Hochschule

MSW - 90 (Epl. 05) bislang dargestellten Untersuchungsergebnisse der Stichprobe des MSW erfüllten diese Anforderungen offensichtlich nicht.

Die vom LRH unterstellte Kausalität zwischen einer Dokumentationspflicht und dem tatsächlichen Unterrichtsausfall sei aus Sicht des MSW jedoch nicht zwingend. Effekte einer die Schulen bürokratisch belastenden zusätzlichen Dokumentationspflicht könnten auch sein, dass bei hohem Unterrichtsausfall verstärkt zu den vom LRH angezweifelten Vertretungsinstrumentarien (z. B. EVA) gegriffen würde und eine unvollständige oder fehlerhafte Erfassung der Daten erfolge.

Die Prüfungsergebnisse des LRH zeigten, dass eine hinreichende Datenqualität nur erreicht werden könne, wenn die Datenerhebung verbunden sei mit einer Bewertung und Prüfung der Situation vor Ort. Dies wäre mit einem erheblich höheren Personalaufwand verbunden als seinerzeit von der damaligen Landesregierung kalkuliert.

Ob es für die weiteren vom LRH gesehenen Vorteile (z. B. Handlungsempfehlungen auf der Basis von Best-Practice-Beispielen) tatsächlich erforderlich sei, alle Schulen in eine Unterrichtsausfallstatistik einzubeziehen, bedürfe einer näheren Prüfung.

Das MSW werde daher - ggf. mit externer Unterstützung - intensiv und ergebnisoffen prüfen, welches Untersuchungsdesign die oben beschriebenen Vorgaben erfülle und mit vertretbarem Aufwand für Schule und Schulaufsicht durchgeführt werden könne.

Der LRH sieht vor Weiterem der Stellungnahme des Ministeriums zu den noch offenen Feststellungen entgegen.

- MIWF (Epl. 06) Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (Epl. 06) 11 Organisation von Lehre und Studium

Der Landesrechnungshof hat an den Universitäten des Landes Fragen der Organisation von Lehre und Studium untersucht. Er hat Vorschläge gemacht, wie die Auslastung der Hörsäle verbessert werden kann. Ferner hat er sich für einen verstärkten IT-Einsatz bei der Erfassung der Studierendendaten, der Anmeldung und Zulassung zu Lehrveranstaltungen und der Ablegung von Prüfungen ausgesprochen.

Die Universitäten haben ihre Bereitschaft bekundet, die vorhandenen Hörsaalkapazitäten besser auszulasten und die IT-Unterstützung des Studienverlaufs zu intensivieren.

Ausgangslage

Die Hochschulen des Landes stehen derzeit vor großen organisatorischen Herausforderungen, die besondere Anstrengungen verlangen, damit die Studierbarkeit innerhalb der Regelstudienzeit gewährleistet werden kann.

Zu diesen Herausforderungen zählt zunächst die noch nicht abgeschlossene Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse.

Durch die Umstellung erhöht sich die Zahl der Lehrveranstaltungen und Prüfungen. Darüber hinaus ist wegen des doppelten Abiturjahrgangs mit einem erheblichen Anstieg der Studienanfängerzahlen in Nordrhein Westfalen ab dem Jahr 2013 zu rechnen. Die Aussetzung der Wehrpflicht zum 01.07.2011 wird sich bereits in Kürze auf die Zahl der Studienanfänger auswirken.

MIWF - 92 (Epl. 06)

Die Bewältigung dieser Aufgaben ist ohne eine effiziente Hörsaalverwaltung und ohne eine wirksame IT-Unterstützung bei der Organisation von Lehre und Studium nicht denkbar. Der Landesrechnungshof (LRH) ist deshalb bei allen Universitäten des Landes mit Ausnahme der Fernuniversität Hagen der Frage nachgegangen, wie die Nutzung von Hörsälen und Seminarräumen und die IT-Unterstützung des Studienverlaufs verbessert werden kann.

Hörsaalverwaltung

Raumkapazitäten

Der LRH hat bei den zentralen Universitätsverwaltungen den Gesamtbestand an Hörsälen erhoben. In die Untersuchung einbezogen wurden auch Seminarräume; Lehrräume mit besonderer Ausstattung wie z. B. Labore, Computerräume oder Sporthallen blieben hingegen außer Betracht. Dabei hat der LRH festgestellt, dass bei fast allen Universitäten ein Teil der Hörsäle bzw. Seminarräume von den Fakultäten in eigener Zuständigkeit verwaltet wird. Mehreren Universitätsverwaltungen waren die Raumgrößen und Kapazitäten dieser dezentral verwalteten Räume nicht vollständig bekannt.

Der LRH hat dies kritisiert und die betroffenen Universitäten aufgefordert, ihren Bestand an Hörsälen und Seminarräumen - einschließlich der Raumgrößen und Platzkapazitäten - vollständig zu erfassen.

Raumnutzung

Der LRH hat an sechs Universitäten die Belegung von Hörsälen exemplarisch ausgewertet und dabei festgestellt, dass diese Räume im Wochenverlauf unterschiedlich ausgelastet sind. Bevorzugt wird dienstags und donnerstags gelehrt. Vor allem montags und freitags sind nennenswerte freie Raumkapazitäten vorhanden. Dies verdeutlicht das nachfolgende Diagramm: