III9 24 Individualisierung im Anfangsunterricht Englisch und Französisch. Der Beirat begrüßt die Durchführung dieses Projektes

Es wird angeregt, an den schon angesprochenen Fragen vertiefend weiter zu arbeiten, z. B. mathematische Biografien zu untersuchen oder nach Erkenntnisgewinn über das mathematische Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern auch über das von Lehrerinnen und Lehrern nachzudenken.

III.9 (2.4) Individualisierung im Anfangsunterricht Englisch und Französisch

Der Beirat begrüßt die Durchführung dieses Projektes. Besonders zu erwähnen ist die Entwicklung und Evaluation eines Schnupperkurses Französisch im Jg.4, der den Schülerinnen und Schülern ein klareres Wahlverhalten für den Jg. 5 ermöglicht. Der Beirat befürwortet ausdrücklich eine Institutionalisierung solch eines Angebots. Es sollte zudem geprüft werden, ob eine Veröffentlichung der im FEP entstandenen Produkte in absehbarer Zeit möglich ist, dabei sollte auch die vorgelegte Grammatik Teil der geplanten Veröffentlichung sein.

Für den Bereich Englisch würdigt der Beirat das vorliegende fast fertige Buchmanuskript und empfiehlt eine Veröffentlichung zum frühstmöglichen Zeitpunkt als IMPULSBand, weil Konzepte zum Fremdsprachenunterricht derzeit stark nachgefragt werden.

III.10 (2.5) Absolventenstudie

Der Beirat lobt ausdrücklich die inhaltliche und methodische Weiterentwicklung der Absolventenstudie. Die systematisch angelegte qualitative Ergänzungsstudie eröffnet wichtige zusätzliche Erkenntnisperspektiven, die Triangulation der Daten erreicht ein beeindruckendes methodisches Niveau. Hervorzuheben ist die spürbar gelingende Kooperation zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der WE und den Lehrern im Projekt. Der Beirat begrüßt, dass die Projektgruppe auch Wege zur Implementation der Daten mitdenkt und Vorschläge dazu unterbreitet.

TOP 3 Diskussion der FEP-Anträge 2005 ­ 2007

Nach einer erneuten Diskussion aller am Donnerstag vorgestellten FEP-Anträge gelangt der Beirat zu den nachfolgenden Einschätzungen

Neue Medien an der Laborschule

Der Beirat begrüßt die Initiative von Frau Zorn und Herrn Bosse, das Thema Computernutzung zum Arbeitsschwerpunkt der Laborschule zu machen. Er begrüßt weiterhin die Elemente, die bisher entworfen wurden, empfiehlt aber, sich auf den Teil A des Antrags zu beschränken und das Konzept nicht in der gesamten Breite auszuführen, sondern erst einmal auf ein Projekt zu fokussieren. Dies müsste ein Projekt sein, das es ermöglicht, individuelle Lernwege mittels neuer Medien zu beschreiben.

Entwicklung und Erprobung eines Konzepts zur Entwicklung interkultureller Kompetenz

Der FEP-Antrag greift ein zentrales Problem ­ nicht nur der Laborschule ­ auf. Inter- und intrakulturelle Differenzen wirken sich auf Lern- und Sozialisationsprozesse aus und beeinflussen Prozesse des Verstehens und der Verständigung. Der Beirat unterstützt nachdrücklich den Versuch herauszufinden, wo die entsprechenden Problemaspekte in der Laborschule liegen (kulturelles Selbstverständnis, Migrationshintergründe...). Er empfiehlt, vor allem über integrationsfördernde Konzepte nachzudenken und dazu schon vorhandene Modelle zu nutzen. Von besonderer Bedeutung seien dabei die erkennbaren Effekte innerhalb der Lerngruppen und der Schule. Interessant ­ auch im Sinne der Nutzung dieser Entwicklungsarbeiten durch andere Schulen ­ wären auch die Instrumente zur Erfassung interkultureller Ausgangslagen.

Evaluation und Revision des Rahmenthemenkonzepts des EB Naturwissenschaft ­ A) Entwurf eines Curriculums Naturwissenschaft

Evaluation und Revision des Rahmenthemenkonzepts des EB Naturwissenschaft ­ B) Naturwissenschaft, Laborschule und öffentliches Schulsystem

Beide Anträge stehen in engem Zusammenhang und werden aus diesem Grund so mit dem Beirat diskutiert.

Im Teil A wird eine Konzeption vorgestellt, durch die verbindliche Rahmenthemen und curriculare Kerne im Lernbereich Naturwissenschaften definiert und begründet werden. Aus Sicht des Beirats werden in den bisherigen Entwicklungsarbeiten wichtige Beiträge zur Formulierung von Kompetenzen und Leistungserwartungen am Ende der Sek. I erkennbar. Als interessant und richtungweisend wird auch gewertet, dass die inhaltlichen und methodischen Affinitäten zu anderen Fächern und Erfahrungsbereichen in das naturwissenschaftliche Curriculum eingebaut worden sind.

Der Beirat begrüßt die Hinweise der Gruppe, einige Elemente (z.B. methodische Zugänge) zu überarbeiten. Als besonders sinnvoll wird angesehen, das Konzept in einem Netzwerk mit anderen Regelschulen zu erproben und auf diese Weise auch externe Rückmeldungen zu möglichen Überarbeitungen und Revisionen zu erhalten. Insgesamt wird hier Grundlagenarbeit geleistet, die auch für die Regelschulen von Bedeutung ist.

Lesen und Schreiben im Jahrgang 5 und 6

Der Beirat betont, dass dieses Projekt auch aufgrund der qualifizierten vorausgegangenen Projekte unverzichtbar ist. Es behandelt zentrale Fragen von sprachlichem Lernen und seiner Didaktik an der Laborschule, die über die Laborschule hinaus bedeutsam sind. Der Beirat sieht, dass die Anzahl der beantragten Forschungsstunden im Hinblick auf das geplante Vorgehen (insbesondere auch im Hinblick auf die geplante qualitative Forschung) eher bescheiden ist.

Literalität und Migration ­ Wie sehr beeinflusst der Migrationshintergrund die schriftsprachlichen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern?

Der Beirat begrüßt, dass die Frage der Literalität auf den Migrationshintergrund bezogen wird und insbesondere die Auswirkungen auf die schriftsprachlichen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern untersucht, sowie darauf abgestimmte Unterrichtselemente entwickelt und erprobt werden. Der Beirat sieht es als erfreulich an, dass die Universität dieses Projekt, welches auch über die Laborschule hinaus von Bedeutung ist, in den FEP 2005-2007 eingebracht hat.

Entwicklung eines Konzepts zur Stärkung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen bei Jungen in ausgewählten Erfahrungsbereichen

Im Mittelpunkt des Projekts stehen Lern- und Leistungsaspekte der Jungen, die sich unter anderem nach den Ergebnissen der PISA-Untersuchung an der Laborschule als deutlich verbesserungsbedürftig darstellen. Dazu hat es bereits eine Anforschungsphase gegeben, in der wichtige Faktoren einer jungenspezifischen Förderung herausgearbeitet wurden.

Für den Unterricht in Naturwissenschaft und Englisch werden exemplarische Unterrichtsvorhaben erarbeitet, evaluiert und modifiziert. Als nächster Schritt steht der Transfer und die Implementation der FEP-Ergebnisse an. Der Beirat verweist auf den Zusammenhang von erfolgversprechenden Strategien für Jungen und Mädchen und fragt, welche jungenspezifische Förderansätze gefunden wurden. Das Thema hat aus Sicht des Beirats eine Relevanz über die Laborschule hinaus. Begrüßt wird ausdrücklich die verstärkte Einbeziehung des Kollegiums.

Umsetzung der Entscheidung über die Zukunft der Jahrgangsmischung 3/4/5

Die Arbeit der FEP-Gruppe hat im Kollegium eine hohe Akzeptanz gefunden. Die ursprünglich geäußerten Befürchtungen, dass Jahrgangsmischung mit Einschränkungen von Fachleistungen (v. a. im Bereich von Englisch und Mathematik) einhergehen würden, haben sich nicht bestätigt (vgl. u. a. die vergleichenden Evaluationen). Der Beirat begrüßt somit die Fortführung dieses Forschungsprojektes. Er hält es für die konsequenteste Lösung, die Jahrgangsmischung für die Jahrgänge 3/4/5 insgesamt einzuführen, sieht es aber als Notwendigkeit an, diese Entscheidung den Schulgremien zu überlassen.

Brücke 9-11

Die Brücke 9-11 ist als ein Anforschungsprojekt gestartet, in dem es mit Priorität darum geht, den Blick für den Zusammenhang schulischer Lernergebnisse und der Lebens- und Berufsorientierung der Schulabgänger auszuschärfen. Die ausgewiesene Strategie, eine mögliche Lücke zwischen Schule und Arbeits- und Berufswelt zu schließen, wird vom Beirat ausdrücklich begrüßt. Besonders wichtig ist dabei die Entwicklung nachhaltiger Kompetenzen von Selbstständigkeit, Selbstorganisation und praktischer Kooperation.