Förderung eines Bundesstützpunktes Rugby Frauen in Köln

Das Internationale Olympische Komitee hat sich dafür entschieden, die Sportart Rugby ab den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro wieder zur olympischen Disziplin zu machen.

Auch die Deutsche Rugby Nationalmannschaft der Frauen wird an diesem Ereignis teilnehmen. Frauenrugby wird in Köln durch den ASV Köln in der ersten Bundesliga erfolgreich repräsentiert. Anlagen stehen in den Sportparks in Köln-Müngersdorf und dem Rugby-Park in Köln-Klettenberg zur Verfügung. Gleichzeitig existiert bereits ein Olympiastützpunkt zur Unterstützung der Kaderathleten und die Deutsche Sporthochschule Köln rundet das Umfeld ab. Die Ansiedlung eines Bundesstützpunktes für Rugby in Köln könnte auf Grund dessen von wissenschaftlicher Seite hervorragend begleitet werden und somit als wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 und darüber hinaus angesehen werden.

Vorbemerkung der Landesregierung:

Die Förderung des Sports ist in der Verfassung Nordrhein-Westfalens seit 1992 verankert.

Dieses Ziel umfasst den Breiten- und Gesundheitssport, den Schul- und Hochschulsport, den Behindertensport sowie den Leistungs- und Spitzensport gleichermaßen.

Generell gelten die Grundsätze der Autonomie des Sports, der Subsidiarität und der Kooperation zwischen dem organisierten Sport und dem Staat. Grundlage für eine Förderung des Leistungssports sind für die Landesregierung die Konzepte des DOSB und der Spitzenverbände, die im freien Sport für die Steuerung des Spitzensports verantwortlich sind. Von besonderer Bedeutung sind außerdem die Regionalkonzepte in den olympischen Schwerpunktsportarten in Nordrhein-Westfalen und die Leistungssportstrukturpläne der Verbände.

1. Wie schätzt die Landesregierung die Konkurrenzsituation des Standortes Köln bezüglich eines Bundesstützpunktes Rugby Frauen gegenüber möglichen Alternativen wie Heidelberg, Hannover oder Berlin ein?

Bundesstützpunkte sind für die Spitzenverbände das zentrale und integrative Element der Spitzensportförderung. Durch Bundesstützpunkte und Bundesstützpunkte-Nachwuchs werden Trainingsstätten für das Hochleistungstraining in entsprechender Ausstattung und in dem zeitlich notwendigen Umfang zur Verfügung gestellt. Sie gewährleisten damit ein tägliches, regelmäßiges regionales und/oder ein zentrales Training der Kaderbereiche A/B bis D/C und eröffnen somit den Spitzenverbänden Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Trainingsprozess im Sinne einer übergreifenden Steuerung.

Grundsätzlich unterstützt die Landesregierung die Einrichtung von Bundesstützpunkten in Nordrhein-Westfalen. Inwieweit eine Konkurrenzsituation mit anderen Standorten besteht, vermag die Landesregierung im Hinblick auf das gängige Verfahren zur Anerkennung von Bundesstützpunkten nicht zu bewerten.

2. Mit welchen Maßnahmen fördert die Landesregierung die Vorbereitung im Jahr 2011 zur Einrichtung eines Bundesstützpunktes Rugby in Köln in 2013?

3. Welche finanziellen Mittel stehen von Seiten der Landesregierung für die Förderung eines Bundesstützpunktes Rugby in Köln in den nächsten 6 Monaten bereit?

Da es sich bei den Bundesstützpunkten um Einrichtungen der Spitzenverbände handelt ist für Förderfragen das Bundesinnenministerium zuständig. Die Landesregierung wird gemeinsam mit den Partnern Landessportbund NRW, Sportstiftung NRW und den Olympiastützpunkten NRW mit dem Rugby-Verband NRW Gespräche führen, um Möglichkeiten einer Unterstützung der Sportart in Nordrhein-Westfalen zu erörtern.

Die Zuschüsse an die einzelnen Landesfachverbände werden über den Landessportbund NRW auf Grundlage der Bewertung nach der LA-L-Rahmenkonzeption, die eine bundesweit vergleichbare Bewertung des Leistungsstandes der Athletinnen und Athleten der Fachverbände nach einheitlichen Kriterien zum Ziel hat, bewilligt und ausbezahlt. Dies gilt auch für die Sportart Rugby.

4. Inwiefern wird Rugby im schulischen Bereich als Förderinstrument für den bilingualen Unterricht, für die Gewaltprävention und Integration gesehen?

Das Rugbyspielen wird als Förderinstrument für den bilingualen Unterricht, für die Gewaltprävention und die Integration zwar nicht gezielt eingesetzt. In den Rahmenvorgaben für den Schulsport bzw. in den Lehrplänen Sport sind aber Rugby bzw. Modifizierungen des Rugbyspiels dem Inhaltsbereich 9 Ringen und Kämpfen ­ Zweikampfsport zugeordnet bzw. im Bewegungsfeld/Sportbereich Spielen in und mit Regelstrukturen ­ Sportspiele angesiedelt.

5. Mit welchen Maßnahmen und Förderungsmöglichkeiten können aus Sicht der Landesregierung noch mehr junge Menschen für die Sportart Rugby begeistert werden?

Es ist originäre Aufgabe der Sportfachverbände Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung zu entwickeln. Unabhängig davon unterstützt die Landesregierung zahlreiche Initiativen, die gerade Kinder und Jugendliche für den Sport im Allgemeinen gewinnen wollen. Dazu zählen prinzipiell auch die Talentsichtungs- und Trainingsgruppen im außerunterrichtlichen Schulsport, wenn vor Ort die entsprechenden Vereins- und Verbandsstrukturen vorhanden sind. Es ist beabsichtigt, einen entsprechenden Talentstützpunkt zu Beginn des neuen Schuljahres in Köln aufzubauen.