Auszubildenden

Klienten und deren Bedarf hergestellt, im Zuge eines standardisierten Übergabeverfahrens, wurden geeignete Klienten aus der Sozialhilfe an das Arbeitsamt weitergeleitet, um dort in entsprechende weiterführende Maßnahmen einzumünden.

Flankierend wurden zwischen dem Arbeitsamt und Sozialamt im Rahmen des Jugendsofortprogramms finanzierte Maßnahmen zur Aktivierung junger Menschen, wie etwa Anlaufstellen in Jugendfreizeitheimen, durchgeführt. Durch diese vielfältigen Kooperationsformen wurden erste Erfahrungen gesammelt, die sich nunmehr in der Einführung des ersten Job-Centers für junge Menschen im Geschäftbereich Bremen-Mitte manifestieren.

In Bremerhaven wurde aufgrund der Ausbildungsplatznot ein Arbeitskreis eingerichtet, dem Vertreterinnen und Vertreter des Arbeitsamtes, der Industrie- und Handelskammer, der Kreishandwerkerschaft, des Arbeitgeberverbandes, der Bremerhavener Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Magistrats Bremerhaven (Stadträte für Arbeit und Soziales, Oberschulräte) angehören. In dem Arbeitskreis werden die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Ausbildungssituation in Bremerhaven konzipiert und koordiniert. In diesem Kontext wurde u. a. das Projekt Externes Bremerhaven (Exam) auf den Weg gebracht, das kleinen und mittleren Betrieben konkrete Hilfestellung bei der Bewältigung von Aufgaben geben soll, die im Zusammenhang mit der Bereitschaft zur Schaffung von betrieblichen Ausbildungsplätzen entstehen: Die Betriebe können sich über das Projekt Exam unterstützen bzw. beraten lassen bei der Zulassung als Ausbildungsbetrieb, bei Fragen der Ausbildungseignung, bei der Erstellung eines betrieblichen Ausbildungsplanes etc. Der Projektansatz von Exam soll in Kürze auch auf Bremen übertragen werden.

Die Projektgruppe Ausbildung, früher Arbeitsgruppe 1, des Bündnisses für Arbeit und Ausbildung in Bremen und Bremerhaven versteht sich als Arbeitsgremium, in dem die unterschiedlichen Aktivitäten im Land Bremen zur Verbesserung der Ausbildungplatzsituation für Jugendliche gemeinsam beraten werden.

Hier werden auch Vorgaben und Entscheidungen des Plenums umgesetzt. Die Arbeit dieser Projektgruppe, in der alle wichtigen Instanzen des Landes zusammenarbeiten, ist das zentrale Netzwerk im Land Bremen, um Problemstellungen der jungen Menschen aufzuarbeiten. Daneben gibt es Zusammenschlüsse von Projektträgern, die themenbezogen kooperieren.

7. Welche Module im Baukastensystem ermöglichen den jungen Menschen eine anerkannte Qualifikation, und wer stimmt die einzelnen Module mit den Akteuren der Arbeitsmarkt- und Weiterbildungsträger ab?

Bezogen auf anerkannte Ausbildungsberufe gibt es derzeit keine einzelnen Module, die als selbständige Teilelemente in einem Baukastensystem anerkannt und auf eine Berufsausbildung anrechenbar wären, da sich die Sozialpartner auf Derartiges bislang nicht einigen konnten. Es bestehen noch immer Bedenken, ein solches modulares System sei der Einstieg in neue Formen der Schmalspurausbildung und mache bestehenden Ausbildungsgängen Konkurrenz.

Bezogen auf Berufsvorbereitungslehrgänge wird im Rahmen von Modellversuchen an der Entwicklung von selbständig zertifizierbaren Bausteinen gearbeitet.

In Bremen ist hier der vom BMBF geförderte Modellversuch Jingle des (ABC) zu nennen, der darauf zielt, drei Qualifizierungs-Bausteine im IT- und Medienbereich als Bestandteile des Bremer ITGrundbildungszertifikats zu entwickeln, in einem regionalen Netzwerk von Weiterbildungseinrichtungen unter Beteiligung des Arbeitsamtes mit Jugendlichen in Berufs- und Ausbildungsvorbereitung zu erproben und zur Zertifizierung zu bringen.

Während Qualifizierungsbausteine in der Berufsausbildung gegenwärtig aufgrund vorhandener Rechtsgrundlagen nicht durchführbar sind, werden sie als fester Bestandteil in der Berufsvorbereitung ihren Platz finden. In der Berufsvorbereitung sind Qualifizierungsbausteine Teilqualifikationen, die sich an bestehenden Ausbildungsordnungen und Lehrplänen orientieren und zugleich am Arbeitsmarkt verwertbar sind. Sie bieten dem jungen arbeitslosen Menschen eine bessere Möglichkeit, eine sich anschließende Berufsausbildung, unter der Möglichkeit einer Anrechnung aufzunehmen.

Der Senator für Bildung wird die für die Berufsbildung zuständigen Stellen dabei unterstützen, die erforderlichen berufsvorbereitenden Maßnahmen unter starker Berücksichtigung eines modularen Aufbaues (Qualifizierungsbausteinen) im Rahmen des Bündnisses für Arbeit und Ausbildung kooperativ abzustimmen und festzuschreiben.

8. Wie wird das EU-Programm EQUAL in dieses Netzwerk integriert, und welche Mittel (EU und Land) stehen dort zur Verfügung?

Das EU Programm EQUAL, das mit drei Projektverbünden, so genannten Entwicklungspartnerschaften, in Bremen und Bremerhaven umgesetzt wird, ist als regionales Netzwerk zur Förderung der Erwerbsintegration von zugewanderten Frauen und Männern zu verstehen. Die Entwicklungspartnerschaften umfassen neben Trägern aus dem Bereich Fort- und Weiterbildung auch regionale Akteure (so genannte strategische Partner), die die Arbeit der Entwicklungspartnerschaften unterstützen und an der Überleitung guter Projektansätze in die reguläre Förderpraxis im Rahmen des Mainstreamings mitwirken.

Im Rahmen von EQUAL werden insgesamt sechs Projekte operativer Partner im Bereich Übergang Schule ­ Ausbildung und Schule ­ Beruf gefördert, die somit zur Verringerung von Jugendarbeitslosigkeit beitragen.

Über die entwicklungspartnerschaftliche Zusammenarbeit hinaus sind diese EQUAL Projekte in der folgenden Weise vernetzt:

- Das Projekt BQN der Arbeitwohlfahrt berät ausländische Jugendliche und Betriebe zur Verbesserung der Ausbildungsintegration von Migranten und Migrantinnen sowie zur Erhöhung des Ausbildungsplatzangebots und kooperiert dabei eng mit dem Arbeitsamt, dem Amt für soziale Dienste, der Bremer Arbeit sowie dem Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales.

- Das EQUAL Projekt Migrantinnen Berufsorientierung und Planung konzentriert sich auf die Beratung schulpflichtiger Migrantinnen und die Berufsorientierung von Frauen mit Migrationshintergrund und arbeitet dabei mit der Handelskammer, der Handwerkskammer, dem Senator für Bildung und Wissenschaft, dem Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales und dem Arbeitsamt zusammen.

- Das EQUAL Projekt Ausbildungsorientierung und -vorbereitung für Migrant/-innen in der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes leistet Ausbildungsorientierung und -vorbereitung jugendlicher Migranten/-innen mit dem Ziel, die Ausbildungsbereitschaft zu erhöhen und das Berufswahlspektrum zu erweitern und kooperiert dabei mit dem Senator für Bildung und Wissenschaft, dem Zentrum für Schule und Beruf und der Allgemeinen Berufsschule in Walle.

Ferner werden im Rahmen der EQUAL Entwicklungspartnerschaft HB/2 Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für Zuwander/-innen drei Teilprojekte für die Zielgruppe junger Asylbewerber/-innen gefördert.

Abgesehen von der entwicklungspartnerschaftlichen Zusammenarbeit sind zwei der drei Teilprojekte wie folgt vernetzt:

- Das Projekt Flucht(t)räume getragen vom Deutschen Roten Kreuz kooperiert mit dem Senator für Bildung und Wissenschaft, dem Zentrum für Schule und Beruf; und der Allgemeinen Berufsschule in Walle.

- Das Projekt Vorbereitung auf die berufliche Bildung für jugendliche Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge wird getragen von der Bremer Volkshochschule, Zweigstelle-Nord, die eng mit dem Arbeitsamt zusammenarbeitet.

- Das Projekt Computer und Internet für junge Zuwander/-innen des Arbeiter-Samariter-Bundes soll die soziale Teilhabe von jungen Migranten/-innen über den Zugang zum netzbasierten Austauschprozess stärken.

Für alle sechs EQUAL-Projekte, die sich um die Verringerung von Jugendarbeitslosigkeit bemühen, sollen bis zum Jahre 2005 folgende Fördermittel, aufgeteilt nach Mittelgebern zur Verfügung stehen:

Die Fördermittel, die in den Jahren 2000 bis 2002 im Land Bremen insgesamt für arbeitsmarktpolitische Programme und Projekte gegen Jugendarbeitslosigkeit aufgewendet wurden, zeigt die folgende Übersicht:

9. Wie hoch war die Zahl der erreichten Jugendlichen in allen Programmen ab 2000 bis laufend, und wie hoch war die Zahl der Jugendlichen, die nach der Teilnahme im Programm einen Ausbildungsplatz im dualen System antreten konnten bzw. wie hoch war die Zahl derer, die einen festen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt erhalten konnten?

Die Anzahl von Jugendlichen, die über das Landesprogramm für Lernortverbünde und Ausbildungspartnerschaften, das Kooperationen zwischen Ausbildungsbetrieben, Weiterbildungseinrichtungen, Hochschulen etc. zur Innovation der dualen Ausbildung fördert, erreicht wurden, stellt sich so dar:

Zusätzlich zu nennen sind diejenigen Auszubildenden, denen über das Landesprogramm Ausbildung im Verbund, das ebenfalls im Qualifizierungsfonds des BAP gefahren wird, ein betrieblicher Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt werden konnte. Dieses Landesprogramm wendet sich an Betriebe, denen zur Durchführung von Erstausbildung gewisse Kompetenzen fehlen. Diese Unternehmen werden finanziell dabei unterstützt, sich zur Kompensation dieser Defizite zu einem arbeitsteiligen Ausbildungsverbund zusammenschließen und so Ausbildungsbarrieren zu überwinden.

Die Entwicklung der Auszubildenden in diesem Programm sieht wie folgt aus:

Im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2002 konnte über dieses Landesprogramm eine Frauenquote von 47 % erreicht werden.