Antikenfestspiele

Die seit 1998 stattfindenden Antikenfestspiele in Trier wurden regelmäßig, so auch in diesem Jahr, mit Zuschüssen der Landesregierung unterstützt. Diese waren von elementarer Bedeutung für die Finanzierung der künstlerisch zwar hochwertigen und aufwendigen, aber stets defizitären Festspiele. Für das nächste Jahr wird über verschiedene Möglichkeiten der Durchführung von Festspielen und Aufführungen vor der antiken Kulisse des Amphitheaters diskutiert.

In diesem Zusammenhang frage ich die Landesregierung:

1. Wie hoch sind die Zuschüsse des Landes Rheinland-Pfalz zu den Antikenfestspielen in Trier in den vergangenen fünf Jahren gewesen und wie hoch waren zum Vergleich im gleichen Zeitraum die Zuschüsse des Landes zu den Nibelungenfestspielen in Worms?

2. Besteht auch für die kommenden Jahre eine grundsätzliche Bereitschaft des Landes Rheinland-Pfalz zur Gewährung von Zuschüssen zu weiteren Auflagen der Antikenfestspiele Trier und wenn ja, würden sich diese Zuschüsse auf gleichem Niveau befinden wie in den Vorjahren?

3. Gesetzt den Fall, die Stadt Trier entschiede sich für die Umwandlung der Antikenfestspiele zu Festspielen an antiker Stätte im organisatorischen Rahmen der Moselfestwochen, bestünde auch in diesem Fall die Bereitschaft des Landes Rheinland-Pfalz, Zuschüsse zu diesen neugestalteten Festspielen in gleicher Höhe wie die bisher gewährten Zuschüsse zu den Antikenfestspielen zu gewähren?

4. Welche denkmalschutzrechtlichen Bedenken gibt es gegen und welche Chancen sieht das Land Rheinland-Pfalz als Eigentümer des antiken Amphitheaters in Trier für die Installierung einer dauerhaften Tribünenanlage?

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 21. September 2010 wie folgt beantwortet:

Vorbemerkung:

Wie viele andere Festspiele im Lande werden die Antikenfestspiele in Trier nach den Richtlinien zur Förderung kommunaler Kultureinrichtungen und -projekte (Förderrichtlinie Kultur) vom 3. September 2008 gefördert. Die Zuwendung des Landes erfolgt als Projektförderung und muss jährlich neu beantragt werden. Über die Anträge wird dem Grunde und der Höhe nach jährlich neu entschieden.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich die Kleine Anfrage namens der Landesregierung wie folgt:

Zu Frage 1: Die Zuschüsse des Landes Rheinland-Pfalz zu den Antikenfestspielen Trier und zu den Nibelungenfestspielen Worms seit 2005 sowie die jeweiligen Zuschauerzahlen zeigt die folgende Tabelle:

Die Zuschusshöhe des Landes richtet sich gem. Förderrichtlinie Kultur nach den zuschussfähigen Gesamtkosten, den Eigenmitteln des Veranstalters und anderen Faktoren. Insofern ist ein unmittelbarer Vergleich der absoluten Zuschusshöhen irreführend.

Zu Frage 2: Ja. Über die Zuschusshöhen kann im Vorhinein keine verbindliche Auskunft gegeben werden.

Zu Frage 3: Wenn die formalen Voraussetzungen für eine Antragstellung im Rahmen der Förderrichtlinie Kultur gegeben sind, wird nach pflichtgemäßem Ermessen entschieden.

Zu Frage 4: Das Amphitheater in Trier gehört zu den herausragenden Zeugnissen der Römerzeit und ist Teil der Welterbestätten in Trier. Bislang gibt es Veranstaltungen mit temporären Installationen (Tribünen, Kulissen usw.). Die Stadtverwaltung Trier ist bemüht, hierfür klare Grundlagen und Voraussetzungen über einen Bebauungsplan zu schaffen. Eine dauerhafte Tribünenanlage wird seitens der Direktion Landesdenkmalpflege in der GDKE als problematisch angesehen, da die meisten Besucherinnen und Besucher nach Trier kommen, um die dortigen antiken Stätten zu besuchen und unverbaut zu erleben. Eine dauerhafte Tribünenanlage würde zu einer permanenten Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes dieses bedeutenden Kulturdenkmals führen. Insofern ist es notwendig, das Amphitheater außerhalb der Veranstaltungszeiten von Einbauten frei zu halten. Ob es Möglichkeiten gibt, temporäre Installationen wirtschaftlicher zu gestalten, muss im Einzelfall geprüft werden. Die Nibelungen-Festspiele fanden 2010 nur in kleiner Form statt. Dies galt auch für den Tribünenaufbau, der nur 560 Plätze umfasste.