Das längere gemeinsame Lernen ­ von der Klasse 1 bis 10?

Im Rahmen des Schulversuchs längeres gemeinsames Lernen werden Kooperationen von verschiedenen Schulformen gefördert und untersucht.

Dazu gehört auch die Kooperation zwischen der Primar- und der Sekundarstufe I.

Der Vorstoß der Gemeinde Aldenhoven, nicht nur eine Kooperation zwischen den beiden Stufen einzugehen, sondern die beiden Stufen in einer gemeinsamen Schule anzubieten, zeigt den Wunsch die Schülerinnen und Schüler an einem Ort zu unterrichten.

1. In welchem Maße kann die Gemeinschaftsschule ein längeres gemeinsames Lernen in der Klasse 1 ­ 10 rechtlich ermöglichen?

Nach den geltenden rechtlichen Vorgaben ist dies derzeit nur im Rahmen eines Schulversuchs möglich. Die Zentralen Eckpunkte für das Modellvorhaben Gemeinschaftsschule (Schulversuch gem. § 25 Abs. 1 und 4 sehen auch die Möglichkeit der Einbeziehung der Primarstufe vor. Dafür gelten grundsätzlich alle in den Zentralen Eckpunkten und im Leitfaden Längeres gemeinsames Lernen ­ Gemeinschaftsschule festgelegten Bedingungen.

2. Welche konkreten rechtlichen Möglichkeiten bestehen, das Aldenhover Modell im Rahmen des Schulversuches Gemeinschaftsschule auszugestalten?

Ein sog. Aldenhover Modell ist der Landesregierung bisher nicht bekannt. Daher können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zu den rechtlichen Möglichkeiten der Ausgestaltung eines solchen Modells gemacht werden.

3. Welche Unterschiede erwartet die Landesregierung zwischen einem Modell der Gemeinschaftsschule mit den Klassen 5 ­ 10 und einem Modell mit den Klassen 1 ­ 10?

Bisher liegt der Landesregierung kein Antrag eines Schulträgers auf Errichtung einer Gemeinschaftsschule unter Einbeziehung der Primarstufe vor. Unterschiede zur Gemeinschaftsschule der Sekundarstufe I wären bei der Umsetzung eines solchen Modells unter anderem hinsichtlich des pädagogischen Konzeptes, des Einsatzes von Lehrkräften und der Besetzung von Leitungsstellen zu erwarten.

4. Wann ist ein Gesetzgebungsverfahren für die Gemeinschaftsschule vorgesehen?

5. Werden im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens beide Möglichkeiten (Klassen 5 ­ 10 und Klassen 1 ­ 10) vorgesehen?

Die Fragen 4 und 5 werden zusammen beantwortet.

Seit September 2010 arbeiten in der Bildungskonferenz Vertreterinnen und Vertreter von 50

Verbänden, Institutionen und Parteien aus dem Schulleben an Vorschlägen zur Weiterentwicklung des Schulsystems in Nordrhein-Westfalen. Mit den nunmehr vorliegenden Empfehlungen der Bildungskonferenz soll ein Schulkonsens für den parlamentarischen Raum vorbereitet werden. Wann und mit welchen konkreten Ergebnissen es zu einem Gesetzgebungsverfahren kommt, bleibt abzuwarten.