Absolventenstudie. Der Beirat begrüßt die Fortführung der Absolventenstudie

12 des Antrags) geht der Beirat von einer vorrangigen Behandlung dieses Themas aus. Wenn Kürzungen notwendig sind, sollten sie in anderen Bereichen erfolgen. Der Beirat begrüßt auch, dass die fachspezifischen Methodenkompetenzen ausgearbeitet und in ein Kompetenzstufenmodell gebracht werden sollen. Als Anregungen gibt der Beirat weiter, sich evtl. mit dem Forschungsprojekt Lesen und Schreiben im Jahrgang 5/6 bzw. dem EB Sprache aufgrund der besonderen Bedeutung von Sprach- und Lesekompetenz auch in den Naturwissenschaften zu verzahnen und die Geschlechterfrage, insbesondere den Blick auf die Jungen, in ihre Forschungsarbeit miteinzubeziehen. Der Beirat geht davon aus, dass dieses Projekt, das viele integrative Momente (s.o.) enthält, in Teamarbeit erfolgt. Als längerfristiges Ergebnis wird vom Beirat ein neu ausgearbeitetes Rahmencurriculum und ein Lehrplan mit entsprechenden Integrationsmöglichkeiten anderer Fächer gesehen. Evtl. werden hierzu zwei FEP-Phasen notwendig sein.

Absolventenstudie

Der Beirat begrüßt die Fortführung der Absolventenstudie. Als besonders positiv und wichtig nennen die anwesenden Beiratsmitglieder die Verknüpfung der PISA-Daten mit der Absolventenstudie. Ebenfalls wichtig erscheint die geplante Erweiterung der bisher nur quantitativen Daten um ein qualitatives Forschungsdesign. Das Interesse an weiterführenden statistischen Auswertungsverfahren ist begrüßenswert, aber zugleich weist der Beirat darauf hin, dass im Hinblick auf personelle Ressourcen in der WE möglicherweise nicht alle skizzierten Vorhaben in gleicher Weise verwirklicht werden können. Die Einbeziehung der beiden neuen aus der Laborschule wird begrüßt. Dennoch bleiben ihre genaueren Rollen und Aufgaben für die Absolventenstudie in diesem Antrag noch unklar. Der Beirat bittet darum, dass ihm bei der nächsten Sitzung im Februar 2004 ein genaueres Konzept dazu vorgelegt wird.

Neue Medien an der Laborschule

Der Beirat begrüßt die Tatsache, dass Wissenschaftliche Einrichtung und Schule den Einsatz von Neuen Medien nun gemeinsam und konzentriert in die reformpädagogische Schulkultur der Laborschule einbringen wollen. Der Beirat empfiehlt auf der Grundlage bereits existierender und bewährter Medienkonzepte einen konkreten Planungsansatz zu entwickeln. Dieser sollte sich u. a. am Ziel der Förderung von Selbstständigkeit und den Möglichkeiten der neuen Medien bei der inneren Differenzierung orientieren. Außerdem sollten auf jeden Fall die Kernfächer Sprache und Mathematik einbezogen werden. Der Beirat akzeptiert die ungewöhnliche Konstruktion der Vorforschung für das erste Jahr, erwartet allerdings bei der nächsten Beiratssitzung konkrete Projektanträge für die Bewilligung weiterer Forschungsstunden. Über die Bewilligung des 2. Jahres wird nach Vorlage dieser Anträge entschieden.

Entwicklung und Erprobung eines medienbasierten Lernangebotes zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit

Der Antrag stellt ein gelungenes Beispiel einer möglichen Akzentuierung der im Projektantrag eher breit skizzierten Projektvorhaben dar. Der Beirat empfindet das gewählte Thema als besonders geeignet für die Erprobung einer Unterrichtsreihe mit Neuen Medien, denn es bietet die Möglichkeit einer sehr differenzierten Auseinandersetzung. Betont wird, dass die hohe Anzahl an Fragestellungen reduziert und verdichtet werden müsse. So könnte beispielsweise der Aspekt Individualisierung und Selbstgesteuertes Lernen im Mittelpunkt des Forschungsinter3

esses stehen. Der Beirat empfiehlt, auf die Kontrollgruppe zu verzichten. Als besonders wichtig erscheint dem Beirat die sorgfältige Überlegung, an welchen Stellen der Unterrichtseinheit der Einsatz von Computern sinnvoll, an welchen er als nicht sinnvoll erscheint. Diese Grenzen und Möglichkeiten des Computereinsatzes sollten sorgfältig nach vorher festgelegten didaktischen Kriterien geprüft werden.

Lesen und Schreiben in den Jahrgängen 5/6

Der Beirat würdigt das Vorhaben als ein wichtiges Entwicklungsprojekt, zu dem bereits gute Vorarbeiten vorliegen. Der Beirat empfiehlt eine Operationalisierung der methodischen Überlegungen in den Bereichen der Beobachtung und Analyse, um in objektivierbarer Weise Ergebnisse zu erhalten und zu dokumentieren. Das vorgenommene Arbeitspensum wird als sehr umfangreich eingeschätzt; vermutlich wird nicht das gesamte Programm realisierbar sein.

Individualisierung im Anfangsunterricht der Fremdsprachen (Englisch und Französisch)

Das gut beschriebene Programm wirft neue und wichtige Fragen auf, deren Beantwortung im FEP erprobt werden sollen. Der Schwerpunkt des Vorhabens liegt daher im Entwicklungsbereich. Die FEP-Gruppe hat sich ein sehr großes Arbeitsprogramm und vielfältige Produkte vorgenommen. Der Beirat empfiehlt, im kommenden FEP den Schwerpunkt auf den Bereich der Entwicklungsarbeit zu legen und in einem sich anschließenden Folge-FEP vor allem die Evaluationsperspektive in den Blick zu nehmen.

Forschungsbericht: Rahmencurriculum und Lehrplan des Erfahrungsbereiches Körpererziehung, Sport und Spiel an der Laborschule

Mit dem Rahmencurriculum und Lehrplan ist ein überzeugendes Produkt eines längeren Entwicklungsprozesses vorgelegt worden. Perspektivisch wäre in und durch die Praxis eine Konkretisierung und methodisch variantenreiche Ausgestaltung wünschenswert. Der Beirat empfiehlt, insbesondere qualitative Standards zu formulieren (anstelle von quantitativen Normen) so wie Standards für den Unterricht der Lehrerinnen und Lehrer. Aus Sicht des Beirates kommt es jetzt darauf an, die praktische Umsetzung der Vereinbarungen voranzutreiben und zu unterstützen. Dabei sollte u. a. auch darüber nachgedacht werden, ob sich Standards formulieren lassen, die den Hilfen und Anregungen bei der Gestaltung von Lernsituationen bieten.

TOP 1: Resümee des Beirats zu den Einzelprojekten FEP 2003-2005

Vor-Forschung zum Komplex Neue Medien an der Laborschule

Der Beirat begrüßt, dass der Themenbereich Neue Medien in die Forschung einbezogen worden ist. Es hat sich gezeigt, dass hier sehr ambitionierte Ziele formuliert wurden, die auch aufgrund personeller Fluktuationen im Zeitraum des FEP's nicht erreicht werden konnten. An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass durch ein FEP-Projekt nur dann eine konkrete Schulentwicklung angestoßen werden kann, wenn im Kollegium dafür eine entsprechende Unterstützung erreicht wird. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen schlägt der Beirat vor, medienbasierte Einzelbeispiele (kleine Module) zu entwickeln, die lernbereichsbezogene Zugänge verdeutlichen und ­ aufgrund der Unterrichtsnähe ­ Interesse im Kollegium finden.

Entwicklung und Erprobung eines medienbasierten Lernkonzepts

Der Beirat sieht in diesem Beispiel die gelungene Umsetzung eines Moduls und empfiehlt, dieses Projekt in der Schule zu implementieren. Es ist zu überlegen, ob solche Zugänge zu medienorientierten Lernprozessen auch an anderen Unterrichtsinhalten erprobt und auf andere Lernbereiche ausgeweitet werden könnten. Darüber hinaus ist dem Beirat deutlich geworden, dass die Diskrepanz zwischen unterschiedlicher Leistungsstärke auch durch die Nutzung von Medien nicht aufgehoben wird und deshalb weiter beachtet und bearbeitet werden sollte.

Stärkung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen bei Jungen

Der Beirat stellt erfreut fest, dass durch die Bearbeitung dieser Forschungsfrage auf die Evaluationsergebnisse der PISA-Studie sehr schnell mit einem Projekt der Schulentwicklung reagiert worden ist. Der Beirat würdigt die kreative Bearbeitung einer Problemstellung, die sowohl generelle wie auch laborschulspezifische Problemstellungen aufweist. Sowohl Leistungsentwicklung als auch Identitätsentwicklung bleiben wichtige Entwicklungsziele der Laborschularbeit und sollten deswegen auch im Fortsetzungs-FEP 2005­2007 weiterführend untersucht werden.

Beziehungen z. B. zur Absolventenstudie, zum Medienprojekt und zum FEP Lesen und Schreiben in den Jahrgängen 5/6 sollten weiter ausgebaut werden.

Evaluation und Revision des Rahmenthemenkonzepts Naturwissenschaft

Der Beirat begrüßt, dass hier ein differenziertes Modell zur Konkretisierung des Rahmenkonzeptes Naturwissenschaft entwickelt wird, in dem sowohl integrierte als auch fachspezifische Anteile miteinander verbunden werden. Besonders beeindruckt hat hier der erfahrungsorientierte Ansatz des naturwissenschaftlichen Lernens. Zum Teil ist die Integration mathematischer Inhalte bereits geleistet; dies soll als weitere Arbeitsperspektive auf jeden Fall aufrecht erhalten bleiben. Der Beirat empfiehlt für die weitere Arbeit, sich vergleichbare kompetenzorientierte Modelle anzuschauen und auf ihre Verwendbarkeit hin zu überprüfen.

Lesen und Schreiben in den Jahrgängen 5/6

Der Beirat hebt hervor, dass in diesem Projekt der Versuch gemacht wird, die Komplexität von Lern- und Unterrichtsprozessen durch die systematische Verbindung unterschiedlicher qualitativer und quantitativer Forschungsansätze zu bearbeiten. Damit wird erkennbar, wie sich in einem komplexen Design eine Methoden-Triangulation mit einer konkreten Unterrichtsentwicklung verbinden lässt. Der Beirat empfiehlt, im Fortsetzungs-FEP 2005-2007 die quantitativen Analysen stärker auf die didaktischen Fragestellungen anzuwenden.