Verkehrsdichte auf der A 65 und der B 9 zwischen Kandel und der französischen Grenze

Die Kleine Anfrage 3204 vom 7. September 2010 hat folgenden Wortlaut:

Die Fraktion der CDU hat am 5. Juli 2010 eine Große Anfrage zur Entwicklung der Verkehrsdichte in Rheinland-Pfalz gestellt, welche von der Landesregierung am 16. August 2010 beantwortet wurde (Drucksache 15/4866).

Ich frage die Landesregierung:

1. Welches Szenario der Verkehrsführung liegt den Prognosedaten für die Zählstelle B 9, Neulauterburg in der Antwort auf Frage 5 zugrunde, wird insbesondere mit der 2. Rheinbrücke bei Wörth gerechnet und welche Verkehrsführung wird beim Lückenschluss zwischen der A 65 und der französischen Grenze zugrunde gelegt?

2. Welche weiteren Zählstellen gibt es im Verlauf der B 9 von Kandel bis Neulauterburg und auf der A 65 im Bereich Kandel und welche DTV (Durchschnittliche Tägliche Verkehrsstärke Kfz/24 h) wurde für diese für 2005 und 2008 ermittelt und für 2025 bei konservativer und progressiver Kraftstoffpreisentwicklung prognostiziert?

3. Mit welcher DTV rechnet die Landesregierung an den unter 1 und 2 genannten Zählstellen bei Realisierung der sogenannten „Hagenbach-Variante"?

4. Welche aktuelle DTV ist im Bereich Langenberg (insbesondere auf der K 15 und der K 19) gegeben?

5. Inwiefern ist der Unterschied von 9 261 (progressiv) bzw. 10 413 (konservativ) prognostizierte DTV an der Zählstelle B 9, Neulauterburg in der Antwort auf der Frage 5 (Drucksache 15/4866) einerseits und 20 000 Fahrzeuge täglich am Grenzübergang Bienwald laut RHEINPFALZ-Artikel „Bienwald-Autobahn holt mehr Autos in die Pfalz" vom 27. Juni 2009 andererseits aus Sicht der Landesregierung zu begründen?

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 29. September 2010 wie folgt beantwortet:

Zu Frage 1: Den in der Antwort zu Frage 5 der Großen Anfrage (Drucksache 15/4866) genannten Prognosedaten an der Zählstelle B 9, Neulauterburg liegt das Szenario „Fortschreibung im Bestand" zugrunde. Damit ist eine zweite Rheinbrücke bei Wörth und ein Lückenschluss A 65 Hagenbach-Variante nicht Bestandteil der Trendprognose.

Zu Frage 2: Im Verlauf der B 9 von Kandel in Richtung Neulauterburg gibt es keine weitere automatische Zählstelle. Im Rahmen einer manuellen Zählstelle (aus der bundesweiten Straßenverkehrszählung ­ SVZ 2005) südlich der Anschlussstelle Kandel-Süd ist ein weiterer DTV-Wert (Durchschnittliche Tägliche Verkehrsstärke Kfz/24 h) ermittelt worden. Im Jahr 2005 lag dieser DTV-Wert bei 12 151 Kfz/24 h. Auf der A 65 ist eine automatische Zählstelle bei Kandel eingerichtet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die DTV-Werte für 2005, 2008 und 2025 dargestellt.

Zu Frage 3: Der prognostizierte DTV-Wert beträgt auf der B 9 von Kandel bis Neulauterburg zwischen rund 10 000 und 16 800 Kfz/24 h. Auf der A 65 im Bereich Kandel/Wörth beträgt der prognostizierte DTV-Wert rund 63 400 Kfz/24 h.

Zu Frage 4: Auf der K 15, westlich von Langenberg lag der DTV-Wert gemäß Straßenverkehrszählung (SVZ) 2005 bei 3 844 Kfz/24 h bzw. bei 4 534 Kfz/24 h werktags. Gemäß MODUS-Untersuchung war die K 15 an einem Normalwerktag im Jahr 2007 mit 4 804 Kfz/24 h belastet.

Auf der K 19, südöstlich von Langenberg lag der im Rahmen der SVZ 2005 ermittelte DTV-Wert bei 1 800 Kfz/24 h bzw. bei 2000 Kfz/24 h werktags. Die MODUS-Untersuchung ergab für das Jahr 2007 eine Belastung von 2 431 Kfz/24 h an einem Normalwerktag.

Die B 9 war im Jahr 2005 im Bereich von Langenberg mit durchschnittlich 12 151 Kfz/24 h (Wert aus der SVZ 2005) belastet.

Zu Frage 5: Die in dem genannten Presseartikel zitierte Belastung eines zukünftigen Autobahn-Grenzüberganges Bienwald stammt aus einer Verkehrsuntersuchung der PTV AG, die im Auftrag der Stadt Karlsruhe erstellt wurde. Ziel der Untersuchung war es, die verkehrlichen Wirkungen verschiedener Projekte und für verschiedene Szenarien in der Region und in der gegenseitigen Wechselwirkung aufzuzeigen. Der Schätzwert von 20 000 ergibt sich insbesondere durch Verlagerungen von der A 5 auf die linksrheinische Seite.

Die Prognose 2025 in der Beantwortung zu Frage 5 der Großen Anfrage (Drucksache 15/4866) bezieht sich auf den Verkehr am Grenzübergang der B 9 und basiert ­ wie bereits in der Antwort zu Frage 1 erwähnt ­ auf einer Trendprognose ohne Netzänderungen mit großräumiger Bedeutung.