Das Betriebskonzept der Bezirksregierungen ist recht homogen aufgebaut

21 - Prüfung der regionalen IT-Anwenderbetreuung betreuung zum Rechenzentrum der Finanzverwaltung empfohlen, da nur dadurch ein effizienter und gleichmäßiger Einsatz der IT-Systembetreuer möglich wird.

Bezirksregierungen

Durch die Verwaltungsstrukturreformen der letzten zehn Jahre hat sich das Aufgabenspektrum der Bezirksregierungen deutlich verändert. Unter technischen Gesichtspunkten erfolgt fast ausschließlich die operative Abwicklung von Landesverwaltungsaufgaben, sodass bezogen auf die vorab aufgeführten Aufgabenbereiche die Bezirksregierungen eher mit Ortsbehörden als mit Mittelbehörden zu vergleichen sind. Auch wenn sich die Kooperation zwischen den Bezirksregierungen in den vergangenen Jahren verbessert hat, so agieren sie bzgl. des Betriebs der IT-Infrastruktur, im IT-Einkauf sowie der Bereitstellung von IT-Services für die Bediensteten weitestgehend unabhängig voneinander. Die Zusammenarbeit beschränkt sich im Wesentlichen auf die Entwicklung und Einführung von IT-Verfahren. Der Verfahrenseinsatz sowie die Festlegung der IT-Architektur erfolgt zentral durch Arbeitsgruppen, die vom Ministerium für Inneres und Kommunales (MIK) gesteuert werden.

Das Betriebskonzept der Bezirksregierungen ist recht homogen aufgebaut. Sie haben die neu hinzugewonnenen Liegenschaften breitbandig an die Zentrale angeschlossen und die zuvor dort installierten Server weitestgehend abgebaut. Nur im Einzelfall sind in Außenstellen noch Server aufgebaut. Lediglich die Abt. 7 der Bezirksregierung Köln (ehemaliges Landesvermessungsamt) soll aus nachvollziehbaren Gründen auch zukünftig fachspezifischer Betriebsstandort bleiben.

Standardisierte Prozesse im IT-Service-Management sind nur sehr eingeschränkt realisiert und werden nur in Teilen angestrebt. Keine der regionalen - 22 IT-Anwenderbetreuung gierung sah sich in der Lage, konkrete Aussagen darüber zu treffen, wie viele Fehler und Probleme einen Vor-Ort-Einsatz erforderlich machten.

Die jeweils eigenständige Planung und Beschaffung der sowie die Bereitstellung der IT-Services führen aufgrund der einheitlichen Rahmenbedingungen letztendlich zu ähnlichen technischen Strukturen und Prozessen. Diese Eigenständigkeit bewirkt aber auch Mehraufwand, da alle Planungsprozesse fünf Mal durchgeführt werden.

Zudem hat der LRH Unterschiede bei den Methoden und Techniken bei den IT-Dienstleistungen der einzelnen Bezirksregierungen festgestellt. Zur Erzielung einheitlicher IT-Dienstleistungen auf dem Niveau der jeweils führenden Bezirksregierung hat der LRH empfohlen, eine klare Abgrenzung der IT-Beauftragung von der IT-Bereitstellung, eine Arbeitsteilung sowohl bei der IT-Beauftragung als auch bei der IT-Bereitstellung, sowie die flächendeckende Einführung von standardisierten Prozessen vorzunehmen.

Zusätzlich hat er empfohlen, dass die IT-Bereitstellung auf den Landesbetrieb Information und Technik NRW (IT.NRW) übergehen sollte.

Dienststellen mit einer landesweiten Verteilung von Außenstellen und mehr als 1.000 betreuten Endgeräten

Die für die Bereitstellung der IT zuständigen Bereiche beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) sowie den Landesbetrieben Straßenbau NRW und Wald und Holz NRW haben sich als interne technische IT-Dienstleister positioniert, die ihre Leistungen unter professionellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten nach den Anforderungen ihrer internen Kunden erbringen wollen. Prozesse zur Gewährleistung eines bedarfsgerechten und wirtschaftlichen IT-Service-Managements und zur kundenorientierten Steuerung dieser Prozesse sind jedoch nur in eingeschränktem Maße installiert. Durch weitestgehend fehlende Bedarfsbeschreibun- 23 - Prüfung der regionalen IT-Anwenderbetreuung gen seitens der internen Auftraggeberseite und fehlende Aufzeichnungen zum Ressourcenverbrauch auf der internen Erbringerseite kann die Wirtschaftlichkeit selbst bei standardisierten Prozessen nicht nachgewiesen werden, da keine Relation zwischen Kosten und Leistung erstellt werden kann. Seitens der Leistungserbringer stellt insbesondere der Aufwand für das regional eingesetzte IT-Service-Personal ein Problem dar. Der Landesbetrieb Straßenbau steht dabei vor dem Problem, dass das regional tätige IT-Personal organisatorisch den Niederlassungen zugeordnet ist und somit der Steuerung durch den zentralen IT-Bereich entzogen ist. Zur Vermeidung von organisatorischen Schnittstellen und zur besseren Steuerung der örtlichen IT-Prozesse ist eine organisatorische Zuordnung des regional tätigen IT-Personals zur Zentrale aus Sicht des LRH zwingend.

Die erheblichen Unterschiede beim Einsatz von IT-Personal in den Nebenstellen zeigen auf, dass eine konsequente Aufzeichnung der Prozesskosten unabdingbar ist, um die im Einzelfall wirtschaftlichste Lösung zu finden. Der Landesbetrieb Wald und Holz hat auf einen dauernden regionalen Einsatz vollständig verzichtet, notwendige örtliche IT-Maßnahmen werden durch den jeweiligen Verwaltungsleiter in Abstimmung mit dem IT-Bereich vorgenommen. Diese Vorgehensweise zeigt, dass der örtliche Einsatz nur in sehr geringem Maße erforderlich ist und teilweise von Verwaltungspersonal wahrgenommen werden kann. Auch beim LANUV ist das IT-Personal nur an den drei Hauptstandorten konzentriert, nimmt aber notwendige Einsätze an den anderen Standorten in Eigenregie wahr.

Auch hier zeigt sich, dass örtliche Einsätze nur in beschränktem Maße erforderlich sind. Beim Landesbetrieb Straßenbau und beim BLB sind die Niederlassungen wesentlich größer als die Nebenstellen vom LANUV und vom Landesbetrieb Wald und Holz, sodass tendenziell mehr Aufwand vor Ort anfällt. Ob dies den dauerhaften Einsatz jeweils mehrerer Bediensteter in einer Niederlassung rechtfertigt, ist für den LRH jedoch zweifelhaft, da die Gefahr besteht, dass dieses Personal losgelöst von dem tatsächlichen Bedarf tätig wird.