Erziehung

Ergebnisse die mit ihnen organisierte Forschungsarbeit erbracht hat,

- welcher (theoretisch und / oder praktisch ausweisbare) Grad an Originalität und innovativem Potential diesen Ergebnissen zukommt,

- in welcher Frequenz diese Produkte vorliegen,

- an welchen Orten und in welchen Medien sie publiziert wurden,

- wie sie innerhalb der erziehungswissenschaftlich-theoretischen und pädagogisch-praktischen Referenzräume rezipiert und bewertet wurden und ob sie die intendierten Referenzräume erreicht haben, sowie

- ob und, wenn ja, wie sie pädagogische Praxis lokal und überregional verändert haben.

(4) Selbstbeobachtung, Eigen-Evaluation Forschung ist ein selbstreflexiver Prozess, prinzipiell unabgeschlossen, nur an den Zäsuren zu diskutieren, die als Interpunktion im Prozess vorliegen, also in den Produkten der Arbeit wie in der metatheoretischen Reflexion der eigenen Produktion. Formen der Selbstbeobachtung und der Eigen-Evaluation gehören deshalb zu jedem Forschungsprozess, schon weil man die Fehler nicht wiederholen sollte, mit denen ­ unvermeidlich ­ die eigene Arbeit im Prozess belastet ist. Die Kommission hat deshalb danach gefragt, welche Normen, Organisationsformen und Praktiken der Selbstbeobachtung, -bewertung und -kontrolle in der WE Laborschule institutionalisiert sind. Im Einzelnen haben wir

- nach der Existenz solcher Mechanismen gefragt,

- ihre Arbeitsweise und die Gütekriterien dieser Arbeit zu rekonstruieren versucht,

- sowohl in der sozialen Dimension als auch in der theoretischen nach Mechanismen gesucht, die Konsequenzen und Weiterentwicklungen artikulieren, also z. B. andere Muster der Rekrutierung von Personen anwenden oder die grundlegende Philosophie der eigenen Arbeit problematisieren,

- auch die Muster der Kooperation mit der Laborschule, mit der Universität und mit der Erziehungswissenschaft als Disziplin in den Blick genommen.

3. Auftrag und Struktur der Wissenschaftlichen Einrichtung Laborschule

Die Wissenschaftliche Einrichtung (WE) Laborschule Bielefeld ist in verschiedener Hinsicht singulär. Sie ist durch dichotome Merkmale gekennzeichnet.

· Als eine wissenschaftliche Einrichtung ist sie seit 1990 aus der Laborschule ausgegliedert und ein eigenständiges Institut in der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld. Sie ist in den Räumen der Universität lokalisiert, hat einen eigenen Etat und verfügt über eine hinreichende sachliche Ausstattung. Es sind drei wissenschaftliche Mitarbeiter/innen in der WE beschäftigt, die unter wissenschaftlicher Leitung stehen (s. u.). Damit ist sie vergleichbar mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen einer Universität und muss daher auch mit universitären Maßstäben hinsichtlich der Qualität und Quantität der Forschungsleistungen gemessen werden.

· Andererseits ist sie, anders als andere wissenschaftliche Einrichtungen an Universitäten, in ihrem Auftrag und hinsichtlich der Adressaten und Kooperationspartner in spezieller Weise festgelegt: Der Adressat, auf den sich der Forschungsauftrag bezieht, und der zugleich Kooperationspartner der WE ist, ist die Laborschule Bielefeld. Dieses ebenso spezifische wie komplexe (und, den Forschungszusammenhang betreffend, auch ungewöhnliche und nicht unproblematische) enge Wechselverhältnis zwischen der WE und Laborschule kann nur vor dem Hintergrund ihrer Geschichte verstanden werden. In ihr haben sich die formale Struktur der Beziehungen und das spezifische Forschungskonzept, die Forschungsmethodologie und nicht zuletzt die Art und Weise, wie Forschungsfragestellungen generiert werden, in der aktuellen Form entwickelt.

Aufbau der WE Laborschule ­ Vernetzung zwischen Universität und Laborschule

Bis zum Ende der 1980er Jahre waren die Aufgaben und Funktionen der heutigen WE ein integraler Bestandteil der Laborschule Bielefeld. Der Versuchsschule Laborschule Bielefeld lag das Konzept zugrunde, dass die Lehrer/innen nicht allein Unterrichtende sein sollten, sondern gleichzeitig ihren Unterricht auch kritisch zu analysieren und zu be-forschen hatten. Den Lehrkräften kam somit eine Doppelfunktion zu: Sie waren gleichzeitig Lehrer/innen und Forscher/innen. Alle Lehrkräfte erhielten deshalb ein ermäßigtes Unterrichtsdeputat, das mit dem Auftrag verknüpft war, sich an der Erforschung der eigenen Praxis zu beteiligen. Der methodische Ansatz war der Aktionsforschung zuzurechnen. Dieser integrale Forschungsansatz wurde 1990 auf der Basis der bis dato gemachten Erfahrungen nicht ganz konfliktfrei - aufgegeben. Stattdessen wurde eine eigenständige Wissenschaftliche Einrichtung konstituiert, die als ein eigenes Institut an der Universität Bielefeld angesiedelt wurde. Der Personalbestand der WE Laborschule umfasst drei Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen und zwei Stellen für das Sekretariat.

Die WE wird durch einen Vorstand des Instituts WE repräsentiert, dem die Professoren der Fakultät für Pädagogik angehören, die mit der Laborschule verbunden sind. Derzeit gehören dem Vorstand an: Prof. Dr. Sabine Andresen (Allgemeine Pädagogik), Prof. Dr. Dagmar Hänsel (Grundschulpädagogik und Sonderpädagogik), Prof. Dr. Eiko Jürgens (Schulpädagogik), Prof. Dr. Josef Keuffer (Pädagogik, zugleich Leiter des Oberstufenkollegs), Prof. Dr. Uwe Sander (Medienpädagogik), Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann (Schulpädagogik), Prof. Dr. Dieter Timmermann (Bildungsökonomie, zugleich Rektor der Universität). Aus dem Vorstand des Instituts wird für 5 Jahre der Geschäftsführende Direktor der WE gewählt (seit 1994 Prof. Dr. K.-J. Tillmann), der gleichzeitig der Wissenschaftliche Leiter der WE ist. Der WE gehören drei wissenschaftliche Mitarbeiter an, die (frühere) Lehrer/innen der Laborschule sein, aber auch von außerhalb kommen können. Eine formale Verknüpfung zwischen den beiden Einrichtungen

­ WE und Laborschule ­ wird durch eine Gemeinsame Leitung (GL) hergestellt, der je vier Vertreter der Laborschule und vier Vertreter des Vorstandes der WE angehören. Derzeit gehören als Vertreterinnen der Schule der GL an: Prof.