Erziehung

­ nicht umgesetzt werden. Diese Frage ist wichtiger als eine erneute Dokumentation der Tatsache, dass man in Einzelschulen des Regelsystems, die von vornherein über eine reformorientierte Binnenkultur verfügen, stärker rezipiert wird als in solchen Einzelschulen, in denen dies nicht der Fall ist.

Die Resonanz der WE Laborschule innerhalb der Erziehungswissenschaft und der Fachdidaktiken

Die Mitglieder der WE Laborschule, aber auch die Leitung sowie der Wissenschaftliche Beirat sind innerhalb der auf Schulentwicklung, allgemeine und Fachdidaktik bezogenen Teilkulturen der Erziehungswissenschaft sehr gut vernetzt, so dass z. B. in Publikationen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung ­ seien diese nun fachübergreifend oder fachbezogen ­ vielfach Projekte, Konzepte und Praxisbeispiele aus der Laborschule vorgestellt werden. Die WE Laborschule verfügt über eigene Publikationsmöglichkeiten und -kanäle, so dass innerhalb der reformorientierten Lehrerschaft und auch innerhalb des Milieus reformorientierter Erziehungswissenschaftler (insbesondere Schulpädagogen und Fachdidaktiker) ein sehr hoher Bekanntheitsgrad der Laborschularbeit und auch der Laborschulforschung verzeichnet werden kann. Dies wurde auch durch eine enge Kooperation mit der Kommission Schulpädagogik/Didaktik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft erreicht.

Die WE Laborschule kann und sollte ihre Resonanz innerhalb der Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung dadurch steigern, dass sie auf theoretischmethodologischer Ebene das Konzept der Lehrerforschung weiter klärt und auch systematisch mit der entsprechenden internationalen Entwicklung um teacher research verknüpft. Zu diesem Thema sollten auch Publikationsmöglichkeiten in dezidiert forschungsorientierten nationalen und internationalen wissenschaftlichen Journalen gesucht und gefunden werden. Hierdurch kann demonstriert werden, dass empirische Schul- und Unterrichtsforschung bzw. Bildungsforschung national wie international generell keineswegs z. B. einem nur psychometrischexperimentellen Einheitsmodell oder dem Muster von large-scale assessments folgen. Dieser Anspruch und die entsprechende Praxis sollten selbstbewusst innerhalb der Debatte um die Ausrichtung bzw. Pluralität von Bildungsforschung erhoben und durchgesetzt werden. Das bedeutet, dass man die etablierten Publikationswege der reformorientierten Schulpädagogik / Schulentwicklungsforschung und die Kontexte, in denen man bereits jetzt eine sehr große positive Resonanz findet, gezielt überschreitet und auf diese Weise vor einem erweiterten wissenschaftlichen Publikum seine Arbeit vertritt. Eine solche Entwicklung könnte dadurch unterstützt werden, dass man für den wissenschaftlichen Beirats, in dem teilweise ein Generationenwechsel ansteht, einen ausgewiesenen Vertreter von teacher research aus dem Ausland gewinnt.

Wie bereits erwähnt, sieht sich die WE Laborschule als Forschungseinrichtung der Universität Bielefeld, die zwischen Universität und Laborschule platziert ist, komplexen und z. T. widersprüchlichen Erwartungen und Ansprüchen ausgesetzt.

Um ihre Resonanz innerhalb der erziehungswissenschaftlichen Fachdiskussion zu erhöhen, sollte sich die WE auch um die Einwerbung drittmittelgeförderter Forschungsprojekte bemühen. Die erfolgreichen Bemühungen der Erziehungswissenschaftler der Universitäten Bielefeld und Dortmund im Rahmen der ersten Runde der Exzellenzinitiative (Stichwort: capabilities) sollten ein Umfeld bieten, in dem auch und gerade Forschungsmöglichkeiten der WE Laborschule bzw. der Laborschule selbst genutzt werden können.

Nach Auffassung der Evaluationskommission ist der Einfluss der WE Laborschule auf die erziehungswissenschaftliche Debatte in Deutschland stark und sehr deutlich zu erkennen; verantwortlich hierfür ist die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Erziehungswissenschaft in der Universität Bielefeld, der WE Laborschule und der Laborschule. Hinsichtlich der Auswirkungen auf den fachdidaktischen wissenschaftlichen Diskurs kann ein solcher Einfluss dagegen nicht verzeichnet werden. Dies ist schon im Bereich der vor Ort eigentlich nahe liegenden Kooperation der Laborschule mit den Fachdidaktiken der Universität Bielefeld schmerzlich festzustellen ­ mit der Konsequenz, dass breitere Resonanzen im wissenschaftlichen Diskurs der Fachdidaktiken nicht recht zu erkennen sind. Auch hier ist von Seiten der WE Laborschule, aber auch von Seiten der Universität Bielefeld eine engere Kooperation dringend anzustreben. Entsprechende Anreizsysteme im Rahmen der kriterienorientierten Mittelvergabe könnten solche Entwicklungen beschleunigen.