Geothermie-Forschung in Rheinland-Pfalz

Geothermie gilt als eine der potenziellen Energieformen der Zukunft, die Technologie der Tiefengeothermie steht noch am Anfang ihrer Entwicklung. In Baden-Württemberg beschäftigt sich ein Landesforschungszentrum mit der Erforschung der Geothermie. In Rheinland-Pfalz gibt es mehr Geothermieprojekte, aber kein Landesforschungszentrum.

Ich frage die Landesregierung:

1. Warum unterhält Rheinland-Pfalz kein Landesforschungszentrum zur Geothermie, obwohl hier weit mehr Geothermieprojekte betrieben werden?

2. Inwiefern hält die Landesregierung ein Landesforschungszentrum zur Geothermie für sinnvoll oder erforderlich und warum?

3. In welcher Form sollte dieses Forschungszentrum gegebenenfalls organisiert und betrieben werden?

Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 30. September 2010 wie folgt beantwortet:

Zu Frage 1: Rheinland-Pfalz verfügt mit dem Institut für geothermisches Ressourcenmanagement an der FH Bingen (igem) über eine eigene Geothermie-Forschungseinrichtung. Unter Beteiligung der Arbeitsgruppe „Geophysik" des Instituts für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz werden dort Forschungs- und Beratungsaufgaben sowie Lehrtätigkeiten in den geologischen und verfahrenstechnischen Feldern der Geothermie wahrgenommen.

Neben dem auf geothermische Fragestellungen spezialisierten igem forscht die TU Kaiserslautern an der Verbesserung der in den Geothermieanlagen eingesetzten Pumpen, Antriebsmotoren und Wärmetauscher. Die Arbeitsgruppe „Geomathematik" der TU Kaiserslautern befasst sich zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) mit grundlegenden Arbeiten, die den Wärmefluss innerhalb der Erdkruste beschreiben sowie den Untergrund seismisch analysieren und interpretieren.

Zentrale Anlaufstelle für geowissenschaftliche Fragestellungen in Rheinland-Pfalz ist das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB). Auf Basis eigener Forschungsarbeiten gewährt es Zugriff auf geologische Karten und andere geologische bzw. geothermische Informationen.

Zu den Fragen 2 und 3: Die rheinland-pfälzischen Hochschulen beschäftigen sich in unterschiedlichen Fachbereichen mit Fragen der Geothermie. Es gibt ein sehr umfangreiches Forschungsspektrum, das eine Wissensvermittlung auf dem aktuellen Stand der Technik gewährleistet. Mit dem Institut für geothermisches Ressourcenmanagement an der FH Bingen gibt es ein Landesinstitut, das sich fachübergreifend mit Fragen der Geothermie befasst, Forschungsbedarf identifiziert und mit den anderen Hochschulen im Land kooperiert.

Die Landesregierung erachtet Forschungen in diesem Bereich weiterhin als notwendig und unterstützt diese.

Hinsichtlich der Organisation der rheinland-pfälzischen Geothermieforschung besteht aus Sicht der Landesregierung kein Anpassungsbedarf.