Die ausgebauten und teilregionalisierten Internetseiten der Bundesanstalt für Arbeit und des Landesarbeitsamtes

Grundsätzlich gelten die Ausführungen zum Arbeitsamt Bremen auch für Bremerhaven. Durch den seit vielen Jahren installierten Arbeitskreis Kontaktlehrer-Berufsberater und die enge Zusammenarbeit von Schule, Wirtschaft, Berufsberatung und Bildungsträgern auf allen Ebenen ist ein abgestimmtes Vorgehen und gegenseitige Information aller an der Berufsvorbereitung der Schüler/-innen beteiligten Schulen sichergestellt. Die Weitergabe der Informationen an die jungen Menschen erfolgt durch die Kontaktlehrer und Berufsberater u. a. im Rahmen des schulischen Unterrichts.

Das System der Berufsorientierung und -vorbereitung beginnt an den allgemeinbildenden Schulen bereits in der Sekundarstufe I, wird dort zurzeit intensiviert und auf gestärkte didaktische, konzeptionelle und strukturelle Grundlagen gestellt. Entscheidend ist die Kooperation der allgemein bildenden Schulen mit Betrieben und Institutionen der Sozialpartner, wie sie sich bereits jetzt in einer Anzahl von Projekten konkretisiert sowie eine stärkere Vernetzung der Bildungsgänge der Sekundarstufe I und der beruflichen Bildungsgänge.

Die ausgebauten und teilregionalisierten Internetseiten der Bundesanstalt für Arbeit und des Landesarbeitsamtes bzw. des Berufsinformationszentrums haben bereits einen festen Platz in der Begleitung der Berufswahlentscheidung durch die Schulen der Sekundarstufe I.

Um die Informationen über die Berufsausbildungsmöglichkeiten zeitnah und umfassend an die Jugendlichen heranzutragen, müssen die computergestützten Informationssysteme wie das Internet lokal noch stärker einbezogen werden. Hierzu sind zunächst die Datenbestände über die Angebote der Erstausbildung und des lebenslangen Lernens aufzubereiten, zu bündeln und ins Netz zu stellen.

Dazu dient unter anderem das Projekt Weiterentwicklung der IWIB-Weiterbildungsdatenbank zum Lernportal, das durch die ressortübergreifende Projektgruppe Aus- und Weiterbildung gegenwärtig auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit hin geprüft werden soll. Das Lernportal soll die zurzeit weit verstreuten Datenbestände über die Möglichkeiten von Aus- und Weiterbildungen zusammenfassen und sich zu einer zentralen Adresse für Internet-Informationen über dieses Gebiet entwickeln.

18. Inwieweit werden Jugendliche an der Erarbeitung der Informationen beteiligt, und werden in den Internetcafes sowie in den Internet-Points entsprechende Projekte mit Jugendlichen entwickelt und umgesetzt?

Im Rahmen des Kooperationsprojektes Web.Punkte (www.webpunktebremen.de) zusammen mit der deutschen Telekom AG wurden an 25 Schulstandorten in Bremen und Bremerhaven Computerräume eingerichtet, die am Nachmittag dem Stadtteil zur Verfügung stehen und durch Jugendliche aus den Schulen (Web.Scouts) betreut werden. Die Nachmittagsangebote zielen insbesondere auf die Förderung benachteiligter Jugendlicher und sind in den meisten Standorten in den letzten beiden Jahren ausgeweitet worden. Die Informationen über die Web.Punkte und die Projektideen zur Ausgestaltung der Angebote wurden gemeinsam von den Web.Scouts und den verantwortlichen Lehrkräften in den Schulen mit Hilfe der Universität Bremen entwickelt und umgesetzt.

In der Sekundarstufe I ist Berufsorientierung ein durch Kontaktlehrer/-innen betreuter Schwerpunkt (siehe hierzu auch Antworten zu Fragen 16, 17 und 19). Im Rahmen von Unterricht und Projekten werden gerade auch unter Nutzung neuer Medien Inhalte sowohl vorgestellt als auch von Schüler/-innen erarbeitet. Informationen über CD-ROM, Videos und Internetadressen hierzu liegen in den Schulen vor, zusammengestellt von der Abteilung Medien/Landesbildstelle des LIS.

Zur Unterstützung der Berufsorientierung von Mädchen, speziell über technische Berufe für Mädchen, finden Medienprojekte statt wie: Wettbewerb Miss Technik, Roberta ­ Mädchen erobern Roboter (ist auch für männliche Jugendliche offen), LAN-Party (Netzwerk-Computerspiele) für Mädchen, Internetkurse Mädchen ans Netz u. a. m.

Diese Projekte finden teilweise auch in der Sekundarstufe II statt.

19. Wie stellt der Senat sicher, dass alle Informationen für Jugendliche zum Thema Berufswahl sowie zur Integration in Ausbildung und Arbeit von den Jugendlichen sprachlich verstanden werden sowie inhaltlich ansprechend gestaltet sind, welche Konzeption ist dafür von wem erarbeitet worden, und wie werden die vorhandenen Konzeptionen aktualisiert?

Die schulische Begleitung der Berufswahlentscheidung ist wesentlich angewiesen auf die direkte Ansprache und Beratung. Diese erfolgt seit langem in enger Kooperation zwischen den Berufsberatern und den Schulen. Hier sind es insbesondere die im Sekundarbereich I eingesetzten so genannten Kontaktlehrkräfte auf der schulischen Seite, die Maßnahmen der Berufsorientierung organisieren, direkte individuelle Beratung durchführen und diese mit dem Beratungsangebot der Berufsberatung koordinieren. Hinzu kommen die Klassenleitungen der Abschlussklassen, die in der Hauptschule eine Wochenstunde zur Verfügung haben, die sie auch zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei der Ausbildungsplatzsuche nutzen können.

Eine zentrale Rolle spielen unter den schriftlichen Informationen zum Thema Berufswahl die jährlichen Broschüren des Landesarbeitsamtes und der Kammern; diese sind unter journalistischer Beratung gestaltet; sie unterliegen nicht dem Einfluss des Senats. Soweit Faltblätter und Informationshefte durch Dienststellen des Senators für Bildung und Wissenschaft herausgegeben werden, sind sie um eine jugendgerechte Sprache bemüht.

Die Konferenz der Kontaktlehrkräfte nimmt ­ koordiniert durch die Schullaufbahnberatung ­ eine kontinuierliche kritische Begleitung der Informationsstandards vor und gibt gegebenenfalls Impulse für deren Aktualisierung.