Lagerung von Tiefenwässern der Geothermie

Auf die Kleine Anfrage 3140 zur Entsorgung von Tiefenwässern der Geothermie teilt das Ministerium in der Antwort zu Frage 3 mit, dass es keine Notwendigkeit gebe, die Thermalwässer zu sammeln und anderweitig zu entsorgen, in der Antwort auf Frage 5 wird ein Thermalwasserrückhaltesystem erwähnt (Drucksache 15/4867). Zudem erwähnen die Betreiber regelmäßig, dass z. B. im Rahmen der Bohrung durchaus Thermalwasser an die Oberfläche treten kann.

Ich frage die Landesregierung:

1. Unter welchen Umständen wird Thermalwasser an der Oberfläche (zwischen)gelagert?

2. Wie wird gewährleistet, dass von dem gerade an der Oberfläche befindlichen Tiefenwasser keine Gefährdung für die Umwelt ausgeht?

3. Welchen Ursprungs ist bzw. welche Zusammensetzung hat der Dampf, der z. B. aus der Geothermieanlage Insheim entwichen ist?

4. Inwiefern ist dieser Dampf umweltschädlich?

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 22. September 2010 wie folgt beantwortet:

Zu Frage 1: Zur Durchführung von Testarbeiten (Fördern und Zurückpumpen von Thermalwässern in der gleichen oder in unterschiedliche Bohrungen) wird Thermalwasser in speziell dafür vorgesehenen Rückhaltebecken oder Behältern zwischengelagert.

Im Kraftwerksbetrieb kann Thermalwasser im Falle von Reparaturarbeiten im Primärkreislaufsystem oder bei Störungen im Primäroder Sekundärkreislaufsystem in den Thermalwasserrückhaltebecken zwischengelagert werden.

Zu Frage 2: Armaturen und Rohrleitungen im Primärkreislaufsystem müssen nach den Anforderungen der Vierzehnten Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Druckgeräteverordnung ­ 14. GPSGV) gebaut und nach den Anforderungen der Tiefbohrverordnung (BVOT) von Sachverständigen geprüft werden. Die Thermalwasserrückhaltebecken sind mit einer doppelwandigen Folie zu versehen, deren Einbau ebenfalls durch Sachverständige überwacht wird. Ferner werden in den Zulassungsbescheiden der Bergbehörde besondere Auflagen für die Baudurchführung und die Durchführung von Prüfungen, u. a. durch Sachverständige vor Inbetriebnahme und in wiederkehrenden Zeitabständen, gemacht.

Zu den Fragen 3 und 4: An der Geothermieanlage Insheim entstand der Wasserdampf durch natürliche Verdampfung bei der Zwischenlagerung des zu Testzwecken geförderten heißen Thermalwassers. Die Zusammensetzung der Dampfwolke ähnelt der des Thermalwassers. Der Anteil an wasserfremden Inhaltsstoffen ist in der Dampfwolke jedoch sehr gering, da die im Thermalwasser gelösten Feststoffe vor und während des natürlichen Verdampfungsprozesses ausfallen, im Thermalwasserrückhaltebecken verbleiben und letztendlich wieder in den Speicherhorizont zurückgepumpt werden.

Im Rahmen arbeitsschutzrechtlicher Überwachungsmaßnahmen wurde der Wasserdampf aus der Geothermiebohrung in Landau in Bezug auf eine mögliche Strahlenbelastung überprüft. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchungen ist davon auszugehen, dass selbst ein längerer Aufenthalt von Beschäftigten innerhalb der Wasserdampfwolke zu keiner Überschreitung der zulässigen Strahlenexpositionsgrenzwerte führen kann.

Weitergehende Erkenntnisse hinsichtlich einer möglichen Umweltbelastung durch ausgetragenen Wasserdampf liegen der Landesregierung nicht vor.