Absolventen

Schulleitung anzuberaumen, um die im Beirat nur ansatzweise geführte Diskussion fortzuführen. Der Beirat begrüßt die Dokumentation der gegenwärtigen Praxis einschließlich der Klärung von Schwachstellen und erwartet von den Projektmitgliedern ein Konzept für eine konstruktive Weiterentwicklung der aufgezeigten Ansätze und für entsprechende Problemlösungen. Vorrangiges Ziel sollte es sein, über das offensichtlich bereits vorliegende Curriculum der Stufe II zu diskutieren und dabei auch vorausgehende und nachfolgende Unterrichtswerke und deren Konzeptionen zu berücksichtigen.

Bei der Entwicklung eines Curriculums, das den jahrgangsgemischten Mathematikunterricht inhaltlich und didaktisch-methodisch organisieren soll, ist es ratsam, auch das curriculare Konzept der Kompetenzentwicklung mit einzubeziehen. In diesem Zusammenhang nimmt der Beirat erfreut zur Kenntnis, dass demnächst Kompetenzerwartungen im Curriculum aus-gewiesen werden sollen. Zur Unterstützung kompetenzorientierter Lernaufgaben sind aus Sicht des Beirates die Kreativkisten hilfreich, die sich zurzeit in Entwicklung befinden. Deren Aufgabenstellungen sollten mit den prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen des Curriculums abgeglichen und abgestimmt werden. Zudem sollte geklärt werden, welche Standards am Ende der einzelnen Stufen jeweils erreicht werden sollten, um so die Übergänge zwischen den Stufen besser gestalten zu können.

Nach dem vorgeschlagenen internen Gespräch mit der Projektgruppe hält der Beirat es für wünschenswert, dass in Gesprächen auf der Ebene aller unterrichtenden ein verbindliches Mathematikcurriculum abgestimmt wird. Angeregt wird der besondere Blick auf die Übergänge von Stufe I nach Stufe II und darüber hinaus nach Stufe III.

Entwicklung und Förderung musikalischer Kompetenz in der Primarstufe (1.4)

Der Beirat begrüßt die Grundidee und das Konzept, durch einen eine systematische tutorielle Begleitung von Unterrichtenden zu organisieren, die die Entwicklung musikalischer Kompetenzen von auch bei den gewähr-leistet, die keine entsprechende grundständige Ausbildung haben. Drei Aspekte werden als besonders bedeutsam und richtungweisend herausgestellt:

­ Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur musisch-kulturellen Gestaltung von Unterricht und Schulleben; es fördert dabei musisch-kulturelle Interessen durch Singen, Instrumentalspiel, Tanzen und Bewegung und damit auch die allgemeine Kreativität.

­ Gleichzeitig leistet dieser Ansatz einen wichtigen Beitrag zu einer schulinternen Qualifizierung von und damit zu einer Verstärkung und Ausweitung musikalischer Gestaltungsformen in unterschiedlichen Lernsituationen.

­ Schließlich erweist sich das tutorielle Modell generell als geeignet, schulinterne Qualifizierungsprozesse zu initiieren.

Das Konzept enthält darüber hinaus interessante Ansätze für Regelschulen. Es sollte darüber nachgedacht werden, ob und wie dieses Modell zur Grundlage für regionale Lehrerfortbildung gemacht werden könnte.

Der Beirat regt an, die Kompetenzentwicklung sowohl der als auch der zu beobachten und ggf. zu dokumentieren. Besonders interessant erscheint in diesem Zusammenhang der kollegiale Austausch zwischen teilnehmenden und nicht teilnehmenden. Der Beirat empfiehlt dies ebenfalls zu dokumentieren und auszuwerten.

Implementation und Schulentwicklung (2.1)

Der Beirat begrüßt es, dass sich die Projektgruppe gezielt mit Prozessen und Ergebnissen von Implementationsverfahren in der Laborschule auseinandersetzt. Dabei geht es zum einen darum, FEPs ggf. miteinander zu koordinieren oder zu vernetzen und zum anderen darum, FEPs und deren Ergebnisse gezielt für Prozesse der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu nutzen. Insofern handelt es sich um ein für die Laborschule wichtiges Meta-Projekt, das die Bedingungen der internen Wirksamkeit von FEPs kritisch begleiten und weiter entwickeln soll. Der Beirat würdigt die systematische Bearbeitung dieser Fragen.

Die Präsentation der Analyseergebnisse und der entwickelten Konzepte in Form eines Portfolios wurde als originell und ästhetisch ansprechend eingeschätzt; es sollte dabei geprüft werden, wie unterschiedliche Adressaten das Portfolio in ihrer Praxis nutzen.

Die im Beirat aufgeworfenen Fragen thematisieren entscheidende kritische Punkte von Implementationsprozessen in der Laborschule (z.B. von Implementationskollisionen ­ die Beziehung von FEP-Implementationen und anderen Schulentwicklungsprozessen betreffend, die Beachtung von Zeitstruktur und Rhythmisierung, die Klärung von Verantwortlichkeiten für jeweils anstehende Implementation/en). Die Beurteilung dieser Fragen führte zu einer lebhaften Diskussion. Einigkeit bestand lediglich darüber, dass die Koordination von Entwicklungsvorhaben zwar eine sinnvolle Aufgabe sei, dass jedoch vor zu weit gehenden Ansprüchen gewarnt werden müsse. Der Beirat betonte die hohe allgemeine Bedeutung der FEP-Ergebnisse für Regelschulen.

In Hinblick auf die Koordination verschiedener FEP-Implementationen untereinander sowie mit sonstigen Schulentwicklungsvorhaben erscheint es wichtig, Fragen von Verantwortlichkeit für Implementation im Voraus zu bedenken und für eine Koordination zwischen wissenschaftlicher Einrichtung und Schulleitung zu sorgen. Für einige Beiratsmitglieder schien die Rolle der Schulleitung in dem vorgestellten Implementationsmodell zu wenig scharf konturiert.

Der Plan der FEP-Gruppe, auf der Basis der Projektergebnisse eine Beratungsstruktur für Projektimplementation aufzubauen, wurde ausdrücklich begrüßt; dieses Vorhaben könnte auch Potenzial für die Entdeckung und Bearbeitung von Kollisionen und anderen Implementationsproblemen haben. Die Frage, ob für Implementationsaufgaben ein Zeitbudget aus dem allgemeinen FEP-Topf vorzusehen sei, blieb offen.

Naturwissenschaft an der Laborschule ­ Evaluation externen Transfers (2.2)

Der Beirat bedauert, dass sich die bildungspolitischen Rahmenbedingungen für ein integriertes naturwissenschaftliches Curriculum in der Sekundarstufe I ungünstig verändert haben, da es nicht ­ wie ursprünglich vorgesehen ­ landesweit eingeführt wird.

Die kritische Auseinandersetzung mit den Fortbildungsangeboten, den Transfer- und Vernetzungsarbeiten, die die didaktische und curriculare Entwicklungsarbeit der Laborschule zur Gestaltung integrierter Naturwissenschaften anderen und Schulen zugänglich gemacht hat, bewertet der Beirat sehr hoch. Er begrüßt die umfangreichen fortbildungsdidaktischen Reflexionen der FEP-Gruppe (z.B. bezüglich der Bedeutung von Alltagsvorstellungen bei des Bemühens um handlungsorientierte Gestaltung und um einfache, oft selbst konzipierte Versuche), die zur Formulierung von Kriterien für gelungene Fortbildung geführt haben; diese erweisen sich auch für andere Fachbereiche als relevant und stellen aus Sicht des Beirates einen veröffentlichungswürdigen Beitrag zu den Effekten von Fortbildungsinitiativen dar.

Die Diskussion über systemische und institutionelle Rahmenbedingungen von Fortbildung führte zu der Frage, welche Anforderungen an die entsendenden Schulen zu stellen sind, um die Chance des Wirksamwerdens von Fortbildung zu erhöhen.

Ferner wurde deutlich, dass ein integriertes naturwissenschaftliches Curriculum ein Konzept ist, das einer Weiterentwicklung bedarf. Die Projektgruppe bezieht aktuell den Bereich der Grundschuldidaktik ein, um die Idee eines integrierten naturwissenschaftlichen Curriculums bereits in der Primarstufe zu fundieren. Die vorliegenden bieten mit ihrer kompetenzorientierten Ausrichtung dazu eine sinnvolle Grundlage.

Absolventenstudie (2.3)

Dieses langfristige und aufwendige Vorhaben ist eine wichtige Quelle von Informationen, die in dieser Form keiner anderen Schule zur Verfügung steht (Alleinstellungsmerkmal!). Der Beirat war beeindruckt von der Professionalität, mit der dieses Vorhaben betrieben wird und wie quantitative mit qualitativen Daten kombiniert worden sind. Auch konnte gezeigt werden, wie die durch die Absolventenstudie erhobenen Informationen genutzt werden, um Entwicklungsaufgaben für die Schule zu identifizieren und mögliche Themen für neue FEPs sowie Schul- und Unterrichtsentwicklung zu formulieren. In der Diskussion wurde angeregt, die bestehenden Vergleichsmöglichkeiten mit dem Regelschulsystem explizit zu machen. Die für die Zukunft geplanten neuen thematischen Schwerpunkte der Erhebungen zum Thema Beratung, Diagnose, Differenzierung erschienen dem Beirat gut begründet.

Lernen und Leisten von Jungen in der Eingangsstufe der Laborschule (3.1)

Der Beirat begrüßt, dass mit diesem Projekt eine Frage untersucht wird, die für die Laborschule von hoher Relevanz ist, haben doch die quantitativen Befunde von PISA gezeigt, dass die Leistungen der Jungen an der Laborschule nicht den Erwartungen entsprechen. Die für die Untersuchung gewählte Methode von Videoaufzeichnungen und auswertungen wird als geeignet angesehen, um in Form qualitativer Fallstudien Ursachen für die Befunde der quantitativen Studie zu finden.

Die Hypothese, dass ausgewählte Jungen die Lernzeit in geringerem Maße nutzen als die Mädchen, konnte allerdings bisher nicht bestätigt werden. Die genutzte Lernzeit scheint demnach nicht der Hauptfaktor für geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede zu sein.

Andere verursachende Faktoren könnten z. B. die Strukturierung von Unterricht oder die Handlungsmöglichkeiten von im Unterricht sein. Das Ziel von Unterricht sollte generell eine möglichst hohe motivationale und kognitive Aktivierung sein, die jedoch nicht immer durch Beobachtung zu erschließen ist (z.B. kann ein Schüler auch kognitiv aktiviert sein, der gerade mit einem Radiergummi spielt). Insofern ist genutzte Lernzeit kein einfach zu erhebendes empirisches Kriterium.