Projektantrag Neue Medien

Der Beirat diskutiert den von Ulrich Bosse und Uta Zorn vorgestellten Projektantrag und kommt zu folgender Einschätzung: Es werde begrüßt, dass die Funktion der neuen Medien für den Unterricht im Sinne der pädagogischen Ziele der Laborschule in größerer Breite erprobt werde. Es werde allerdings empfohlen, die forschungsleitenden Interessen noch stärker aus den konkreten Bedingungen der Laborschule abzuleiten: Im Rahmen von Fallstudien sollten einzelne Aspekte der Mediennutzung im Unterrichtsalltag analysiert werden. Interessant sei zudem, die vorhandenen Kompetenzen von Schüler(innen) wie auch Lehrer(innen) zu nutzen, um anderen Schüler(innen)/Lehrer(innen) weitere Qualifikationen im Umgang mit Medien zu vermitteln.

A1 Absolventenstudien:

Der Beirat beurteilt die Struktur der vorgestellten (Fortsetzungs-) Forschung wie auch die vorgelegten Produkte (Impuls 39, Juventa-Buch von Beate Wischer) als überzeugend und ergebnisreich. Als sinnvoll werde auch die Erweiterung der quantitativen Forschungsperspektiven um Schülerinterviews empfunden. Besonders wichtig erscheinen vor allem für die nahe Zukunft weitere Formen der Verknüpfung von den Ergebnissen der Absolventenstudie mit den Befunden aus PISA-meets-Laborschule. Der Beirat ermuntert die Forschungsgruppe, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen.

B1 Ausgewählte Fragestellungen integrativer Pädagogik an der Laborschule

Der Beirat würdigt die, teilweise unter schwierigen Bedingungen erarbeiteten Ergebnisse des Projekts. Es sei empfehlenswert, Teilaspekte der Projektarbeit in Form von Aufsätzen zu veröffentlichen. So erscheine zum Beispiel eine Veröffentlichung des Planspiels Geld oder Leben als sinnvoll. Der Absatz Schlüsselqualifikationen solle allerdings überarbeitet werden. Die entsprechenden Anregungen dazu seien den Projektmitarbeiter(innen) im Ge2 spräch gegeben worden. Ebenfalls solle deutlich gemacht werden, inwiefern die berufsvorbereitenden Anteile des Planspiels in das Laborschulkonzept der Berufsvorbereitung einfließen können.

B2 Jahrgangsübergreifende Gruppen 3/4/5:

Der Beirat stellt fest, dass dieses Projekt wesentlich zur reformpädagogischen Weiterentwicklung der Laborschule beigetragen habe. Er ist erfreut, dass die Jahrgangsmischung insgesamt positive Ergebnisse zeige ­ und dass dies an einigen Beispielen eindrucksvoll gezeigt werden könne. Die Evaluation des Englischunterrichts wird vom Beirat ausdrücklich gewürdigt: Zum einen sei sie wichtig für die Außendarstellung, zum anderen stelle sie eine interessante Form der Evaluation dar, die als Anregung auch für andere EBs dienen könne.

Die geplante Evaluation des Mathematikunterrichts werde als wünschenswert angesehen.

Des weiteren wird hervorgehoben, dass es in diesem Projekt gelungen sei, einige noch recht junge Kolleginnen in die Forschungsarbeit mit einzubinden.

Die geplante Buchveröffentlichung wird sehr begrüßt. Der Endbericht solle gleich so abgefasst werden, dass er möglichst textgleich in das Buchmanuskript aufgenommen werden könne. Angeregt wird, dieses Buch in umfänglicher Weise mit Berichten über die real abgelaufenen Unterrichtsprozesse und Dokumenten aus dem Unterricht (z. B. Fotos, Arbeiten der Kinder) anzureichern.

B3 Förderung von Kindern mit besonderer Begabung

Der Beirat würdigt die Projektarbeit als wichtigen Beitrag zum Problemfeld Umgang mit Heterogenität. Im Projekt werde deutlich, wie in Kooperation mit Regelschulen ein tragfähiger Zusammenhang von Netzwerk-, Schul- und Unterrichtsentwicklung hergestellt werden könne. Besonders positiv sei die Entwicklung praktikabler diagnostischer Instrumente für eine Schule für alle. Der Beirat empfiehlt, darüber nachzudenken, wie eine stärkere Fokussierung auf spezifische Begabungsprofile und auf darauf bezogene Förderkonzepte umgesetzt werden könne. Darüber hinaus werde erwartet, dass in der geplanten Buchveröffentlichung auch die didaktisch-methodischen Zugänge deutlich gemacht würden, die bei der differenziellen Förderung als notwendig angesehen werden.

B4 Kunst im öffentlichen Raum:

Der Beirat beurteilt das Projekt sowie die vorgelegten Produkte als interessante und komplexe Darstellungen. Vor allem die vorgelegten Aufsätze machten deutlich, dass Partizipation nicht als Nebeneffekt einer Projektarbeit erwartet werden könne sondern dass das Prinzip als zentrales Anliegen des Projekts behandelt werden müsse und nur so erfüllt werden könne.

Zu betonen sei zudem die Wichtigkeit des musisch-ästhetischen Bereichs für die Allgemeinbildung. Gerade Kinder und Jugendliche, die in den so genannten Kernfächern nicht immer zu glänzenden Ergebnissen kämen, erhielten hier andere Möglichkeiten, sich selbst einzubringen und Selbstvertrauen zu gewinnen. Beide Perspektiven des Projektes ­ die Partizipati3

on der Lernenden und das musisch-ästhetische Lernen ­ sollten weiterverfolgt werden. Bezogen auf den entstandenen Katalog empfiehlt der Beirat zum besseren Verständnis des Produkts ein einführendes Kapitel mit Basisinformationen sowie die Formulierung von Kommentaren zu den Abbildungen. Erwartet werde zudem die Fertigstellung der Videoproduktion, die der Beirat als unverzichtbares Anschauungsmaterial ansieht.

B5 Bewegte Schule als Bestandteil des Schulprogramms

Der Beirat sieht das Projekt und das in diesem Zusammenhang entstandene Karteikartensystem als ein gelungenes Beispiel für die Integration von Bewegung in den täglichen Unterricht. Es solle im Sinne des Transfers überlegt werden, wie dieses Produkt sowohl in der Laborschule selber aber auch über die Schule hinaus stärkere Verbreitung finden könne. Möglich erscheine eine Veröffentlichung in Form einer Spielekartei oder auch einer CD-Rom, gegebenenfalls auch im Rahmen von learn:line. Wünschenswert sei zudem eine Ergänzung z. B. um Konzentrations-, Entspannungsübungen sowie rhythmische Übungen zur Verbesserung der (Recht-)Schreibleistung. Eine Umbenennung des Materials für die Veröffentlichung wird empfohlen. Als Vorschläge werden genannt: Bewegter Fachunterricht, Bewegung in Fachunterricht und Pause oder auch Lernen und Bewegen.

Literalität und Leistung:

Der Beirat hebt hervor, dass der Endbericht die Ergebnisse des FEP-Projekts auf einem hohen inhaltlichen und methodischen Niveau beschreibe. Die zugrunde gelegte didaktische Theorie (das Dreieck aus Individuum, Gruppe und Sache) habe sich als sehr tragfähig erwiesen. Insbesondere die Lernberichte würden zeigen, welche Ergebnisse auf der Grundlage einer solchen, am Gleichgewicht zwischen Individuum, Gruppe und Sache orientierten Didaktik erreicht werden könnten.

Die einzelnen Kapitel des vorgelegten Manuskripts seien durchweg von hervorragender sprachlicher Qualität, unterscheiden sich jedoch in ihrem Verhältnis von Praxisbericht und Analyse. Der Beirat empfiehlt eine Angleichung dieser Differenz besonders im Baustein 5.

Das Abschlusskapitel wird als sehr gelungene Zusammenfassung des Projekts beurteilt. Zur Veröffentlichung solle dieser zusammenfassende Charakter deutlicher gemacht werden. Das Abschlusskapitel könne aus Sicht des Beirats in veränderter Form eventuell auch an den Anfang einer Veröffentlichung gestellt werden. Die Ergebnisse des Endberichts sollten unbedingt veröffentlicht werden, dabei sei eine Kürzung unumgänglich.

C2 Leistung anders: Begleiten ­ Zeigen ­Sehen : Veränderte Anforderungen an Unterricht

Der Beirat würdigt den Versuch, den komplexen Leistungsbegriff der Laborschule in differenzierter Form systematisch darzustellen. Das sowohl von der Zielsetzung wie auch von der Beteilung her anspruchsvolle und umfassende Projekt werde im Sinne einer breiten Anforschung verstanden.