Aufnahme von Schülern aus dem rheinhessischen Umland und aus Hessen an Mainzer staatlichen Schulen

Immer mehr staatliche weiterführende Schulen der Stadt Mainz lehnen die Aufnahme von Kindern aus dem Landkreis Mainz-Bingen ab. Begründet wird dies damit, dass die Kapazitäten der Mainzer staatlichen Schulen bei steigenden Anmeldezahlen Mainzer Schüler, deren Aufnahme oberste Priorität hat, erschöpft seien.

Aktuellen Presseberichten zufolge werden die freien Plätze vorzugsweise an Schülerinnen und Schüler aus den AKK-Gemeinden vergeben. Erst danach kämen weitere Kinder aus dem Landkreis und danach aus dem hessischen Umland zum Zug.

Wir fragen die Landesregierung:

1. Wie viele Kinder aus dem Landkreis Mainz-Bingen, den AKK-Gemeinden und dem hessischen Umland gehen derzeit auf Mainzer Schulen (bitte unter Aufgliederung nach Schularten und jeweils der kommunalen Gebietskörperschaft)?

2. Wie viele Kinder aus anderen Gebietskörperschaften (welche) besuchen derzeit Mainzer Schulen?

3. Ist die Landesregierung der Auffassung, dass, wie aus Presseberichten hervorgeht, Schüler aus Hessen an Mainzer Schulen bevorzugt aufgenommen werden?

4. Wie viele Schülerinnen und Schüler aus Mainz-Bingen gehen in Schulen anderer Gebietskörperschaften (welche)?

5. Worin sieht die Landesregierung die Ursache dafür, dass immer mehr Kinder in Gymnasien aufgenommen werden, obwohl die Kinderzahlen seit Jahren rückläufig sind?

Das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 30. Januar 2006 wie folgt beantwortet:

Zu Frage 1: Über Schülerinnen und Schüler aus anderen Bundesländern, die Schulen in Rheinland-Pfalz besuchen, liegen Daten nur in der Differenzierung nach Bundesländern vor, nicht aber in tieferer regionaler Gliederung.

Aus dem Landkreis Mainz-Bingen gehen im Schuljahr 2005/2006 insgesamt 2 900, aus Hessen 2 202 Schülerinnen und Schüler auf Mainzer Schulen.

Die Zahlen der Schülerinnen und Schüler sind zwar in der Primarstufe, nicht aber in der Sekundarstufe I seit Jahren rückläufig. Mit über 276 000 hatte die Zahl der Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I im Schuljahr 2003/2004 einen Höchststand erreicht und liegt im Schuljahr 2005/2006 gerade um 2,3 % niedriger: Sie entspricht damit der Größenordnung des Schuljahres 2001/2002.

Zu beobachten ist allerdings ein neuerlicher Anstieg der Übergangsquoten auf Gymnasien, nachdem diese in den Schuljahren 2000/2001 bis 2002/2003 relativ konstant geblieben waren.

Die Wahl der Schullaufbahn in den Sekundarstufen I und II obliegt gemäß § 59 Abs.1 Schulgesetz den Eltern. Über die Ursachen für die jeweils getroffenen individuellen Entscheidungen sind keine verallgemeinernden Aussagen möglich.