Weiterentwicklung der familienergänzenden Kinderbetreuung

Der Landtag wolle beschließen:

In Folge der stetig zurückgehenden Geburtenzahlen ist im Saarland die Zahl der Kindergartenkinder seit 1999 rückläufig. Dieser Trend, der sich im Grundschulbereich fortsetzt, wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken.

Angesichts dieser Entwicklung fordert der Landtag des Saarlandes die Landesregierung auf, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das die frei werdenden räumlichen und personellen Kapazitäten zur Errichtung eines zukunftsfähigen, an den Bedürfnissen junger Familien orientierten Betreuungssystems nutzt. Die finanziellen Mittel, die momentan für den Bereich der Kindertageseinrichtungen verwandt werden, müssen mindestens in gleichem Umfang auch in Zukunft zur Verfügung stehen. Weiterhin sollen insbesondere folgende Aspekte Berücksichtigung finden:

Zur weiteren Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen in Zukunft flächendeckend Betreuungsangebote für Kinder bis zu 12 Jahren zur Verfügung stehen. Die Sicherstellung eines solchen Angebotes kann sich je nach den örtlichen Gegebenheiten unterschiedlich gestalten. Neben Kooperationen zwischen bestehenden Einrichtungen der Kinderbetreuung bzw. zwischen diesen Einrichtungen und Schulen ist beispielsweise die Weiterentwicklung von Kindergärten zu Kinderhäusern zu prüfen. In Kinderhäusern können Kinder bis zum 12. Lebensjahr unter einem Dach in familienähnlichen Gruppen betreut und gefördert werden.

Im Grundschulbereich müssen verlässliche Anfangs- und Schlusszeiten gewährleistet sein.

Für jede Schulart ist ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen sicherzustellen.

Rückläufige Kinderzahlen in Kindertageseinrichtungen müssen zur Bildung kleinerer Gruppen bei gleichbleibender Personalisierung genutzt werden, um so die individuelle Betreuung zu verbessern und die Arbeit in den Einrichtungen qualitativ aufzuwerten. So bietet sich hier die Chance, Kindern neue Lerninhalte zu vermitteln sowie Problemlagen von Kindern und einer drohenden Benachteiligung besser entgegenwirken zu können. Die Schließung von Gruppen und der damit drohende Arbeitsplatzverlust für Erzieher/Erzieherinnen sind dagegen der falsche Weg.

Die Öffnungszeiten der Einrichtungen müssen flexibler, den Bedürfnissen der Familien entsprechend gestaltet werden. Eltern dürfen unter anderem in der Zeit vor 8.00 Uhr und nach 13.30 Uhr sowie in den Ferienzeiten nicht vor verschlossenen Türen stehen.

Die Entwicklung des Gesamtkonzeptes muss zeitlich so angelegt sein, dass mit seiner Umsetzung noch in der laufenden Legislaturperiode begonnen werden kann.