Schule

Insbesondere die deutlichen Erlöseinbußen bei Getreide, Milch und Schweinen haben im Wirtschaftsjahr 2002/2003 zu der erneuten Verschlechterung der Ertragslage der Haupterwerbsbetriebe geführt. Ursachen für diese Erlöseinbußen sind spürbar geringere Getreideerträge, gesunkene Verkaufspreise für Getreide, für Milch und für Mastschweine (Übersicht 2). Gestiegen sind die betrieblichen Aufwendungen für Saatgut und Energie (Treibstoff und Heizmaterial).

Diesen einkommensmindernden Einflüssen standen durch höhere Erlöse bei Rindern und Wein auch einige positive Entwicklungen gegenüber. Die Direktzahlungen haben sich im WJ 2002/2003 auch wegen des Anstiegs der Einnahmen aus Tierprämien (vgl. Übersicht 22) erhöht, weil die letzte Erhöhung der Tierprämien im WJ 2001/2002 nur für das zweite Halbjahr galt. Preisbedingt geringere Aufwendungen wurden für Tierzukäufe sowie für Dünge- und Pflanzenschutzmittel getätigt (Übersicht 2). Übersicht 3 und 4). Außerdem ist die Streuung der Gewinnhöhe zwischen den einzelnen Betrieben sehr groß (vgl. Übersicht 7).

Einkommen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe 2002/2003 nach Betriebsformen (BRD)

Die Einkommenssituation der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe 2002/2003 ist für die verschiedenen Betriebsformen in Übersicht 3 dargestellt.

Die Erlösrückgänge führten 2002/2003 in fast allen Betriebsformen zu negativen Einkommensentwicklungen.

Witterungsbedingte Verluste während der Erntezeit im Jahr 2002 in Verbindung mit rückläufigen Erzeugerpreisen führten zu einem erheblichen Rückgang der Erlöse in den Ackerbaubetrieben bei Getreide um 22 % und für Kartoffeln um 16 %. Die Erlöse für Zuckerrüben sind aufgrund des geringeren durchschnittlichen Erzeugerpreises um 4 % gesunken. Insgesamt verringerte sich der durchschnittliche Gewinn je Unternehmen um 26 % auf 33 639.

Aufgrund der Vergrößerung der Produktionskapazitäten je Betrieb in allen Sparten des Gartenbaus (Gemüse, Zierpflanzen und Baumschulen) ist der durchschnittliche Gewinn je Unternehmen in den Gartenbaubetrieben im WJ 2002/2003 trotz z. T. deutlich niedrigerer Erlöse je Flächeneinheit lediglich um 1,1 % gesunken. Die höhere Effizienz des Arbeitskrafteinsatzes führte zu einem Anstieg des Gewinns plus Personalaufwand je Arbeitskraft. In den verschiedenen Sparten gab es unterschiedliche Entwicklungen (Übersicht 5). Im Gemüsebau haben sich nach dem erheblichen Einkommensrückgang im Vorjahr die Betriebsergebnisse wieder verbessert. Die Zierpflanzenbetriebe mussten dagegen leichte Einkommenseinbußen hinnehmen, die allerdings ohne betriebliches Wachstum bedeutend größer gewesen wären. Die Baumschulbetriebe haben das WJ 2002/2003 mit fast unverändertem Gewinn je Unternehmen, aber mit Zuwächsen beim Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft abgeschlossen.

Im Weinbau führten höhere Weinmostpreise zu einem Anstieg der Erlöse um 3 bis 4 %. Der höhere Ertrag und die gute Qualität der Weinernte 2002 in Deutschland bei gleichzeitig kleineren Weinernten in den Ländern Südeuropas haben die wirtschaftliche Situation der Weinbaubetriebe im WJ 2002/2003 deutlich verbessert. Die preis- und mengebedingt höheren Erlöse je ha Ertragsrebfläche führten im Durchschnitt der Betriebe zu einem spürbaren Anstieg der Einkommen (Übersicht 3).

Nach Vermarktungsformen und Anbaugebieten ergaben sich unterschiedliche Entwicklungen (Übersichten 15 und 14). Den stärksten Einkommenszuwachs erzielten die Fassweinvermarkter. Die Betriebe dieser Gruppe hatten in den Vorjahren die höchsten Rückgänge hinnehmen müssen. Die Preise für Fasswein erholten sich von ihrem sehr niedrigen Vorjahresniveau und führten zu einem deutlich verbesserten aber vergleichsweise niedrigen Gewinn plus Personalaufwand je Arbeitskraft. In den Winzergenossenschaftsbetrieben gab es ebenfalls deutliche Einkommensverbesserungen. Ursachen hierfür waren höhere betriebliche Erträge und ein Rückgang bei den betrieblichen Aufwendungen. Die Betriebe mit Flaschenweinvermarktung profitierten zwar von der verbesserten Preissituation am Markt, jedoch wurden die höheren Erlöse durch höhere betriebliche Aufwendungen aufgezehrt.

Zusammen mit einer etwas kleineren Ertragsrebfläche führte dies im Durchschnitt der Flaschenweinbetriebe zu einer negativen Entwicklung der Einkommen. Die Gewinnentwicklung in den verschiedenen Anbaugebieten wird neben den vorherrschenden Produktionsstrukturen und Vermarktungsformen von abweichenden Ertrags-, Qualitäts- und Preisverhältnissen bestimmt. Ergebnisdarstellungen für alle Anbaugebiete sind aufgrund der kleinen Stichprobe nicht möglich. In Übersicht 14 sind Kennzahlen für ausgewählte Anbaugebiete dargestellt.

Bei den Obstbaubetrieben gingen die Einkommen der Betriebe gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück (Übersicht 3). Allerdings waren die Betriebe sehr unterschiedlich durch schlechte Witterungsbedingungen im Erntejahr 2002 (regionale Spätfröste, hohe Niederschlägeim Sommer) betroffen. Bei Äpfeln, der für die ausgewerteten Betriebe mit Abstand bedeutendsten Obstart, konnte der Rückgang der Erzeugungsmengen infolge der seit 1997 schwächsten Ernte durch höhere Erzeugerpreise nicht ausgeglichen werden.

Aufgrund rückläufiger Auszahlungspreise der Molkereien sanken in den Milchviehbetrieben die Erlöse aus der Milchproduktion um 8 %. Der durchschnittliche Gewinn je Unternehmen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf 24 668. Hingegen wurde in den Betrieben des sonstigen Futterbaus (Rinderaufzucht und Rindermast) ein Anstieg des durchschnittlichen Gewinns je Unternehmen um 3 % auf 20 873 verzeichnet. Ursache hierfür waren die um 12 % höheren Erlöse aus der Rinderproduktion infolge gestiegener Erzeugerpreise für Schlachtrinder und der Anstieg der Tierprämien im Rahmen der dritten Stufe der Agenda 2000.

Der drastische Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtschweine und Ferkel führte in den Veredlungsbetrieben (Schweine- und Geflügelhaltung) zu Erlöseinbußen von 22 % bei Schweinen. Der Aufwand für Futtermittel verringerte sich um 9 %. Trotzdem ging der Gewinn je Unternehmen erneut um 45 % auf durchschnittlich 26 718 zurück (Übersicht 3).

Die Gemischtbetriebe zeichnen sich durch mehrere Produktionsausrichtungen aus, wobei überwiegend zusammen mit dem Ackerbau entweder die Milchviehhaltung oder die Schweinehaltung Schwerpunkte bilden. Die Gewinnentwicklung in diesen Betrieben wurde wesentlich von dem Rückgang der Erzeugerpreise für Schlachtschweine und Ferkel, dem geringeren Auszahlungspreis für Milch und den Erlöseinbußen bei Getreide beeinflusst. Darüber hinaus ist der Aufwand für Saatgut besonders wegen Auswinterungsschäden bei Wintergetreide unter Winterraps im ersten Halbjahr 2003 gestiegen. Im Durchschnitt aller Gemischtbetriebe ist der Gewinn je Unternehmen im Durchschnitt um 30 % auf 21 616 zurückgegangen (Übersicht 3).

Wie sich die Einkommen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Deutschland während der letzten vier Wirtschaftsjahre nach Betriebsformen entwickelt haben, verdeutlicht Übersicht 4.

Übersicht 5 differenziert die Gewinnentwicklung für die hauptberuflich bewirtschafteten Gartenbaubetriebe nach Gemüsebau, Zierpflanzen und Baumschulen, während in Übersicht 6 die Gewinnsituation in den HE-Obstbaubetrieben nach Betriebsgrößenklassen ausgewiesen ist.