Forschung

111 - MIWF (Epl. 06) 13 Organisation und Arbeitsweise der Internen Revisionen bei den Universitätsklinika

Der Landesrechnungshof hat sich im Rahmen einer Querschnittsprüfung mit der Organisation und Arbeitsweise der Internen Revisionen bei den sechs nordrhein-westfälischen Universitätsklinika befasst.

Hierbei ergab sich, dass die personelle Ausstattung der Internen Revisionen bei den einzelnen Universitätsklinika weit überwiegend als nicht angemessen anzusehen war. Darüber hinaus zeigte sich, dass allgemein anerkannte Regeln für die berufliche Praxis der Internen Revision keine ausreichende Beachtung fanden.

Ausgangslage

Die sechs nordrhein-westfälischen Universitätsklinika (UK) verfügen jeweils über eine Interne Revision (IR). Unter einer IR wird nach allgemeiner Auffassung eine unabhängige und objektive Instanz innerhalb der Unternehmung verstanden, welche das betriebliche Geschehen im Hinblick auf Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit überwacht.

Der Landesrechnungshof (LRH) hat sich im Rahmen einer Querschnittsprüfung mit der Organisation und Arbeitsweise der IR bei den UK befasst.

Als Prüfungsmaßstab dienten insbesondere die allgemein anerkannten Internationalen Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision, welche durch das Institute of Internal Auditors (IIA)5 herausgegeben werden.

Der LRH hat seine Prüfungsfeststellungen in einem Gesamtbericht den UK sowie dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung mitgeteilt und die UK hierzu um Stellungnahme gebeten.

Vgl. hierzu http://www.theiia.org [14.03.2011]. MIWF - 112 (Epl. 06)

Personalausstattung

Für die IR von Krankenhäusern war durch den Arbeitskreis Interne Revision im Krankenhaus im Jahr 1988 eine Personalstärke von einer Vollkraft je 1.000 Beschäftige empfohlen worden. Im Jahr 2008 beschäftigte sich der Arbeitskreis erneut mit der personellen Ausstattung der IR in Krankenhäusern. Er empfahl für Unternehmen mit Beschäftigtenzahlen in den Größenordnungen der UK weiterhin ähnliche Richtwerte. Der LRH hält daran anknüpfend für die IR der UK je 1.000 Vollzeitbeschäftigte eine Revisorenstelle für angemessen und erforderlich.

Darauf aufbauend ermittelte der LRH unter Berücksichtigung der Anzahl der bei den UK beschäftigten Vollkräfte die für die IR erforderlichen Sollstärken.

Die Auswertung zeigt, dass lediglich die IR eines UK über die empfohlene Personalstärke verfügte. Aufgrund der Unterbesetzung bei den übrigen UK sah der LRH insoweit Handlungsbedarf.

Die betroffenen UK räumten gegenüber dem LRH ein, dass sie seine Auffassung bezüglich der zu geringen Personalausstattung teilen. Aus deren

Der Arbeitskreis Interne Revision im Krankenhaus wurde 1984 beim Deutschen Institut für Interne Revision e. V. gegründet. Er hat es sich insbesondere zur Aufgabe gemacht, den Erfahrungsaustausch zwischen den Krankenhausrevisoren zu fördern.

- MIWF (Epl. 06) Stellungnahmen ergab sich weiterhin, dass drei UK zur Beseitigung der Unterbesetzung zwischenzeitlich personelle Aufstockungen veranlasst haben. Die beiden übrigen UK führten aus, dass es Überlegungen gebe, künftig verstärkt externe Prüfer mit der Durchführung von Revisionen zu beauftragen, da auf diesem Wege ebenfalls eine zu geringe Personalausstattung kompensiert werden könne.

Der LRH begrüßt die bei drei UK bereits veranlassten personellen Aufstockungen ihrer IR. Auch die Überlegungen der zwei übrigen UK, zur Kompensation der zu geringen Personalausstattung künftig verstärkt externe Prüfer mit der Durchführung von Revisionen zu beauftragen, werden durch den LRH grundsätzlich befürwortet.

Revisionsfremde Tätigkeiten

Das Regelwerk der beruflichen Praxis verlangt, dass die IR unabhängig sein muss und die Internen Revisoren bei der Erledigung ihrer Aufgaben objektiv vorgehen müssen. Interne Revisoren haben unparteiisch und unvoreingenommen zu sein; Interessenkonflikte jeglicher Art sind zu vermeiden. Dies bedeutet insbesondere, dass Interne Revisoren von der Beurteilung solcher Geschäftsprozesse absehen müssen, für die sie zuvor zuständig waren. Die Objektivität kann als beeinträchtigt angenommen werden, wenn ein Interner Revisor eine Aktivität prüft, für die er im Verlauf des vorangegangenen Jahres die Verantwortung getragen hat.

Der LRH hat festgestellt, dass bei der Mehrzahl der UK die Mitarbeiter der IR neben ihrer originären Revisionstätigkeit auch fremde Aufgaben wahrnahmen. So waren bei vier UK die Mitarbeiter der IR auch für die laufende Durchführung des Risikomanagements verantwortlich. Bei zwei dieser UK hat der LRH darüber hinaus festgestellt, dass beispielsweise auch einzelne Projektbearbeitungen sowie Aufgaben der Krankenhausplanung und -statistik durch Mitarbeiter der IR erledigt wurden.