Mietwohnungsbau

Energieversorgung der Landesverwaltung

Die Landesregierung verfolgt das Ziel der CO2-neutralen Landesverwaltung, die die Bereiche Strom, Nutzwärme und Kraftstoffe umfasst.

Die Landesverwaltung Rheinland-Pfalz (einschließlich der Hochschulen) ist für eine Jahresemission von ca. 216 000 Tonnen CO2 allein aus dem Wärme- und Strombedarf verantwortlich. Hinzu kommen die Emissionen aus dem Bereich Mobilität/Dienstreisen.

Mit der Zielvorgabe einer bilanziellen CO2-Kompensation des Verbrauchs der Landesverwaltung an Wärme, Strom und für Mobilität unterstützt die Landesregierung die EU- und bundesweiten Klimaschutzziele und verringert systematisch den eigenen „CO2 Fußabdruck".

Mit dem Bauen im Energie-Gewinn-Standard, hohen Energiestandards beim Sanieren, die deutlich anspruchsvoller sind als nach der Energieeinsparverordnung gefordert, der systematischen Umstellung der Heizungen auf Erneuerbare Energien und Effizienztechnologien, der Umstellung auf Ökostrombezug sowie der Einbeziehung der Lebenszykluskosten in Beschaffungsentscheidungen soll der CO2-Fußabdruck der Landesverwaltung bis 2020 ­ bezogen auf das Basisjahr 2008 ­ um mindestens 50 % reduziert werden. Da die Minderung der CO2-Emissionen fast ausschließlich im Rahmen von Re-Investitionszyklen erfolgen kann, ist dies nur schrittweise möglich.

Die Landesregierung hat zum 1. Januar 2010 bereits ca. 80 % ihres Strombezugs auf Ökostrom umgestellt. Ab Januar 2011 sollen die landeseigenen Gebäude zu 100 % Ökostrom beziehen.

Nicht einbezogen sind bisher die Hochschulen, die ihren Stromeinkauf selbst durchführen. Sie sollen mit Auslaufen ihrer Stromlieferverträge folgen.

Zum bilanziellen Ausgleich der nicht vermeidbaren Emissionen soll durch einen Ausbau Erneuerbarer-Energien-Anlagen auf landeseigenen Gebäuden und Grundstücken sowie durch umfassende Solarisierung die bis 2020 noch verbleibende CO2-Emission neutralisiert werden.

5. Projektförderungen des Landes

Die Förderangebote des Landes ergänzen und verstärken die bundesweite Förderkulisse, insbesondere in den Bereichen Beratung, Kompetenz- und Know-How-Transfer, bei der Entwicklung und Realisierung integrierter energieeffizienter Konzepte und innovativer Lösungen zur Nutzung der erneuerbaren Energien.

Das Land setzt sich für Förderansätze ein, die Investitionen in regenerative Energien auch finanziell schwächeren Gruppen ermöglichen.

Investitionen, die die Energienutzung auf eine nachhaltige und dezentrale Basis stellen, stellen einen wesentlichen Schwerpunkt der Förderaktivitäten der Landesregierung dar.

Mit dem 10-Millionen-Euro-Förderprogramm des MUFV für hochenergieeffiziente Gebäude unterstützt das Land auch die Integration von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen bei Neubau und Sanierung. Mit diesem Programm konnten bereits über 600

Projekte mit rund 1 600 Wohneinheiten (Stand: Juni 2010) realisiert werden, die durch die regenerative Energieerzeugung mittels solarer Strahlungsenergie zu Energiegewinngebäuden wurden. Die durch das Förderprogramm ausgelösten Gesamtinvestitionen betragen inzwischen über 210 Millionen Euro bei bisher rund 4,2 Millionen Euro zugesagten Fördermitteln.

Mit dem Start der Solarinitiative Rheinland-Pfalz kann im Rahmen des Förderprogramms für hochenergieeffiziente Gebäude zusätzlich ein Zuschuss von 1 500 Euro für eine energetische Sanierung des Hausdachs beantragt werden, wenn dies mit der Installation einer Photovoltaikanlage verbunden wird. Damit wird ein großes Hemmnis für Hausbesitzer beseitigt, die geeignete Dachflächen besitzen, die aber in einem Zustand sind, der keine Nutzung über 20 Jahre mehr zulässt.

Ziel der Solarinitiative Rheinland-Pfalz ist es, trotz sinkender Einspeisevergütungen für Solarstrom die Installation eigener Photovoltaikanlagen zu unterstützen. Wegen der Kürzung des Marktanreizprogramms für Solarthermieanlagen soll mit gezielter Förderung im Rahmen der Initiative auch dem erwarteten Absatzeinbruch mit seinen negativen Folgen vor allem für das Handwerk entgegengewirkt werden.

Außerdem werden Modellprojekte im „Nullheizkostenstandard" u. a. für Mietwohnungsbau, Schulen, Krankenhäuser und sonstige kommunale Objekte gefördert.

Weitere Fördergegenstände sind Pilot- und Demonstrationsanlagen für die Entwicklung und Einführung von Energiemanagementsystemen, die weitere Entwicklung und der Aufbau virtueller Kraftwerke und die Entwicklung innovativer Energiespeichertechnologien.

Im Rahmen des Programms „Zinszuschüsse für Investitionen im Bereich der Energieeffizienz und der Energieversorgung einschließlich der Erneuerbaren Energien" fördert das Land u. a. Maßnahmen für den Einsatz erneuerbarer Energien in der Wärmebereitstellung.

6. Förderung von Technologien und anwendungsorientierter Forschung Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien sind vergleichsweise junge Technologien, die enorme Innovations-, aber auch Steigerungspotenziale hinsichtlich ihrer Effizienz und Wirtschaftlichkeit haben.

Die Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes sind zusammen mit den entwicklungsstarken Unternehmen wichtige Partner der rheinland-pfälzischen Klimaschutz- und Energiepolitik. Sie bringen sich engagiert in Forschung und Entwicklung ein und haben eigene Profile in Fragen der Energie- und Klimakompetenz entwickelt und gestärkt.

Die Landesregierung unterstützt diesen Weg durch die institutionelle Förderung, durch Projektförderung und durch die Unterstützung von Netzwerken oder Verbundprojekten. Die Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme durch Integration und Kombination der erneuerbaren Energien, die Erschließung von Technologiepotenzialen im Niedertemperaturbereich, die Steigerung der Effizienz in der Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Entwicklung von Energiemanagementsystemen stehen dabei im Vordergrund.

So hat sich die Fachhochschule Bingen mit der TSB zu einer profilierten Adresse für Energietechnologie und -systeme inklusive der erneuerbaren Energien entwickelt.

Gleiches gilt für die Fachhochschule Trier mit dem Kompetenzzentrum Brennstoffzelle Rheinland-Pfalz, dem Institut für energieeffiziente Systeme, dem Kompetenznetz Umwelttechnik und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS).

Die Nutzung der Geothermie ist ein Schwerpunkt des Instituts für geothermisches Ressourcenmanagement (IGEM) an der FH Bingen in Kooperation mit der Universität Mainz.

Der interdisziplinäre Ansatz der Energieforschung und -entwicklung, insbesondere auf dem Gebiet der Nutzung regenerativer Energiequellen, macht es erforderlich, fast alle klassischen Themen aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik, den Informationstechnologien, der Chemie, der Biotechnologie, den Materialwissenschaften, der Mathematik oder den Computersimulationen zu betrachten und damit das breite Profil und die Kompetenzen nahezu aller Hochschulen und Institute sowie der unternehmensnahen Forschung einzubeziehen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Transfer von Know-how zwischen den Hochschulen und den Akteuren vor Ort. Das Land hat das „Kompetenzzentrum Solararchitektur" bei der Architektenkammer Rheinland-Pfalz seit 2007 mit rund 200 000 Euro gefördert und unterstützt den Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gezielt bei anwendungsorientierter Qualifizierung der beteiligten Akteure ­ zuletzt mit 20 000 Euro zur zeitgemäßen Ausstattung ihrer Ausbildungsstätten.

Das Umweltministerium führt in Kooperation mit den Hochschulen jährlich zahlreiche Veranstaltungen durch, die sich zu attraktiven Tagungsadressen für die Öffentlichkeit und Fachbranchen entwickelt haben, so z. B. der Energietag Rheinland-Pfalz und die Wärmepumpensymposien an der TSB Bingen, die Biomassetagung auf dem Umweltcampus Birkenfeld oder der Energieberatertag in Kaiserslautern.

Bildung für „nachhaltige Entwicklung" steht beispielhaft für ein breites Angebot und die Unterstützung von Schulen und Kindertagesstätten. Dabei spielt das Thema Klimaschutz und Energie eine große Rolle. Bildungs- und Umweltministerium sowie die Landeszentrale für Umweltaufklärung (LZU) unterstützen die Entwicklung von Materialien für den Unterricht, Projekte sowie die Weiterbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Ergänzt werden solche Unterrichtseinheiten und Projekttage durch die praktische Erfahrung mit Zukunftsenergien: Die Solarisierung unserer Schulen ist auch dank des Engagements der Träger und der Elternschaft weit fortgeschritten.

7. Erneuerbare Energien als Leitmärkte der rheinland-pfälzischen Wirtschaft Produkte und Technologien für die Erschließung und Nutzung erneuerbarer Energien gehören zu den Leitmärkten der Zukunft.

Sie verzeichneten in den letzten Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum ­ sowohl in der Nachfrage in Deutschland als auch im Export.

In Deutschland arbeiteten im Jahr 2008 circa 1,8 Millionen Menschen in den Umwelt- und Energiebranchen. In 2009 waren ca. 300 000 Menschen allein im Markt für erneuerbare Energien beschäftigt. Im Vergleich zum Jahr 2007 konnte bei den Erneuerbaren ein Zuwachs von 50 000 Arbeitsplätzen erzielt werden.

Die in aktuellen Studien prognostizierten weltweiten Steigerungsraten der Energie- und Umwelttechnologiebranchen sind beeindruckend. So werden die Erneuerbaren-Energien- und Speicher-Technologien ihr Weltmarktvolumen von ca. 155 Mrd. in 2007 bis 2020 auf ca. 615 Mrd. fast vervierfachen 4). Erneuerbare-Energien-Technologien „made in Rheinland-Pfalz" sind sehr erfolgreich. Rheinland-pfälzische Unternehmen verfügen über hervorragende Kompetenzen und Voraussetzungen, sich in diesen grünen Wachstumsmärkten zu behaupten. Innovative rheinland-pfälzische Unternehmen zählen in diesen Märkten zu den internationalen Technologieführern.

Die Nutzungsmöglichkeiten für erneuerbare Energien sind keine auf wenige Hersteller, Vertreiber und Dienstleistungen beschränkte Technologien, sondern haben auch positive Effekte in den klassischen Industrien, neben dem Maschinen- und Anlagenbau vor allem in der Elektro- und der Elektronikindustrie oder in der chemischen Industrie.

4) Green Tech Atlas 2.0, Roland Berger Unternehmensberatung im Auftrag des BMU.

Die Landesregierung unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Erneuerbaren-Energien-Branche: Sie unterstützt ­ auch über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) GmbH ­ rheinland-pfälzische Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche u. a. bei der Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren. Investitionen in Anlagen der erneuerbaren Energien können z. B. durch Darlehen, Bürgschaften, Garantien oder Beteiligungen unterstützt werden.

Bereits im Jahre 2002 wurde das Kompetenznetzwerk Umwelttechnik Rheinland-Pfalz gemeinsam vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement am Umwelt-Campus Birkenfeld gegründet. Die Initiative trägt gezielt den Informations- und Kooperationsbedürfnissen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Umwelt- und Energietechnologiebranche in Rheinland-Pfalz Rechnung.