Vorsorge

Auch innerhalb der einzelnen Anbaugebiete streuen die Gewinne je HE-Weinbaubetrieb beträchtlich, weil die Weinbaubetriebe sehr unterschiedliche Vermarktungsformen (vgl. Übersicht 15) und Betriebsgrößen aufweisen.

Im Wirtschaftsjahr 2001/2002 erzielten die Flaschenweinvermarkter noch wesentlich höhere Gewinne je Unternehmen als die Fassweinvermarkter und die Unternehmen mit Genossenschaftsvermarktung (vgl. Übersicht 15). Durch den Anstieg der Fassweinpreise im Wirtschaftsjahr 2002/2003 haben sich diese Unterschiede stark verringert. Gleichzeitig ist das Einkommensniveau bei den Fasswein- und Genossenschaftsvermarktern erheblich angestiegen.

Bundesweit betrug 2002/2003 der durchschnittliche Gewinn je HE-Weinbaubetrieb bei den

­ Flaschenweinvermarktern 33226,

­ Fassweinvermarktern 32644,

­ Genossenschaftsvermarktern 35096.

Das durchschnittliche Einkommen (Gewinn plus Personalaufwand) je AK belief sich auf 18 803 (Flaschenwein) bzw. 16 260 (Fasswein) und 21 185 (Winzergenossenschaften) (Übersicht 15).

Zu dieser positiven Einkommensentwicklung in den Weinbaubetrieben dürfte auch der steigende Anteil roter Rebsorten bei der Weinvermarktung beigetragen haben.

4. Eigenkapitalveränderung der landwirtschaftlichen HE-Betriebe 2002/2003

Deutschland

Die Eigenkapitalveränderung ist wichtiger Maßstab zur Beurteilung der Existenzfähigkeit landwirtschaftlicher Unternehmen. Die Eigenkapitalveränderung des Unternehmens wird anhand der Bilanz berechnet. Der Wert ermöglicht eine Aussage darüber, inwieweit das im Unternehmen in dem jeweiligen Jahr erwirtschaftete und dort verbleibende Eigenkapital bereits eine ausreichende Grundlage zur Finanzierung von Nettoinvestitionen darstellt.

Die Eigenkapitalbildung war in Deutschland im WJ 2002/2003 im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe mit 2 017 je Unternehmen deutlich geringer als in den Vorjahren (Übersicht 16).

Die Ackerbaubetriebe, die Dauerkulturbetriebe und die Milchviehbetriebe verzeichneten die höchsten Zunahmen des Eigenkapitals.

Dagegen war die Eigenkapitalbildung in den Gartenbaubetrieben, in den Betrieben des sonstigen Futterbaus (Rinderaufzucht, -mast) und im überwiegenden Teil der Gemischtbetriebe negativ. Die Veredlungsbetriebe wiesen eine sehr geringe Eigenkapitalbildung auf. Die Betriebsgröße hatte ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf die Fähigkeit der Betriebe, Eigenkapital zu bilden. Die kleineren Betriebe wiesen im Unterschied zu den mittleren und größeren Betrieben eine negative Eigenkapitalbildung auf. Hierbei wird berücksichtigt, dass ein erheblicher Teil der Entnahmen zur privaten Vermögensbildung zu einem späteren Zeitpunkt wieder in den Betrieb zurückfließt. Aus diesem Grund wird die Eigenkapitalveränderung um die private Vermögensbildung bereinigt. Dazu werden die Einlagen aus dem Privatvermögen abgezogen und die Entnahmen zur Bildung von Privatvermögen hinzuaddiert.

Im WJ 2002/2003 war die bereinigte Eigenkapitalveränderung im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe, anders als in den Vorjahren, niedriger als der bilanziell ermittelte Betrag. In den Veredlungs- und Gemischtbetrieben war die bereinigte Eigenkapitalveränderung sogar negativ. Diese Betriebe waren darauf angewiesen, zum Teil in erheblichem Maße private Mittel wieder im landwirtschaftlichen Betrieb zu verwenden.

Rheinland-Pfalz

Welche Eigenkapitalveränderung sich in den rheinland-pfälzischen HE-Betrieben im Wirtschaftsjahr 2002/2003 ergab, belegt Übersicht 17 für die verschiedenen Betriebsformen.

Quelle: Testbuchführung Rheinland-Pfalz; identische Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe.

Im Durchschnitt wurden den rheinland-pfälzischen HE-Betrieben 34 386 entnommen, eingelegt wurden 11 095. Damit waren 4 812 Kapitalbildung möglich. Innerhalb der Landwirtschaft war im Gegensatz zum Wirtschaftsjahr 2001/2002 bei allen Gruppen eine positive Entwicklung gegeben. Diese schwankte zwischen 1 553 bei den Veredlungsbetrieben und 10 145 bei den Ökobetrieben.

Werden diese Ergebnisse mit der Kapitalbildung verglichen, die im Durchschnitt erreicht werden sollte, nämlich mindestens 7 500, so liegt der Durchschnitt nur bei gut zwei Drittel dieser Größe. Über diesem Wert liegen die Ökobetriebe. Bis auf die Kapitalbildung bei den Ökobetrieben war es den Unternehmen nicht möglich, ausreichend Kapital zu bilden, um einerseits die Betriebe über Wachstumsinvestitionen in ihrer Substanz zu erhalten und andererseits Vorsorge für die Geldentwertung zu treffen.

5. Einkommensentwicklung in den Klein- und Nebenerwerbsbetrieben 2002/2003

Im Jahre 2003 wurde in Deutschland über die Hälfte der rund 388 500 landwirtschaftlichen Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet. Für das WJ 2002/2003 wurden im Testbetriebsnetz 1 394 Klein- und Nebenerwerbsbetriebe ausgewertet, die weniger als 1 AK haben oder eine Betriebsgröße von 8 bis unter 16 EGE aufweisen.

Die Haupteinkommensquelle in diesen Betrieben ist die Erwerbstätigkeit außerhalb des eigenen Betriebes, insbesondere die nichtselbständige Tätigkeit. Diese Betriebe befinden sich häufig in kleinflächigen und für die Produktion ungünstigen Lagen wie Mittelgebirgen. Hier tragen sie aber in wesentlichem Umfang zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft bei.

Diese Unternehmen sind im Vergleich zu Haupterwerbsbetrieben deutlich kleiner. Sie haben eine deutlich geringere wirtschaftliche Betriebsgröße, geringere Flächenausstattung und weniger Arbeitskräfte. Im Durchschnitt erzielen sie wegen der meist ungünstigen natürlichen Voraussetzungen geringere Naturalerträge (Übersicht 18).