Pressemitteilung

Worin liegt der Mehrwert der laut Pressemitteilung vom 11. Mai 2011 als bundesweit einmalige Initiative bezeichneten Konzeptes der Landesregierung im Vergleich zu dem Zehn-Punkt-Plan für mehr Sicherheit im Fußball der Deutschen Fußball Liga DFL, des Deutschen Fußball-Bundes DFB sowie Vertretern aus Politik, Polizei, Kommunen und Fanprojekten vom 23. April 2010?

Die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) hat im Dezember 2009 festgestellt, dass die zunehmende Gewaltbereitschaft der Problemfanszene auch unterhalb der Profiligen und die neuen Phänomene ein gemeinsames und gezieltes Vorgehen von Polizei und Vereinen, Fußballverbänden, Fanorganisationen, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Kommunen gegen Gewalt in und im Umfeld von Stadien erfordern, um die hohe personelle Bindung der Polizei durch Fußballspiele zu senken.

Im Nachgang hat es vielfältige Initiativen der polizeilichen Gremien und des deutschen Fußballs unter maßgeblicher Beteiligung von Nordrhein-Westfalen gegeben. Dazu zählen:

- Runder Tisch am 23. April 2010 zur Problematik Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen

- Einbindung der Polizei in die Spieltagsplanung

- Studie des DFB Sicherheitsmaßnahmen und Projekte des deutschen Fußballs und Interdisziplinäre Untersuchung der DHPol zur Analyse der neuen Entwicklungen im Lagefeld Fußball

- Fortschreibung des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit mit den neuen Schwerpunkten Fanreiseverkehr und Rahmeneinsatzkonzeption Fußball durch den Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit.

Bei dem Zehn-Punkte-Plan für mehr Sicherheit im Fußball handelt es sich um eine Initiative der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des DFB, die im Rahmen des Runden Tisches am 23. April 2010 zur Problematik Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen vorgestellt und von den Teilnehmern begrüßt wurde. Der Plan sieht folgende Punkte vor:

1. Verbesserung der strukturellen Kommunikation

2. Intensivierung der atmosphärischen Kommunikation (Fandialog)

3. Ausbau der und Fanarbeit

4. Qualifizierungsoffensive

5. Wissenschaftliche Begleitung

6. Flexibilisierung und Abwicklung von Risiko-Spielen

7. Verzicht auf Profifußball am 1. Mai 2011

8. Progressiver Ausbau der Frühprävention

9. Öffentliche Ächtung von Fehlverhalten durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit 10. Bewährungsmodelle und Bewährungsmodell bei Stadionverboten.

Das Ministerium für Inneres und Kommunales hat sich in 2010 entschieden, die Initiative Mehr Sicherheit bei Fußballspielen in Nordrhein-Westfalen zu planen. Die Initiative verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und bezieht alle Netzwerkpartner in Nordrhein-Westfalen ein, insbesondere

- Fußballvereine der beiden Bundesligen, der 3. Liga und der Regionalliga

- Deutscher Fußball-Bund

- Westdeutscher Fußball- und Leichtathletikverband

- Fangruppierungen

- Fanprojekte

- Polizei Nordrhein-Westfalen

- Bundespolizei

- Verkehrsunternehmen

- Kommunen.

Mit der zur Rückrunde 2010/2011 gestarteten NRW-Initiative sollen die vielen guten Ideen und Konzepte, mit denen bereits flexibel auf die aktuellen Entwicklungen reagiert wurde, für Nordrhein-Westfalen flächendeckend erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.

Die Initiative zielt darauf ab,

- den Prozess von der Spieltagsplanung bis zur Nachbereitung des Spieltags weiter zu optimieren,

- die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner und der Polizeien der Länder und des Bundes enger abzustimmen

- dass Gewalttäter konsequent verfolgt werden.

Dies wird jedoch nur gemeinsam mit den Fußballfans gelingen. Deshalb ist mit der Initiative beabsichtigt, die Fans als unverzichtbare Partner gegen Gewalt zu gewinnen.

Die NRW-Initiative beinhaltet neben entsprechenden Leitlinien und Zielen für das gesamte Netzwerk eine polizeiliche Rahmenkonzeption, um ein einheitlich ausgerichtetes Handeln der Kreispolizeibehörden zu gewährleisten.