Wie sollen so in Köln mehr Kinder Schwimmen lernen?

Die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Ute Schäfer, hat sich Anfang April auf einer Tagung des Landesrates der DRK-Wasserwacht in Düsseldorf besorgt über die Tatsache geäußert, dass etwa 20% der elfjährigen Kinder noch nicht sicher schwimmen könnten. Demzufolge kündigte sie entsprechende Maßnahmen an, die diese nicht hinnehmbare Situation verbessern werden. Unter anderem sei im Haushalt 2011 eine Verdoppelung der Landesmittel für eine gemeinsame Initiative der Landesregierung und elf weiterer Verbände vorgesehen. Zusätzlich würden die Kommunen mit einer jährlichen Pauschale von 50 Millionen Euro unterstützt.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich insbesondere in der Stadt Köln Schließungen von Bädern anbahnen. So sieht der Bäderzielplan der Stadt Köln vor, den Betrieb der Bäder in den Stadtteilen Weiden und Nippes zum 10.02.2012 einzustellen. Überraschenderweise wird in eben diesem Bäderzielplan gleichzeitig eine Erhöhung der Wasserfläche für die gesamte Stadt angestrebt. Zusätzlich für Unverständnis auf Seiten der Bevölkerung sorgt die geplante Schließung der genannten Bäder auch vor dem Hintergrund des z. B. gegenüber den Städten Frankfurt/M. oder München unterdurchschnittlichen Angebots an Schwimmwasserfläche pro Einwohner und der daher geringeren Lebensqualität.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Inwieweit sind der Landesregierung die Pläne der Stadt Köln zur Bäderschließung bekannt?

2. Wenn ja ­ inwieweit teilt die Landesregierung die Auffassung betroffener Schulen, Ortsgruppen, Bürgervereine und des Bürgernetzwerkes Köln-West, dass die Schließung zu einer erheblichen Minderung der Schwimmqualität für Kinder, Jugendliche und Seniorinnen und Senioren führt?

3. Inwieweit ist der Landesregierung bekannt, dass das Bad in Weiden in ein Schulzentrum mit 1.300 Schülerinnen und Schülern integriert ist, mit direkten und fußläufigen Wegen zum Schwimmbad?

4. Liegt es in der Logik der von der Ministerin vorgesehenen Landesmittel, direkt erreichbare Schwimmbäder zu schließen, um die Kinder in entfernte Schwimmbäder zu transportieren?

5. Inwieweit ist der Landesregierung bekannt, dass die beabsichtigten Bäderschließungen zu erheblichen Mehrkosten im Bereich des Schülertransportes führen?