Teilnahme an den Bundesjugendspielen

Die Kleine Anfrage beantworte ich wie folgt:

Frage 1. Auf welchen rechtlichen Regelungen basieren die Bundesjugendspiele?

Mit Erlass vom 10. Juli 2003 - II B 4 - 170/862 - 61 - (ABl. 2003, S. 527, Anlage 5) wurde die Durchführung der Bundesjugendspiele in den Schulen ab Schuljahr 2003/2004 bis zur 10. Klasse einschließlich für verbindlich erklärt.

Frage 2. Wie waren die Bundesjugendspiele, deren Durchführung seit dem Schuljahr 2003/2004 verpflichtend ist, zuvor geregelt?

Die Regularien zur Durchführung von Bundesjugendspielen wurden in dem jährlichen "Wettkampferlass" gemäß dem gemeinsamen Aufruf des (federführenden) Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Präsidentin/des Präsidenten der Konferenz der Kultusminister der Länder und des Präsidenten des Deutschen Sportbundes veröffentlicht. Die Schulen wurden aufgefordert, die Bundesjugendspiele zum Kern von Schulsportfesten und Schulsporttagen zu machen.

Frage 3. Welches sportpädagogische Konzept liegt den Bundesjugendspielen zugrunde?

Die Bundesjugendspiele lösen den Anspruch ein, Bestandteil einer modernen Sportpraxis zu sein. Es handelt sich um ein abgestimmtes Konzept zwischen den Angeboten der beteiligten Sportarten.

Sie orientieren sich an den Grundformen der Bewegung und berücksichtigen dabei die Prinzipien der Vielseitigkeit und der Wahlmöglichkeit. Die Bundesjugendspiele werden in den Grundsportarten Geräteturnen, Leichtathletik und Schwimmen ausgeschrieben.

Sie sind in drei Teile gegliedert:

1. Wettkampf: sportartspezifischer Mehrkampf,

2. Wettbewerb: Vielseitigkeitswettbewerb der jeweiligen Grundsportart,

3. Mehrkampf: sportartübergreifender Mehrkampf der drei Grundsportarten.

Es besteht sowohl Wahlmöglichkeit zwischen den drei Sportarten als auch zwischen den Teilen Wettkampf, Wettbewerb und Mehrkampf.

Mit diesem Konzept geht man von der Erkenntnis aus, dass junge Menschen unterschiedliche Motive haben, Sport zu treiben (Mehrperspektivität, pädagogische Perspektiven). Es verfolgt das Ziel, jüngere Jahrgänge systematisch an die Grundsportarten heranzuführen, die für das Sporttreiben durch die Vermittlung von Basiskompetenzen insgesamt von Bedeutung sind. Dabei wird bewusst auf eine Frühspezialisierung und Einengung in ein zu starres Regelwerk verzichtet.

Frage 4. Wie hat sich die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler an den Bundesjugendspielen in den einzelnen Jahrgangsstufen in den vergangenen fünf Schuljahren entwickelt?

Korrespondierend mit der verbindlichen Teilnahme an den Bundesjugendspielen für Schülerinnen und Schüler bis zur Jahrgangsstufe 10 ab dem Schuljahr 2003/2004 werden ab diesem Zeitpunkt nur noch Angaben zu dieser Teilnehmergruppe erhoben. Die Angaben der Vorjahre können auch Schülerinnen und Schüler der Oberstufe berücksichtigen, die - wenn auch in geringer Zahl - an Bundesjugendspielen teilgenommen haben.

Zahlen für das Schuljahr 2004/2005 liegen noch nicht vor.

Frage 5. Wie viel Prozent der Schülerinnen und Schüler haben in den einzelnen Jahrgangsstufen in den vergangenen fünf Schuljahren nicht an den Bundesjugendspielen teilgenommen?

Frage 6. Wie hat sich die Teilnehmerzahl an den Bundesjugendspielen bei den Schülerinnen und Schülern in den Jahrgängen der gymnasialen Oberstufe entwickelt?

Auf die Antwort zu Frage 5 wird verwiesen.

Frage 7. Wie bewertet die Landesregierung die Teilnehmerzahl an den Bundesjugendspielen?

Eine Verbesserung der Teilnahme ist ein wichtiges Anliegen. Angesichts der Tatsache, dass die verbindliche Durchführung erstmals mit Erlass vom 10. Juli 2003 geregelt wurde und die Schulen die Umsetzung auch vor dem Hintergrund der jeweiligen Sportstättensituation zu planen hatten, ist eine Teilnehmerquote von rund 40 v.H. im ersten Jahr jedoch befriedigend. Ergebnisse des Schuljahres 2004/2005 liegen noch nicht vor.

Frage 8. Wird die Landesregierung angesichts der Teilnehmerzahl bei den Bundesjugendspielen Maßnahmen zu Veränderungen im Sportunterricht ergreifen?

Der didaktische Ansatz der Bundesjugendspiele (siehe auch Antwort zu Frage 3) deckt sich mit den didaktischen Grundentscheidungen der hessischen Sportlehrpläne. Sowohl der Landesportbund als auch der Deutsche Sportlehrerverband - Landesverband Hessen - begrüßen den Lehrplan; Letzterer bezeichnet ihn als den "modernsten Lehrplan in Deutschland".

Vor diesem Hintergrund besteht kein Anlass, Veränderungen im Sportunterricht mit Blick auf die Teilnehmerzahl bei den Bundesjugendspielen vorzunehmen.