Grundschule

Dr. Susanne Thurn (Schulleiterin), Nicole Damnitz (Lehrerin), Annelie Wachtendorf (Lehrerin), Gabriele Ruhl (Eltern). Die Vertreter/innen der WE bei der GL sind: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann (Wiss. Leiter), Prof. Dr. Sabine Andresen, Prof. Dr. Uwe Sander und Marlene Schütte.

Daneben wird die Arbeit der Laborschule begleitet durch einen Wissenschaftlichen Beirat, dem (mit Stimme) Professoren angehören, die überwiegend nicht Mitglieder der Universität sind, sowie (ohne Stimmrecht) Vertreter des Ministeriums, der Schulaufsicht etc. Dem Wissenschaftlichen Beirat (mit Stimmrecht) gehören aktuell an: Prof. Dr. Ariane Garlichs (Universität Kassel, Vorsitzende), Prof. Dr. Wolfgang Klafki (Universität Marburg), Prof. Dr. Hilbert Meyer (Universität Oldenburg), Prof. Dr. Wilhelm Schipper (Universität Bielefeld, Fakultät für Mathematik), Dr. Heinz Schirp, Landesinstitut für Schule, Soest). Dem Wissenschaftlichen Beirat ohne Stimmrecht gehören an: Gerhard Orth und Ulrich Thünken als Vertreter des Schulministeriums, ein Vertreter des Wissenschaftsministeriums, Dieter Spichal als Vertreter der Schulaufsicht, Prof. Dr. Susanne Thurn als Schulleiterin, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann als wiss. Leiter. Der wissenschaftliche Beirat, der einmal jährlich zusammentritt, begutachtet die Forschungsanträge, die von den Lehrer/innen in Kooperation mit den Mitgliedern der WE gestellt werden, sowie die Abschlussberichte zu den Forschungsprojekten.

Man kann somit festhalten, dass die WE durch ein vielschichtiges Geflecht einerseits mit der Universität Bielefeld (und anderen Hochschulen sowie mit Personen außeruniversitärer Einrichtungen), aber gleichzeitig auch mit der Laborschule verknüpft ist. Es handelt sich um eine Struktur, die zum einen die inhaltlichen Beziehungen zwischen den beiden Einrichtungen auch formal regeln soll, aber auch eine Kontrolle von Inhalt und Qualität der Forschungsfragestellungen und der Forschungsergebnisse sicherstellen soll. Aus der Perspektive der Evaluationskommission kann man gleichzeitig festhalten, dass der Beirat hochrangig besetzt ist, dass aber die Disziplinen, die inneruniversitär für den Vorstand der WE Laborschule rekrutiert werden, das Spektrum der relevanten Fächer nur eingeschränkt repräsentieren.

Forschungsfragen, Forschungskonzepte, Forschungsmethodologie

Der Gegenstand der Forschung der WE ist ausschließlich auf Fragestellungen, die in der Laborschule generiert werden, bezogen. Dadurch ist die WE in allen Phasen ihrer Arbeit auf eine enge Kooperation mit den Vertretern der Laborschule angewiesen. Gegen die Interessen bzw. den Widerstand der Mitarbeiter/innen der Laborschule wäre eine konstruktive Forschung ebenso wenig möglich wie eine forschungsorientierte Reformpraxis. Auf der anderen Seite ist auch die Laborschule auf eine enge Kooperation mit der WE systematisch angewiesen, weil ansonsten ihr Charakter und ihre Existenz als Versuchsschule gefährdet wäre. Denn auch von den Ergebnissen der Forschungsprojekte ist die inhaltliche Legitimation und letztlich die Weiterexistenz der Laborschule als schulpädagogischer Experimental- und Entwicklungsraum abhängig. Diese enge Wechselbeziehung zwischen den hauptamtlich Forschenden (WE) und den Forschungspartnern (Laborschule) hat Auswirkungen auf den Gegenstand und den Prozess der Forschung sowie auf die Forschungs-Methodologie. Aufgrund der spezifischen Geschichte des Verhältnisses von Laborschule und WE, aber auch aufgrund des Selbstverständnisses, das dieser Beziehung zugrunde liegt, können zwei miteinander verbundene Merkmale bis heute als kennzeichnend für die Forschung genannt werden: (1) die Bottom-up-Forschung und (2) das Lehrer-Forscher-Modell:

(1)Bottom-up-Forschung

Die Forschungsfragestellungen werden in der Regel aus Fragen bzw. Problemen der Alltagspraxis der Laborschule und/oder ihres spezifischen Auftrags und Selbstverständnisses, als Versuchsschule auch neue pädagogische Konzepte zu erproben und zu evaluieren, generiert. Aufgrund dieser Reform-Erwartungen sind Projekte entstanden zur Jahrgangsmischung ­ jetzt auch in den Jahrgangsstufen 3, 4 und 5 ­, zum Fremdsprachenunterricht in der Grundschule, zum geschlechterbewussten Unterricht etc. Forschungsprojekte, die eher aus konkreten pädagogischen Problemen entstanden sind, beziehen sich auf z. B. die Frühförderung im Mathematikunterricht und auf die Jungenförderung.

Folgendes Verfahren wird bei der Entwicklung von und Entscheidung über Themen praktiziert:

· Auftretende pädagogischen Fragestellungen und Probleme werden von Einzelnen oder von Gruppen aus der Laborschule mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern der WE diskutiert.

· Sofern sich eine Arbeitsgruppe zusammenschließt, die sich diesen Fragen systematisch zuwenden will, werden die aus der Praxis der Schularbeit kommenden Themen und Probleme zu Forschungsfragestellungen spezifiziert.

· Es wird ein Antrag zur Förderung der Forschungsfragen ausgearbeitet und nach der Kommunikation in der WE an die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates gerichtet.

· Der wissenschaftliche Beirat prüft die Qualität der vorgelegten Anträge; sie werden anschließend genehmigt, zur Überarbeitung zurückgegeben oder auch zurückgewiesen.

In der Regel arbeiten mehrere Kolleg/innen der Laborschule gemeinsam an einer Forschungsfragestellung; wissenschaftliche Mitarbeiter/innen der WE unterstützen sie dabei. Die Anträge können zu einem festgelegten Zeitpunkt einmal jährlich gestellt werden. Die Dauer der Forschungsvorhaben beträgt in der Regel zwei Jahre, danach muss gegebenenfalls eine Weitergenehmigung beantragt werden.

Die an den Projekten beteiligten Lehrkräfte erhalten eine Stundenermäßigung; es werden daneben weitere Ressourcen zur Verfügung gestellt, wie z. B. studentische Hilfskräfte. Insgesamt stehen Ressourcen in Höhe von fünf Stellen (Stundenpool 90 Stunden pro Woche) und Sachmittel zur Verfügung. In den Jahren 1999 bis 2005 haben sich 63 (von 85) Lehrkräften an den Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt. Die Projekte sollen nach zwei Jahren zu einem Abschluss gebracht werden. Ihre Ergebnisse werden vom wissenschaftlichen Beirat begutachtet. Nach Beendigung der Forschung muss ein Projektbericht verfasst werden, der wiederum vom wissenschaftlichen Beirat geprüft und bewertet wird.

(2) Lehrer-Forscher-Modell

Dem Forschungskonzept liegt das Lehrer-Forscher-Modell zugrunde (teacher research). Nach diesem Modell sind die Lehrer/innen der Laborschule nicht nur Unterrichtende, sondern (sofern ihre Forschungsanträge genehmigt worden sind) gleichzeitig auch Forschende zu den von ihnen aufgeworfenen Fragestellungen.