Stechmücken - mehr als eine Plage?

Seit langem ist bekannt, dass Stechmücken aus Afrika Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber übertragen können. Bisher kamen solche Fälle in Europa aber eher selten vor.

Dies scheint sich nun zu ändern: Allein in Griechenland gab es 2010 257 Fälle von durch Mücken übertragene Virenerkrankungen. Viele Patienten wurden mit Anzeichen einer Hirnhautentzündung in Krankenhäuser eingewiesen.

Auch dieses Jahr wurden Reisende nach Ost- und Südosteuropa vor einer drohenden Virenübertragung durch Stechmücken gewarnt. Stark ausgebreitet hat sich das. Dem Centrum für Reisemedizin (CRM) wurden 56 Fälle aus Griechenland, Rumänien, Russland und Albanien gemeldet.

Besonders besorgniserregend ist zudem der Vormarsch eines weiteren tropischen Virus:

In Süddeutschland registrierten Naturschützer dezimierte Amsel-Populationen. Nun hat das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg ein tropisches Virus an einer toten Amsel aus Hessen nachgewiesen.

Dabei handelt es sich um das Usutu-Virus, das eng mit dem West-Nil-Virus verwandt ist und bisher lediglich in Afrika durch Stechmücken übertragen wurde.

Auch dem Menschen kann dieser Virus gefährlich werden: Obwohl die Infektion in den meisten Fällen mit Kopfschmerzen und Hautausschlag glimpflich verläuft, kann sie für Patienten mit angeschlagenem Immunsystem lebensgefährlich werden.

Nach Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber, Sindbis-Viren und dem West-Nil-Fieber ist der Usutu-Virus nun schon der sechste tropische Virus, der durch Stechmücken in Europa Einzug gehalten hat.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Wie will die Landesregierung die Verbreitung des Usutu-Virus und dessen Übertragung an Menschen verhindern?

2. Inwiefern hat die Landesregierung Erkenntnisse über die Anzahl der Übertragungen tropischer Viren in Deutschland bzw. NRW und der dadurch ausgelösten Erkrankungen?

3. In welchem Maße kooperiert das Land NRW mit anderen Bundesländern im Hinblick auf einen Maßnahmenkatalog gegen die Ausbreitung gefährlicher tropischer Viren?

4. Inwieweit existiert ein europaweiter Austausch über Vorkommen und Auswirkungen tropischer Viren?

5. Welche Prognose stellt die Landesregierung aufgrund wachsender klimatischer Veränderungen langfristig in Bezug auf das Gefährdungspotenzial durch die Krankheitsübertragung durch Stechmücken und anderer Wirte?