Absolventen

Defizitanalysen, aber mehr noch von den dort erprobten praktischen Ansätzen zur Stärkung von Selbstlernkompetenz lernen kann, in denen sich eine veränderte Lehrerrolle realisiert, die Lernsituationen für selbsttätige Lerner gestaltet. Ein entsprechender Transfer kann helfen, die Notwendigkeit und den Umfang nachschulischer oder außerschulischer Nachbesserungsangebote zu verringern, mit denen heute Ausbildungsbereitschaft und -fähigkeit von Jugendlichen erhöht oder erst hergestellt werden.

Es geht besonders um die unverzichtbare Schlüsselqualifikation, die eigene Motivation und Fähigkeit, sich immer wieder neu zu orientieren, und die eigene Qualifikation selbstständig weiter zu entwickeln. Im Projekt geschieht dies auch und besonders unter Nutzung der Potenziale der neuen Medien.

Indem der Senat fortgesetzt den Ausbau der Ausstattung der Schulen mit IT-Medien und die Entwicklung der Praxis von Medienbildung betreibt, schafft er ­ auch in der Hauptschule ­ Vorraussetzungen für den Erwerb selbstgesteuerter Lernmethoden.

Der Senat stellt weiterhin durch Veranlassung geeigneter Veranstaltungen sicher, dass ein möglichst hoher Transfer der Projektergebnisse auch in den allgemein bildenden Bereich hinein erfolgt. Dabei sollen besonders Methoden und Lernarrangements vorgestellt werden, die der Realität moderner Arbeitsplätze nahe stehen und die die Motivation und Selbsttätigkeit einer nicht leicht erreichbaren Schülerschaft fördern.

4. Welche Konzepte hat der Senat, um den bedarfsgerechten Ausbau der Schulsozialarbeit zu gewährleisten, und wie wird sichergestellt, dass notwendige Fördermaßnahmen kontinuierlich umgesetzt werden?

Da den Schulen keine direkte und hauptamtliche personelle Kapazität für Schulsozialarbeit zugeordnet ist, ruht dieser Aufgabenbereich auf mehreren Schultern, die vom Senat in jüngster Zeit deutlich verstärkt wurden:

- Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer der Hauptschule sind seit dem 1. August 2001 mit einer so genannten Klassenlehrerstunde ausgestattet, die u. a. für die Anteile von Sozialarbeit in der Klassenlehrertätigkeit zur Verfügung stehen.

- Die Mitarbeiter der Beratungsstelle Schulvermeidung leisten nachgehende Präventionsarbeit vor Ort.

- Die regionalen Ausschüsse zur Prävention von Schulvermeidung sind Ressort übergreifend multiprofessionell zusammengesetzt und leisten kooperative Unterstützung der Schulen in vielfältig gelagerten Einzelfällen.

- Der pädagogische wie der betreuende Auftrag von Betreuungsschulen und offenen Ganztagsschulen der Sekundarstufe I wird auch unter Zuhilfenahme sozialpädagogischer Kräfte umgesetzt, die nicht selten negative Auswirkungen des familiären oder sozialen Umfeldes auf den Schulbesuch und Schulerfolg auffangen.

Darüber hinaus arbeitet der Senator für Bildung und Wissenschaft an Konzepten zur Beschäftigung von Schulassistenten nach finnischem Vorbild, die ­ besonders an Brennpunktschulen ­ sowohl in sozialpädagogisch ausgerichteter als auch in schulleistungsorientierter Förderung außerhalb des Unterrichts eingesetzt werden können.

Der Senat wird prüfen, ob die Wirksamkeit der mit dem Senatsbeschluss 804 vom 10. September 2002 für Fördermaßnahmen zur Verfügung gestellten Mittel, eine Fortschreibung entsprechender Maßnahmen begründet.

Unabhängig davon geben die vertieften Analysen der Ergebnisse der Pisa-Untersuchung u. a. Aufschluss über wesentliche Zielgruppen schulischer, oftmals vorrangig sprachlicher Förderung und bieten so Anhaltspunkte für eine Verbesserung der Effizienz und Nachhaltigkeit von Fördermaßnahmen.

Schließlich kann die Kontinuität von Förderung in der Hauptschule nach Auffassung des Senats nicht ausschließlich angewiesen sein auf zusätzliche, unterrichts ergänzende Maßnahmen. Vielmehr ist der allgemeine Förderauftrag des Schulgesetzes in schuleigenen Förderkonzepten umzusetzen, die eine verstärkte Beachtung individueller Lernvoraussetzungen zum Ziel haben und die besonders dort erfolgreich sind, wo sie helfen, die Selbstkompetenz der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu stärken. Diese Zielsetzung wird vom Senat unterstützt durch die Ausstattung zentraler Projekte zur Unterrichts- und Qualitätsentwicklung.

5. Welche Maßnahmen wird der Senat ergreifen, um den Hauptschulabschluss qualitativ zu verbessern und damit seinen Wert zu erhöhen? Werden dazu auch Abschlussprüfungen gehören, mit denen Leistungsstandards klar definiert werden?

Neben den bereits angesprochenen vielfältigen schulbezogenen wie schulübergreifenden Vorhaben zur Unterrichts- und Qualitätsentwicklung von Schule ist hier spezifisch darauf einzugehen, dass an den Schulen der Sekundarstufe I in der 10. Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch seit dem Schuljahr 2001/02 Vergleichsarbeiten geschrieben werden. Im laufenden Schuljahr sind sie erstmals an bildungsgangsbezogenen Musteraufgaben orientiert, die ­ auch für die Hauptschule ­ zentral vorgegeben wurden. Neben dem Effekt der wachsenden Sicherung der Vergleichbarkeit von schulischer Leistungsmessung wird mit der Erprobung geeigneter Aufgaben und mit der Auswertung dieser Arbeiten die stufenweise Einführung von Abschlussprüfungen am Ende der Sekundarstufe I vorbereitet.

Die zugrunde zu legenden Standards sind in den Bremer Rahmenplänen der beteiligten Fächer explizit ausgewiesen, die Musteraufgaben bilden eine Darstellungsform dieser Standards. Durch die Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesinstituts für Schule in den gegenwärtigen Prozess der Erstellung bundeseinheitlicher Standards ist gewährleistet, dass die Bremer Maßnahmen zur Standardsetzung und -sicherung am nationalen Qualitätsentwicklungsprozess ausgerichtet sind.

Für den Erweiterten Hauptschulabschluss und die Erhöhung seiner Akzeptanz auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist es über den Nachweis fachlicher Kompetenzen und Grundfertigkeiten hinaus von zentraler Bedeutung, dass Fächer übergreifende Schlüsselqualifikationen erworben, überprüft und ausgewiesen werden.

Der Senat beabsichtigt daher ­ orientiert am Vorbild Baden-Württembergs und Hessens ­ so genannte Projektprüfungen zur handlungsorientierten Kompetenzfeststellung zu entwickeln und im Schuljahr 2003/04 zu erproben, in denen Methoden- und Sozialkompetenzen in eine projektbegleitende abschlussrelevante Leistungsbeurteilung eingehen.

Bereits seit dem laufenden Schuljahr werden mit den Zeugnissen der Sekundarstufe I auch Informationen über das Arbeits- und Sozialverhalten gegeben.

Wenn der Wert des qualifizierten Hauptschulabschlusses im Sinne der Zertifizierung der Berufsbildungsreife verstärkt werden soll, dann ist es außerdem

­ und auch im gemeinsamen Vorgehen der Kultusminister ­ erforderlich, dass seine gültigen und zukünftigen Standards besonders abgestimmt sind mit den Erwartungen und Erfahrungen betrieblicher Ausbildung. Der Senat wird dies durch entsprechende Beteiligungen an der Entwicklung von Abschlussprüfungen für die Hauptschule sicherstellen. Für die Vermittlung von Erwartungen der Wirtschaft an Schulabsolventen in die schulische Praxis hinein bestehen bereits jetzt gute Voraussetzungen durch das dichter werdende Netzwerk der Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben, aber auch durch Projekte zu Qualitätsmanagement und -entwicklung, die für die kommenden Schuljahre von Stiftungen und Unternehmensverbänden der Wirtschaft bremischen Schulen angeboten werden. Diesen Projekten ist gemeinsam, dass Experten betrieblichen Qualitätsmanagements mit den Schulen arbeiten werden. Schließlich ist auch im Projekt Schule + Partner die Einbindung betrieblicher Kooperationspartner konstitutives Moment.