Stromerzeugung

Will die Landesregierung unkonventionelles Erdgas in NRW fördern oder nicht?

Bislang betonte die Landesregierung stets die Wichtigkeit von Erdgas als klimafreundlichen konventionellen Energieträger, der eine wichtige Rolle bei der Sicherung einer bezahlbaren Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen spielen soll. Vor allem beim Ausstieg aus der Kernkraft soll, so auch der Wunsch großer Umweltverbände, durch den Bau einer Vielzahl moderner Gas-und-Dampf-Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung der Wegfall der Kernenergie ausgeglichen werden.

Während der Erdgasanteil im Wärmebereich traditionell sehr hoch ist, wird Erdgas somit auch im Strombereich in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Denn Erdgas erzeugt bei der Stromerzeugung nur halb so viel CO2 wie Kohle, und Gaskraftwerke können innerhalb weniger Minuten vom Ruhezustand an das Netz gebracht werden und können somit die Schwankungen im Stromnetz, die durch die erneuerbaren Energien verursacht werden, am effizientesten ausgleichen.

Um der von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft befürchteten Deindustrialisierung durch den Ausstieg aus der Kernkraft entgegenzuwirken, setzte die Landesregierung daher bislang voll auf Kohle und Erdgas als Energieträger.

Dazu gehört auch die Genehmigung der Suche nach den unkonventionellen Erdgasvorkommen in Nordrhein-Westfalen, die anschließend durch umstrittene Fracking-Verfahren aus porösen Gesteinsschichten gewonnen werden sollen.

Umweltminister Johannes Remmel antwortete nun jedoch in einem Interview mit den Ruhrnachrichten vom 1. Juni diesen Jahres auf die Frage Braucht NRW diese Bohrungen?: Wir wollen sie nicht.

Ich frage daher die Landesregierung:

1. Will die Landesregierung Bohrungen zur Gewinnung der unkonventionellen Erdgasvorkommen in Nordrhein-Westfalen zukünftig verhindern?

2. Spielt heimisches Erdgas in der zukünftigen Energieversorgung des Landes, insbesondere nachdem Atomausstieg, keine Rolle?

3. Wie will die Landesregierung nach der unerträglichen Infopannenserie zu den Erdgasbohrungen in den letzten Monaten ihre Glaubwürdigkeit wiedererlangen?

4. Ist das von der Landesregierung verkündete Moratorium nunmehr unbegrenzt?