Börse

Darüber hinaus unterstützt der Beirat auch die Überlegungen zur Überarbeitung von Items und Skalen angesichts neuer Themenschwerpunkte. Er begrüßt, dass Ergebnisse der Absolventenstudie gezielt zur Weiterentwicklung von Unterrichts- und Schulqualität genutzt werden sollen.

Außerdem empfiehlt er, verstärkt darüber nachzudenken, wie die nutzbaren Ergebnisse aus den quantitativen und qualitativen Erhebungen systematisch in das Kollegium der LS eingebracht und kommuniziert werden können.

Lernen und Leisten von Jungen

Der Beirat beurteilt das Projekt als besonders wichtig; es hat einen hohen Stellenwert nicht nur für die Laborschule. Positiv hervorzuheben ist die klare Fragestellung und das vielfältige Methodenrepertoire, wobei auf die zur Verfügung stehenden Ressourcen und auf die Notwendigkeit von Zwischenreflektionen geachtet werden sollte. Die Fokussierung auf die Lernzeitnutzung erscheint plausibel und hilfreich, wobei andere Aspekte wie z. B. Vorwissen, motivierende Inhalte und Unterrichtsarrangements mit berücksichtigt werden sollten.

Chancengleichheit in der Laborschule

Der Beirat sieht das Projekt in der vorliegenden Form als erkenntnisträchtig an, um die Orte (besonders die Stufenübergänge), an denen institutionelle Diskriminierung greifen könnte, in den Blick zu bekommen. In einer zweiten Forschungsphase könnte dann auch die Identifizierung möglicher Ursachen angegangen werden (z. B. durch eine qualitative Erweiterung). Der Beirat unterstützt die Forschungsgruppe in ihrem Vorhaben, zunächst vorliegende Daten zu nutzen und zu analysieren. Sollte es notwendig werden, zusätzliche (Leistungs-)daten zu erheben, sollte dies ohne eine vorweg genommene allzu starre Kategorisierung (z.B. Migrationsstatus) geschehen, um so möglichst offen für differenzierte Analysen zu sein.

III. Stellungnahme des Beirats zu den Einzelprojekten 2005-2007

III.1 (1.1) Entwicklung und Erprobung eines Konzepts zur Entwicklung interkultureller Kompetenz

Der Beirat nimmt erfreut zur Kenntnis, dass mit dem vorliegenden Forschungsbericht zum ersten Mal eine differenzierte Aufarbeitung der Situation von Kindern mit Migrationshintergrund an der Laborschule vorgelegt werden kann. Besonders hervorzuheben ist die gelungene Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaft an der Universität Freiburg, durch die zusätzliche Ressourcen, besonders im Bereich der Auswertung empirischen Daten, gewonnen werden konnten. Durch den Einbezug von weiteren Schulen in das Untersuchungsdesign eröffnet sich die Perspektive eines Vergleichs zwischen Laborschule und Regelschule. Positiv bewertet werden zudem die originellen Vorschläge im sportdidaktischen Bereich (z.B. das Tandem-Lernen). Der Beirat begrüßt die Möglichkeit, dass offenen bzw. neu aufgeworfenen Fragen im Rahmen des Folgeprojektes nachgegangen werden kann.

III.2 (1.2) Evaluation und Revision des Curriculums Naturwissenschaften

Der Beirat lobt die Qualität, den didaktischen Ansatz und die Kontinuität der Forschungsarbeit (Revision und Curriculumentwicklung) und empfiehlt, dass entwickelte curriculare Material auf breiter Ebene nicht nur der der Laborschule, sondern auch interessierten Regelschulen zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck regt der Beirat an, die Materialen in der neuen Roten Reihe zu veröffentlichen. Positiv gewertet wird zudem der externe Transfer der entwickelten LS-Curricula in die verschiedenen Schulformen des Regelschulwesens. In diesem Zusammenhang sollte die FEP-Gruppe eine Einordnung in das didaktische Rahmenkonzept der Laborschule vornehmen und Hinweise zur Verwendung der Materialien in heterogenen Lerngruppen geben. Der Beirat begrüßt, dass die Forschungsgruppe mit ihrer Arbeit entgegen der derzeitigen politischen Entscheidungen an der Umsetzung eines integrierten naturwissenschaftlichen Unterrichts auch an Regelschulen weiterarbeitet. Es wird darauf verwiesen, den begonnenen Evaluationsansatz fortzuführen.

III.3 (1.3) Lesen und Schreiben im Jahrgang 5/6

Der Beirat hält die drei Bausteine der Unterrichtsreihe Kinder in aller Welt für sehr gelungen. Dies gilt auch für die Verbindung von quantitativer und qualitativer Forschung zur Ermittlung von Lesevoraussetzungen und begleitender Evaluation. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie individuelles und gemeinsames Lernern erfolgreich integriert werden kann. Interessant sind insbesondere die vorzüglichen Einzelfallportraits, weil sie nicht nur nah an den Situationen der Schülerinnen und Schülern sind, sondern zugleich auch den Unterrichtsprozess transparent machen. Sie demonstrieren eine diagnostische Suchhaltung, die als produktiv für die Begleitung und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bewertet werden.

Der Beirat ermutigt die FEP-Gruppe nach entsprechender Überarbeitung und Kürzung (z.B. in Kapitel 4), mindestens ein Werkstattheft zu verfassen und über weitere Publikationen nachzudenken: Verwertungszusammenhänge der Materialien ergeben sich aus

Sicht des Beirats sowohl für andere Lehrkräfte, für die Lehramtsausbildung als auch für die beispielhafte Verbindung von Lehrerforschung und Unterrichtsentwicklung.

III.4 (1.4) Literalität und Migration

Der Berichterstatter, ein wiss. Mitarbeiter aus der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, ist nicht erschienen. Der Beirat dankt für die Vorlag des Berichts. Die Thematik hat einen hohen Stellenwert, deshalb sind weitere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zum Thema wünschenswert. Der Beirat schlägt vor, auf Grund der offensichtlich aufgetretenen Probleme bei der Anbahnung dieses FEPs, Fragestellungen und Design zukünftiger Studien gemeinsam mit dem Kollegium zu entwickeln. Es empfiehlt sich, bei einer Weiterführung Fachleute aus dem Bereich (Deutsch als Fremdsprache) einzubeziehen.

III.5 (1.5) Stärkung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen bei Jungen

Der Beirat ist erfreut über die engagierte und systematische Arbeit der Forschungsgruppe und beurteilt das Projekt weiterhin als besonders wichtig, es besitzt einen hohen Stellenwert nicht nur für die Laborschule. Der Bericht wird als gut strukturierte und gut lesbare beurteilt, positiv ist das methodisch-vielfältige Vorgehen wie auch die differenzierte und vorsichtige Interpretation von Ergebnissen mit entsprechenden Vorschlägen für die Schule- und Unterrichtsentwicklung. Der Beirat regt an, aus den Projektergebnissen weitere Zeitschriftenveröffentlichungen zu erarbeiten und unterstützt die laufende Forschungsarbeit zu Thema mit Fokus auf die Primarstufe.

III.6 (2.1) Jahrgangsmischung 3/4/5

Der Beirat lobt die entfaltete Argumentation und die anspruchsvolle Methodologie des Arbeitsberichtes. Insgesamt wird erfreut zur Kenntnis genommen, dass in der Schule die grundsätzliche Zustimmung zur Jahrgangsmischung deutlich gewachsen ist. Es wird empfohlen, diese wichtige Arbeit weiter zu unterstützen. Eine Teilveröffentlichung sollte realisiert werden, dabei rät der Beirat zu einer nüchternen Darstellung idealer und tatsächlich gegebener Implementationsbedingungen und -erfahrungen.

III.7 (2.2) Brücke 9 ­ 11

Der Beirat würdigt die kreative Arbeit der Projektgruppe am Übergang Schule ­ Beruf, die mit vielfältigen Initiativen unterschiedliche Ebenen der Unterrichts- und Schulentwicklung bearbeitet hat. Der Bericht zeichnet sich insbesondere durch eine Vielfalt an Vorschlägen aus, die z. T. auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft wurden. Der Beirat unterstützt insbesondere die Weiterentwicklung und Implementation der Elternberufsbörse und empfiehlt entsprechende Zeitschriftenveröffentlichungen und weitere wirksame Medien (z. B. Film), um auch über die Laborschule hinaus auf realisierte Elternmitarbeitskonzepte zu verweisen.

III.8 (2.3) PISA meets Laborschule: Weiterführende Analysen Mathematik

Der Beirat lobt den methodologischen Ansatz und die Anregungen zur Weiterarbeit.