Chancen durch E-Mobilität in Großstädten Nordrhein-Westfalens

Mit dem Projekt werden in Köln Erfahrungen mit Moderner Mobilität in einer Großstadt eingeholt und Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr erprobt. Sie liefert weitere Erkenntnisse darüber, wie die vielfältigen Anforderungen an die Menschen und die Mobilität auch in Zukunft erfüllt und verbessert werden können, ohne die Lebensqualität oder die natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden. Darüber hinaus soll die Aufenthaltsqualität in Großstädten verbessert werden.

1. Welche Schritte wird die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen unternehmen, um eine Infrastruktur für Elektromobilität und innovative Projekte wie in Köln und Nordrhein-Westfalen zu fördern?

Das Projekt ist eines von acht Projekten innerhalb der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr und wird aus Mitteln des Bundesverkehrsministeriums (BMVBS) gefördert (Projektvolumen 15,2 Mio., Förderung: 7,5 Mio.). In fünf dieser acht Modellregionsprojekte fördert BMVBS auch die Errichtung von Infrastruktur (Ladesäulen).

Die Landesregierung beabsichtigt keine Förderung einer Infrastruktur für Elektromobilität (Errichtung von Ladesäulen).

Um innovative Projekte wie in Köln und Nordrhein-Westfalen zu fördern, hat die Landesregierung den Innovationswettbewerb ausgeschrieben. Nach dem ersten Wettbewerb in 2009 wurde eine zweite Runde zwischen Dezember 2010 und April 2011 durchgeführt. Ob im Rahmen dieses Wettbewerbs tatsächlich Projekte aus Köln gefördert werden, hängt von der Empfehlung der unabhängigen Wettbewerbsjury ab. Die Jurysitzung ist für Ende Juni 2011 geplant.

2. Welche Unterstützung plant die Landesregierung hinsichtlich einer intensiven Förderung zur Schaffung eines Netzwerks von Batteriewechsel- und Ladestationen in Köln, bzw. Nordrhein-Westfalen?

Der Aufbau von Ladeinfrastruktur ist ein Schwerpunkt in den Projekten der Modellregion Rhein-Ruhr: In insgesamt fünf der acht Projekte wird Ladeinfrastruktur aufgebaut. Das Projekt Stromschnelle mit dem Konsortialführer RWE plant z. B. den Aufbau von ca. 300 öffentlich zugänglichen Ladepunkten im Großraum Ruhrgebiet. Ein weiterer Aufbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur soll nach Aussage verschiedener Energieversorger nur bedarfsgerecht gestaltet werden, d.h. in Abhängigkeit von der Anzahl der betriebenen Elektrofahrzeuge.

Das Thema Batteriewechselstationen zur Verlängerung der Reichweite bei Elektrofahrzeugen wird von der Firma Better Place vermarktet. Aktuelle Kooperationspartner sind die Staaten Israel und Dänemark. Wenn ein solches Projekt erfolgreich sein soll, ist es zwingend erforderlich Fahrzeughersteller mit in die Entwicklung einzubinden. Alle deutschen Hersteller sehen von einem Batteriewechselkonzept bisher jedoch ab. Der einzige Automobilhersteller, der sich aktuell mit diesem Konzept beschäftigt ist Renault. Renault ist Partner in der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr. Aber auch Renault verzichtet in Deutschland auf den Aufbau von Batteriewechselstationen, da es in Deutschland aktuell keine Aussichten auf Erfolg gibt.

3. Wie beurteilt die Landesregierung die Bedeutung von E-Mobilität für Großstadtverkehre wie Innenstadtfahrten, Transporte zum Kunden oder für die individuelle Freizeitgestaltung?

Elektromobilität ist nach den Erfahrungen aus den Modellregionsprojekten sehr gut für den urbanen Verkehr geeignet. Gerade die gewerbliche Nutzung im innerstädtischen Verteilerverkehr kann schon heute von vorhandenen elektrisch betriebenen Fahrzeugen, wie z.B. dem Ford Transit EV in Köln, bewältigt werden. Daher werden diese Treiber der Elektromobilität auch weiterhin gestärkt. In den aktuellen Planungen zur Fortführung der Modellregion Rhein-Ruhr sind diese Nutzer besonders im Fokus. Außerdem sind auch der elektrifizierte ÖPNV und moderne intermodale Verkehrskonzepte, wie Carsharing, Schwerpunkte in einer weiteren Projektphase.

In Köln setzt der Paketdienstleister UPS seit einigen Jahren in der Innenstadt Lastenräder ein. Es ist also durchaus vorstellbar, dass zukünftig Paketdienstleister auch Lasten-Pedelecs und -E-Bikes einsetzen werden, um den Zeitvorteil gegenüber dem KFZ bei der Belieferung der Kunden ausschöpfen zu können.

Aufgrund höherer erreichbarer Durchschnittsgeschwindigkeiten im Vergleich zum Fahrrad können mit Pedelecs und E-Bikes größere Entfernungen zurückgelegt werden. Dadurch besteht auch die Chance einer Verlagerung der individuellen Mobilität vom Auto auf ein zweirädriges Elektrofahrzeug.

Bei der individuellen Freizeitgestaltung werden insb. Pedelecs / E-Bikes wichtige Impulse setzen. Damit werden z. B. Mittelgebirgslandschaften auch für körperlich weniger leistungsfähige Menschen mit dem Rad erfahrbar.

4. Mit welchen konkreten Maßnahmen wird die Landesregierung die Förderung von E-Mobilität in Köln unterstützen?

5. In welcher Höhe stehen konkret Mittel für die finanzielle Förderung bereit?

Die Landesregierung unterstützt die Förderung von E-Mobilität im Raum Köln nicht zuletzt durch die Projektleitstelle Elektromobilität. Die Projektleitstelle unterstützt Projektkonsortien bei der Antragstellung von Elektromobilitätsprojekten beim Bund und der EU.

Die Projektleitstelle wird zu je 50% vom Bund und vom Land finanziert. Die Landesregierung stellt für die Projektleitstelle in den Jahren 2010 bis 2011 bis zu 154.408,50 aus Ziel-2 Mitteln bereit.

Im Rahmen des Wettbewerbs (2009) werden in zwanzig Verbundprojekten insgesamt 73 Projektpartner gefördert. Davon kommt ein Projektpartner aus Köln. Er erhält eine Förderung von insg. 300 Tsd..

Im aktuellen zweiten Aufruf (2010) sind bis zum Ende der Einreichfrist am 7. April 2011 insgesamt 35 Projektskizzen mit 137 Projektpartnern eingereicht worden. Von diesen kommen zehn aus Köln. In zwei Verbünden sind Kölner Akteure Federführer.

Inwieweit die Projekte mit Beteiligungen aus Köln tatsächlich gefördert werden, hängt von der Entscheidung der unabhängigen Jury Ende Juni 2011 ab. Für den Wettbewerb steht ein Fördermittel-Budget von insgesamt 30 Mio. bereit.