Hochschule

15 - Prüfung der regionalen IT-Anwenderbetreuung B Prüfungsergebnisse aus dem Bereich der Landesregierung Organisations-, System- und Verfahrensprüfungen sowie Querschnittsuntersuchungen 4 Prüfung der regionalen IT-Anwenderbetreuung

Der Landesrechnungshof sieht bei der Betreuung der in allen Regionen des Landes verteilten IT-Infrastruktur sowie der dort tätigen Anwender erhebliche Synergiepotenziale, die konsequent genutzt werden sollten.

Nach Auffassung des Landesrechnungshofs ist eine den Anforderungen der Landeshaushaltsordnung gerecht werdende Betreuung der IT-Anwender nur möglich, wenn die dafür erforderlichen Dienstleistungen durch leistungsstarke IT-Dienstleister im Rahmen von standardisierten Prozessen entsprechend den von den Anwendern beschriebenen Anforderungen bereitgestellt werden. Die Anforderungen müssen sich dabei an den fachlichen und rechtlichen Erfordernissen sowie den verfügbaren Finanzmitteln orientieren.

Der Landesrechnungshof hat gegenüber allen Ressorts mit nachgeordneten Dienststellen Empfehlungen ausgesprochen, die darauf zielen, das Dienstleistungsangebot des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen in der Fläche auszubauen und dieses von allen Verwaltungsbereichen außerhalb von Polizei, Justiz und Finanzverwaltung in Anspruch nehmen zu lassen. Diese drei Aufgabenbereiche können die selbst erkannten beziehungsweise vom Landesrechnungshof aufgezeigten Mängel durch Umsetzung bestehender Konzepte beziehungsweise bereits eingeleiteter Maßnahmen sowie Berücksichtigung der Landesrechnungshof-Vorschläge beheben.

Prüfung der regionalen - 16 IT-Anwenderbetreuung

Prüfungsgegenstand

Der Landesrechnungshof (LRH) hat die regionale IT-Anwenderbetreuung geprüft. Gegenstand der Prüfung war grundsätzlich der gesamte nachgeordnete Bereich der Landesverwaltung. Ausgenommen wurden die Hochschulen sowie Dienststellen, die nur einer eingeschränkten Fachaufsicht des Landes unterliegen.

Im Rahmen der Prüfung wurden je Dienststelle oder Dienststellengruppe die technische Infrastruktur, die technischen Anforderungen der wichtigsten Anwendungen, Sicherheitsmaßnahmen sowie die Organisation der Anwenderbetreuung anhand von Dokumenten, Interviews und örtlicher Begutachtung analysiert.

Prüfungsfeststellungen

Basisdaten

Durch die im gesamten Land verteilten Dienststellen von Justiz, Polizei und Finanzverwaltung betreibt das Land in jedem Kreis und in jeder kreisfreien Stadt IT-Endgeräte, die von Anwendern genutzt werden und für deren Betrieb technische Infrastrukturen und Betreuungspersonal erforderlich sind. Unter Einbeziehung der Bezirksregierungen, Landesbetriebe (oder ähnlich organisierter Dienststellen) und Einzeldienststellen sind annähernd 120.000 IT-Endgeräte im Einsatz. In kleineren Kreisen und kreisfreien Städten sind jeweils weniger als 1.000 IT-Endgeräte im Einsatz, in Köln und Düsseldorf (ohne Ministerien) werden jeweils mehr als 10.000 IT-Endgeräte betrieben. Für die Betreuung der IT-Infrastruktur sowie der IT-Anwender werden mehr als 2.000 Stellen eingesetzt.

- Prüfung der regionalen IT-Anwenderbetreuung

Polizei

Die Infrastruktur- und Verfahrenslandschaft befindet sich bei der Polizei in einer Konsolidierungsphase. Die Entwicklung vollzieht sich von einer dezentralen hin zu einer zentralen IT-Landschaft. Zwar wird eine Vielzahl von Verfahren zentral bereitgestellt, jedoch erfolgt der Betrieb dieser Verfahren zum Teil auf den in den Kreispolizeibehörden und deren Außenstellen installierten Servern, sodass landesweit in rund 500 Liegenschaften Serverräume bereitgehalten werden müssen. Zur Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit müssen alle diese Räume gebäude- und sicherheitstechnischen Anforderungen gerecht werden, die entsprechende Investitionen sowie personellen Aufwand erforderlich machen. Der LRH geht davon aus, dass eine stärkere Zentralisierung der IT-Basis-Infrastruktur zu Kosteneinsparungen führen kann und hat daher der Polizei empfohlen, im Rahmen der bereits eingeleiteten Modernisierungsmaßnahmen entsprechende Analysen durchzuführen.

Auch bei der Bereitstellung von IT-Verfahren hat der LRH verschiedene Ansätze zur Optimierung aufgezeigt, die sowohl den Betreuungsaufwand reduzieren als auch den Anwendernutzen erhöhen können.

Die zentralen Vorgaben zur Bereitstellung bedarfsgerechter und wirtschaftlicher IT-Services orientieren sich bisher nur beim zentralen IT-Dienstleister der Polizei dem Grunde nach an Standards. Auf Ortsebene liegen weder entsprechende Kenntnisse vor, noch werden die zentral bereitgestellten Instrumente entsprechend genutzt. Servicevereinbarungen mit der Behördenleitung bzw. Festlegungen zum Leistungskatalog der IT-Bereiche liegen nicht vor.