernens, die in diesem Fortsetzungsantrag betont werden, erscheinen dem Wissenschaftlichen Beirat als wichtig und sinnvoll. Dies gilt auch für die Kooperation mit den. Das Projekt verspricht auch Perspektiven für die Tagesgestaltung in Ganztagsschulen der Primarstufe, die über die LS hinaus interessant sein könnten.

Die vorgeschlagene vielfältige Methodik des Projekts wird eine ­ möglicherweise zu große ­ Fülle von Datenmaterial erbringen. Zu einer Reduktion der Datenmenge werden zwei Strategien empfohlen:

­ Schärfung der theoretischen Einbettung durch Bezug auf Diskurse zu Selbststeuerungskompetenzen, Selbstregulation (emotionale Regulation, Lernstrategien);

­ Bilanzierung der methodischen Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt: Reduzieren oder Ausscheiden von weniger aussagekräftigen methodischen Strategien und Indikatoren.

Möglichkeit individueller Profilbildung an der Laborschule

Der Beirat begrüßt den Antrag, der eine zentrale Fragestellung der Laborschulpädagogik aufgreift. Wie Profilbildungen sich tatsächlich vollziehen und welche Probleme dabei zu berücksichtigen sind, soll dokumentiert und analysiert werden (wie sieht zum Beispiel das Spannungsverhältnis zwischen Elternwünschen und Schülerinteressen aus und wie die Balance zwischen Interessenbreite und Schwerpunktbildung; wie ist die Rolle der im Beratungsprozess?). Dies erfordert die theoretische Rahmung von Allgemeinbildung und Spezialbildung. Der Beirat regt an, die Profilbildung eines ganzen Jahrgangs zu erfassen. Außerdem ist es notwendig, die Kriterien zur Auswahl der vier über die es exemplarische Portraits geben soll, zu benennen.

Beobachtung, Förderung und Dokumentation von Schüler(lern)wegen beim Erwerb der Schriftsprache in der Eingangsstufe

Das Projekt baut auf einem Vorgängerprojekt Schwierigkeiten auf dem Weg zur Schriftsprache ­ Diagnose, Prävention, Förderung auf und nimmt sich die schulinterne Verbreitung, Implementation und Evaluation des Diagnoserahmens ­ eines wesentlichen Ergebnisses des Vorgängerprojekts - vor. Eine Weiterentwicklung des Diagnoserahmens bis Jahrgang 1 und 2 soll erfolgen. Die Entwicklung eines solchen alltagstauglichen Instruments wird als innovativ eingeschätzt. Es bietet Potentiale für die Zusammenarbeit verschiedener Lehrpersonen (auch über Stufen hinweg) und mit den Eltern und wäre auch für den Transfer in Regelschulen und für eine Veröffentlichung interessant.

Die Kooperation mit und Studierenden wird als Stärke des Projekts eingeschätzt.

Für eine weitere Verbreitung könnte es wichtig sein, die Verbindung von Diagnose, Fördermaßnahmen und Beobachtung der Lernentwicklung der die im Antrag zu Recht betont wird, auch im Diagnoseinstrument zu verdeutlichen.

Vielfalt der Leistungseinschätzung und Lern- und Leistungspräsentation mit dem Schwerpunkt Portfolio

Der Beirat begrüßt die Bearbeitung eines allgemeinen überfachlichen didaktischen und methodischen Problems, das über die Laborschule hinaus von aktueller Bedeutung ist. Auch die geplante Tagung zum Thema stößt auf ungeteiltes Interesse und wird ausdrücklich gewürdigt.

Die gehen von einem erweiterten Leistungsbegriff aus, der sich einer schematischen Bewertung widersetzt und der Laborschulkonzeption entspricht. Eine stärkere Prozessorientierung (zur Nutzung für die Bewertung) und die Verknüpfung mit der Unterrichtsarbeit sind wünschenswert. Die Schwachstellenanalyse und Kompetenzbeschreibungen zur Entwicklung von Metakognitionen könnten noch stärker entfaltet werden. Desgleichen ist zu überlegen, wie weit Elterngespräche einbezogen werden können. Hervorgehoben werden die klare Beschreibung der geplanten Arbeit und die Ansätze zur Theoriebildung. Die methodologische Präzisierung, die in der Projektvorstellung vorgenommen wurde, bedarf noch der schriftlichen Fixierung.

Zum Problem der Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher sozial-kultureller Herkunft an der Laborschule

Dieses Forschungsprojekt entstand aus offenen Fragen früherer Studien. In Vorarbeiten wurde versucht, den sozio-ökonomischen Status und den Migrationshintergrund differenzierter als in früheren Studien zu erheben und damit methodologische Grundlagenarbeit zu leisten, aber auch als Service für die Schule Grundlagendaten zu erheben, die bis dahin nicht zur Verfügung standen. Die dadurch erarbeitete komplexe Datenbasis ist nun der Ausgangspunkt für voraussichtlich sechs qualitative Einzelfallstudien, die die potentielle Risiko-Klientel differenzierter und besser als bisher abbilden sollen. Das methodische Design wird als originell eingeschätzt, wenn auch noch einige Unwägbarkeiten ­ durch die vorgelagerten, noch nicht abgeschlossenen quantitativen Analysen ­ enthalten sind. Dem Wissenschaftlichen Beirat erscheint das Projekt als wichtig; er spricht sich dafür aus, die Beziehungen von Eltern zu den Lernprozessen und zur Schule in der Forschungsstrategie zu berücksichtigen. Internationale Studien könnten stärker v.a. für spätere Interventionsstudien berücksichtigt werden.

Englisch von Anfang an Fremdsprachen-Frühbeginn in der jahrgangsgemischten Eingangsstufe

Der Beirat begrüßt den Ansatz der FEP-Gruppe im Bereich der frühkindlichen Fremdsprachendidaktik, auch im Hinblick auf die Entwicklung des Regelschulwesens.