Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren

In Nordrhein-Westfalen ist die Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren derzeit erlaubt.

Besonders stark in der Kritik ist die Jaghundeausbildung an lebenden, flugunfähig gemachten Enten sowie die Ausbildung der Hunde in sogenannten Schliefanlagen, in denen sie unter dem Einsatz von zumeist Jungfüchsen die Baujagd erlernen sollen.

Die Jagd an flugunfähig gemachten Enten ist in den Bundesländern Hessen und Schleswig Holstein bereits verboten, ein entsprechendes Verbot durch das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft NRW 1998 wurde durch das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in seinem Urteil vom 30. Juli 1998 jedoch aufgehoben. Anders als das VG Hessen sah das OVG NRW diese Art der Jagdhundeausbildung als eine dem Grundsatz der waidgerechten Jagdausübung entsprechende Methode an.

Ein Verbot von Schliefanlagen wurde in NRW bereits vom Verwaltungsgericht Köln in seinem Urteil vom 5.9.1996 abgewiesen. Unter anderem das VG Gießen teilte diese Einschätzung in seinem Urteil vom 5. Juni 2001 und wies eine auf §3 gestützte Klage gegen Schliefanlagen als unbegründet ab.

1. Wie steht die Landesregierung zur Ausbildung von Jagdhunden in Schliefanlagen oder an lebenden, flugunfähigen Enten?

Das Jagd- und Fischereirecht muss nach ökologischen und Tierschutzkriterien ausgerichtet werden. Praktiken, die mit dem Tierschutz unvereinbar sind, wollen wir künftig untersagen.

Die Landesregierung ist der Auffassung, dass die in der Frage benannten Ausbildungsmethoden mit einem modernen Tierschutz nicht mehr vereinbar sind und hält es für geboten, diese künftig gesetzlich zu verbieten.

2. Welche juristischen Schritte müssten von der Landesregierung auf Landesebene ergriffen werden, um ein Verbot von Schliefanlagen zu erwirken?

Ein Verbot der Jagdhundeausbildung an lebenden Füchsen in Schlief-anlagen und an lebenden, flugunfähig gemachten Enten kann durch eine Änderung des Landesjagdgesetzes bewirkt werden. Ein gesetzliches Verbot würde unmittelbar gegen jedermann wirken und im Gegensatz zu einer vertraglichen Regelung mit der Jägerschaft und den jagdkynologischen Verbänden behördlich durchsetzbar sein.

3. Welche Schritte müssten von der Landesregierung auf Bundesebene ergriffen werden, um ein Verbot von Schliefanlagen zu erwirken?

Zur Erwirkung eines Verbots der Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden an lebenden Füchsen in Schliefanlagen auf Bundesebene müsste eine entsprechende Ergänzung des Verbotstatbestands in § 3 Nr. 8 Tierschutzgesetz vorgenommen werden.

4. Welche (juristischen) Schritte müssten von der Landesregierung auf Landesbzw. Bundesebene ergriffen werden, um ein Verbot der Jagdhundeausbildung an lebenden, flugunfähigen Enten zu erwirken?

Siehe Antworten zu Nummern 2 und 3.

5. Wie bewertet die Landesregierung die Erfolgsaussichten, um ein Verbot der Jagdhundeausbildung an lebenden, flugunfähigen Enten zumindest landesweit zu erreichen?

Die Erfolgsaussichten für ein landesgesetzliches Verbot hängen davon ab, ob ein Entwurf der Landesregierung zur Änderung des Landesjagdgesetzes eine parlamentarische Mehrheit findet.