Klassenwiederholungen und Nachprüfungen

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie viele Schülerinnen und Schüler müssen im jetzt laufenden Schuljahr die Klassenstufe des vorherigen Schuljahres wiederholen (bitte nach Geschlecht und Schulart aufschlüsseln)?

2. Wie viele Schülerinnen und Schüler, die im laufenden Schuljahr die allgemein bildenden Schulen besuchen, haben in ihrer bisherigen Schullaufbahn bereits ein Schuljahr wiederholt (bitte nach Geschlecht und Schulart aufschlüsseln)?

3. Wie viele Schülerinnen und Schüler, die im laufenden Schuljahr die allgemein bildenden Schulen besuchen, haben in ihrer bisherigen Schullaufbahn bereits zwei Schuljahre wiederholt (bitte nach Geschlecht und Schulart aufschlüsseln)?

4. Wie groß war ggf. ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler an den allgemein bildenden Schulen, der in den fünf statistisch zuletzt erfassten Schuljahren ein bzw. zwei Schuljahre wiederholt hat (bitte nach Geschlecht, den Schularten und den einzelnen Schuljahren aufschlüsseln)?

5. Wie viele Schülerinnen und Schüler an allgemein bildenden Schulen haben in den diesjährigen Sommerferien eine Nachprüfung zur Verhinderung einer Klassenwiederholung durchlaufen (bitte nach Geschlecht und Schulart aufschlüsseln)?

6. Wie viele Schülerinnen und Schüler haben diese Nachprüfungen mit Erfolg absolviert (bitte nach Geschlecht und Schulart aufschlüsseln)?

7. Wie bewertet die Landesregierung vor diesem Hintergrund die Aussage von Professor. Dr. Manfred Prenzel, dem Leiter der deutschen PISA-Studie, Klassenwiederholen sei eine „Vergeudung der Lebenszeit von Jugendlichen, denn die Schüler werden durch die Verzögerung, von Ausnahmen abgesehen, nicht schlauer, nur älter"?

Das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 6.Wahlperiode

Zu Fragen 2 bis 4: Die Schulstatistik wird nicht als Verlaufsstatistik geführt. Daten über Schullaufbahnen und die Anzahl von Wiederholungen innerhalb der Schullaufbahnen liegen daher nicht vor.

Zu Fragen 5 und 6: Die Daten über Nachprüfungen werden derzeit aufbereitet. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Fragen können erst nach Auswertung der Daten beantwortet werden.

Zu Frage 7: Die Einführung der Nachprüfung (§§ 61 a, 61 b, 61 c der Übergreifenden Schulordnung) erfolgte vor allem, um Schülerinnen und Schülern, die aufgrund der Versetzungsbestimmungen zunächst nicht versetzt werden, aber voraussichtlich in der nächst höheren Klassenstufe erfolgreich mitarbeiten können, durch den Nachweis eines erfolgreichen Nacharbeitens den Besuch der nächst höheren Klassenstufe zu ermöglichen.

Die Nachprüfung dient damit auch dem Ziel, die Zahl der Klassenwiederholungen zu reduzieren.

Für Schülerinnen und Schüler, bei denen die Leistungsdefizite zu umfangreich sind, wird die Wiederholung der bisher besuchten Klassenstufe als Förderchance gesehen, die u. a. einen Wechsel der Schullaufbahn verhindern soll.

Die Landesregierung sieht sich sehr wohl verpflichtet, mit der Lebenszeit junger Menschen verantwortungsvoll umzugehen.

Deshalb dienen die Bemühungen der Landesregierung zur Verbesserung der Unterrichtsqualität und die Verpflichtung der Schulen zur individuellen Förderung einer jeden Schülerin bzw. eines jeden Schülers auch dazu, Leistungen zu verbessern und damit u. a. Klassenwiederholungen zu vermeiden.