Das heißt mit dem Einsatz einer zusätzlichen Wochenstunde könnte das Vierfache an zusätzlichem Unterricht realisiert

87 - MSW (Epl. 05) tiven Beispiele von Schulen aller Schulformen zeigen, wie gut mit den verfügbaren Unterrichtsressourcen umgegangen werden kann, wenn die dafür erforderlichen Informationen vorliegen und entsprechend aufbereitet werden. Zudem würde eine solche verpflichtend zu erstellende Statistik die Schulaufsicht in die Lage versetzen, den Unterrichtsausfall an einzelnen Schulen stichprobenweise zu überprüfen bzw. die Ergebnisse in die jeweilige Qualitätsanalyse einzubeziehen, Handlungsempfehlungen auf der Basis von Best-Practice-Beispielen zu geben und die Auswirkungen getroffener Entscheidungen - wie z. B. die Wiedereinführung des Zeugnisund Beratungstages - auf die Unterrichtserteilung transparent zu machen.

Angesichts seiner Erkenntnisse über die Schulen, die in der Stichprobe den geringsten Ausfall verzeichneten, hält es der LRH für realistisch, dass sich der Unterrichtsausfall um wenigstens ein bis zwei Prozentpunkte reduzieren ließe, wenn eine solche Ausfallstatistik eingeführt und daraus die erforderlichen Maßnahmen abgeleitet würden. Schon eine Verringerung des Ausfalls um einen Prozentpunkt hätte an den 5.152 allgemeinbildenden Schulen hochgerechnet zu rund 25.500 zusätzlich erteilten Unterrichtsstunden / Woche geführt. Nach Abzug einer Wochenstunde je Schule für die Erstellung der Statistik, die die damalige Landesregierung für erforderlich gehalten hatte, verblieben im Saldo immer noch über 20.000 Stunden.

Das heißt, mit dem Einsatz einer zusätzlichen Wochenstunde könnte das Vierfache an zusätzlichem Unterricht realisiert werden.

Stellungnahme des Ministeriums für Schule und Weiterbildung

Die Prüfungsmitteilungen des LRH datieren vom 03.01.2011. Das MSW hat hierzu mit Schreiben vom 15.04.2011 zunächst in Form einer Zwischennachricht Stellung genommen. Zu weiteren Feststellungen sei der erforderliche hausinterne Abstimmungsprozess noch nicht abgeschlossen.

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Zu der vom LRH zum Teil kritisch betrachteten Vertretungspraxis hat das MSW erklärt, aus seiner Sicht sei jede Form der Vertretung dem ersatzlosen Unterrichtsausfall vorzuziehen. Die verschiedenen Möglichkeiten des Vertretungsunterrichts hätten jedoch eine unterschiedliche Qualität:

· Bei der Zusammenführung von Lerngruppen seien - oft schon durch die Größe der neu gebildeten Gruppe - qualitative Abstriche hinzunehmen.

Es seien aber durchaus Fälle denkbar, in denen in zusammengelegten Lerngruppen qualifizierter Vertretungsunterricht erteilt werden könne, etwa bei Vorliegen von geeigneten, auf Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit ausgerichteten Lernmaterialien.

· Das Vorgehen des LRH, EVA nur bei Vorliegen entsprechender Nachweise als Vertretungsform zu werten, halte das MSW grundsätzlich für sachgerecht. Auch nach seiner Ansicht könne eine ausfallende Lehrkraft nicht allein dadurch vertreten werden, dass die Lerngruppe den allgemeinen Auftrag erhalte, eigenverantwortlich zu arbeiten. In vielen Fällen, insbesondere in der gymnasialen Oberstufe, könne diese Vertretungsform jedoch durchaus sinnvoll sein. Welche Kriterien für eine Anerkennung von EVA als Vertretungsunterricht künftig angelegt werden müssten, sei jedoch noch aus schulfachlicher Sicht zu prüfen.

Zu der detaillierten Untersuchung des Unterrichtsausfalls nach Gründen seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine abschließenden Aussagen möglich. Das MSW habe die Ausführungen des LRH zum Anlass genommen, die genannten Ausfallursachen sorgfältig zu analysieren und die vorgeschlagenen Optimierungsmöglichkeiten intensiv zu prüfen.

Das Vorgehen des MSW bei seiner Unterrichtsausfallstatistik habe der LRH zutreffend beschrieben. Zu den Ursachen für die deutlichen Differenzen zwischen den Ergebnissen seiner Stichprobe und der des LRH hat das MSW ausgeführt:

· Die Beschränkung der Stichprobe des MSW auf zwei Unterrichtswochen berücksichtige nicht, dass es - wie der LRH zutreffend feststelle - 89 - MSW (Epl. 05) Ausfallursachen gebe, die sich nicht gleichmäßig über das Schuljahr verteilten. So sei (z. B.) in den Randwochen des Schuljahres, die in keiner der vergangenen Stichproben zum Erhebungszeitraum gehört hätten, mit vermehrten Ausfällen aus schulorganisatorischen Gründen zu rechnen. Insofern könne von den zwei Unterrichtswochen nicht auf das gesamte Schuljahr rückgeschlossen werden.

· Das Volumen der untersuchten Unterrichtsstunden sei bei der Prüfung des LRH zwar etwa drei Mal so groß gewesen wie bei der Untersuchung des MSW. Gleichwohl seien die Ergebnisse des LRH vor dem Hintergrund der geringen Schulzahl nach Auffassung des MSW nur begrenzt geeignet, um hieraus gesicherte Rückschlüsse auf die landesweite Unterrichtssituation an den teilnehmenden Schulformen ziehen zu können.

· Bezüglich der von ihm verwandten Erhebungsbögen bestätigt das MSW die Aussage des LRH, es sei darauf angewiesen (gewesen), dass die Schulen zutreffende und vollständige Angaben machten. Zwar seien die jeweiligen Schulen erst nach Ablauf des Stichprobenzeitraums über ihre Teilnahme informiert und unplausible Daten seien überprüft und ggf. berichtigt worden. Ungeachtet dessen könne mit der Vorgehensweise des MSW aber nicht die Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei der Datenerhebung erreicht werden, die sich durch eine Erhebung vor Ort erzielen lasse. Der Vergleich der 15 Schulen, die an beiden Erhebungen beteiligt gewesen seien, lege offen, dass die rückblickende Erhebung der Daten durch das MSW fehleranfällig gewesen sei.

Zur vom LRH empfohlenen Unterrichtsausfallstatistik an jeder Schule teilt das MSW mit, angesichts der Differenzen zwischen den Studien des LRH und des MSW müsse der Untersuchungsansatz der MSW-Stichprobe grundsätzlich überdacht werden. Künftige Studien müssten ein realistisches Bild des Unterrichtsgeschehens in Nordrhein-Westfalen liefern und sich daran messen lassen, ob sie der Politik und der Bildungsadministration echtes Planungs- und Steuerungswissen zur Verfügung stellten.