Gefährden zu strenge Regelungen die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum?

Im sogenannten ländlichen Raum ist es nicht immer einfach, Ärzte zu finden, die sich niederlassen und so die medizinische Versorgung wohnortnah gewährleisten. Umso froher ist die Landbevölkerung, wenn sich für eine Praxis, die aus Altersgründen aufgegeben werden müsste, ein Nachfolger findet.

Mit Fördermitteln soll nun versucht werden, junge Medizinerinnen und Mediziner aufs Land zu locken. Zuwendungsempfänger können jedoch nur solche Ärztinnen und Ärzte sein, die im Fördergebiet eine vertragsärztliche Tätigkeit aufnehmen heißt es in einem Ablehnungsbescheid, den zwei Ärzte im Kreis Höxter erhalten haben. Im konkreten Fall wurde die Förderung abgelehnt, weil der maßgebliche Praxissitz nach Ansicht des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in Warburg ist, während die Verlegung des Vertragsarztsitzes in die Gemeinde Willebadessen erforderlich gewesen wäre.

Eine hausärztliche Versorgung in Willebadessen-Peckelsheim scheitert hier ­ wie vermutlich in anderen Fällen auch ­ an juristischen Feinheiten. Denn, genauer betrachtet, auch bei einem Umzug nach Peckelsheim würde es sich nicht um eine Neugründung, sondern lediglich um einen Verlagerung des Sitzes handeln.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Wie viele Arztpraxen haben die Landesförderung nordrhein-westfalenweit erhalten?

2. Wie viele Arztpraxen haben in den Städten des Kreises Höxter, die in das Fördergebiet fallen (Steinheim, Borgentreich, Willebadessen) die Landesförderung erhalten?

3. Warum fördert die Landesregierung nicht auch die Übernahme bestehender Arztpraxen, um deren Fortbestehen zu sichern?

4. Welche weiteren Instrumente setzt die Landesregierung ein, um Ärzte für Praxen im ländlichen Raum zu gewinnen?

5. Gibt es seitens der Landesregierung Überlegungen, die geltenden Vorschriften dahingehend anzupassen, dass Praxisübernahmen in unterversorgten Gebieten förderwürdig werden?