Fortbildung

Prüfung der regionalen - 24 IT-Anwenderbetreuung

Dienststellen mit einer landesweiten Verteilung von Außenstellen und weniger als 1.000 betreuten Endgeräten

Die in diese Kategorie fallenden Dienststellen sind aufgrund der organisatorischen Rahmenbedingungen nach Auffassung des LRH nicht in der Lage, die erforderlichen IT-Prozesse bedarfsgerecht und wirtschaftlich in Eigenregie durchzuführen. Die Beschreibung standardisierter IT-Dienste stellt für diese Dienststellen eine große Herausforderung dar. Ein IT-Service-Management ist bei einer derartigen Größe bei gleichzeitiger Verteilung der Nebenstellen über das Land unwirtschaftlich, da der Sockelaufwand für die Basis-Infrastruktur und die Basis-IT-Prozesse bis zu einer Mindestgröße weitestgehend unabhängig von der Zahl der Endanwender ist. Eine wirtschaftliche Leistungserbringung unter diesen Rahmenbedingungen ist nur durch einen leistungsfähigen IT-Dienstleister möglich.

Dienststellen ohne oder mit nur wenigen Außenstellen und mehr als 500 betreuten Endgeräten Dienststellen dieser Größenordnung sind durchaus in der Lage, bedarfsgerechte IT-Dienstleistungen für die spezifische Dienststelle zur Verfügung zu stellen. Das Landesamt für Besoldung und Versorgung NRW (LBV) zeigt, dass auch professionelle Ansätze wie standardisierte unter solchen Rahmenbedingungen möglich sind. Aufgrund des mit der Bereitstellung und dem Betrieb der IT-Basis-Infrastruktur verbundenen Aufwands muss aber selbst bei Dienststellen dieser Größenordnung die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt werden. So setzt das LBV für die Betreuung der Technik und der Anwender ohne Einbeziehung der Fachbetreuung 28 Mitarbeiter für rund 1.000 Endgeräte ein. Bei den Bezirksregierungen werden bei gleichem Personaleinsatz etwa doppelt so viel Endgeräte betreut und das, obwohl dort die Anwendungsvielfalt wesentlich umfangreicher ist als beim LBV. Der LRH sieht daher den drin- 25 - Prüfung der regionalen IT-Anwenderbetreuung genden Bedarf, die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung im LBV zu verbessern.

Dienststellen ohne oder mit nur wenigen Außenstellen und weniger als 500 betreuten Endgeräten Dienststellen dieser Größenordnung haben erhebliche Probleme, bedarfsgerechte IT-Dienstleistungen wirtschaftlich in Eigenregie zu erbringen, da der Sockelaufwand für die IT-Basis-Infrastruktur zu erheblichen führt. Zudem ist die Aufrechterhaltung einer bedarfsgerechten Betriebsfähigkeit insoweit eingeschränkt, als sich das technische Know-how auf wenige Wissensträger konzentrieren muss. Diese Dienststellen sind daher darauf angewiesen, alle IT-Dienstleistungen, die sich wirtschaftlicher von externen Leistungserbringern erledigen lassen, bei diesen einzukaufen. Soweit die fachlichen Anforderungen überwiegend den Einsatz von Standard-Technik und Standard-Verfahren erfordern, muss davon ausgegangen werden, dass die externe Leistungserbringung durch einen IT-Dienstleister wirtschaftlicher ist als die Eigenerbringung.

Nur wenn die fachspezifischen Anforderungen spezielle technische Lösungen erfordern, die nicht zum Standard-Leistungsangebot des IT-Dienstleisters gehören und aufgrund dieser Anforderungen der lokale Betrieb der IT-Infrastruktur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten am Standort der Dienststelle erfolgen muss, kann ein IT-Betrieb in Eigenregie wirtschaftlicher sein. Der LRH geht davon aus, dass beim Institut der Feuerwehr und beim Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit die Bereitstellung der IT-Basis-Infrastruktur einschließlich bedarfsgerechter IT-Arbeitsplätze durch IT.NRW günstiger erbracht werden kann, zumal IT.NRW an beiden Standorten einen Betriebssitz hat. Beim Geologischen Dienst muss konkret geprüft werden, inwieweit Technik und Personal am Betriebsstandort erforderlich sind und inwieweit die IT-Dienstleistungsprozesse durch IT.NRW kostengünstiger erbracht werden können.

Prüfung der regionalen - 26 IT-Anwenderbetreuung

Dienststellen ohne oder mit nur wenigen Außenstellen und weniger als 100 betreuten Endgeräten

Bei den 15 Dienststellen dieser Größenordnung (z. B. Fortbildungsakademie, staatliche Schulen, NRW-Landgestüt, Schlösser Brühl) ist eine wirtschaftliche Bereitstellung bedarfsgerechter IT-Dienstleistungen nicht möglich, da hinreichendes IT-Know-how nur mit mehreren Personen vorgehalten werden kann, dieses aber aufgrund der geringen Anwenderzahl unverhältnismäßige Kosten verursacht. Dementsprechend hat der LRH in den betrachteten Dienststellen dieser Größenordnung fast ausschließlich Notlösungen festgestellt, die weder bedarfsgerecht noch wirtschaftlich sind. Ob die Aufrechterhaltung als eigenständige Organisationseinheit aus fachlichen Gesichtspunkten gerechtfertigt ist, hat der LRH in diesem Zusammenhang nicht untersucht. Diese Dienststellen sind daher darauf angewiesen, dass sie innerhalb der Landesverwaltung Standard-IT-Leistungen an ihrem jeweiligen Betriebssitz abrufen können, die ihren Anforderungen gerecht werden. Derartige Dienstleistungen werden von IT.NRW derzeit nicht angeboten, da IT.NRW nur für derartige Dienststellen keinen wirtschaftlichen Vor-Ort-Service anbieten kann.

Übergreifende Empfehlungen IT.NRW hat bislang vorrangig Anwendungsverfahren und zentrale Anwendungs-Architekturen zur Verfügung gestellt. Der Betrieb lokaler IT-Basis-Infrastruktur sowie die Betreuung der Endanwender werden nur in Einzelfällen vorgenommen. Unter den Gesichtspunkten, dass

· wirtschaftliche und bedarfsgerechte IT-Dienstleistungen standardisierte Prozesse erfordern,

· Dienststellen mit nur einem Standort und Standard-Anforderungen auf IT-Dienstleister angewiesen sind.