Karrieremutter

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Männern und Frauen muss es möglich sein, Familienaufgaben und Erwerbstätigkeit konfliktfrei miteinander zu vereinbaren. Die öffentliche Hand muss das Ihre dazu beitragen, Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Diese Verantwortung teilt sie mit Unternehmen und Betrieben.

Betreuung von Kindern

Die Betreuung von Kindern ist das Kernstück der Vereinbarkeitsproblematik.

Zwar sind Eltern in erster Linie persönlich verantwortlich für die Betreuung der Kinder, sie müssen jedoch gesamtgesellschaftliche Rahmenbedingungen vorfinden, welche die Verantwortung der Eltern unterstützen und einen sozialen Ausgleich ermöglichen. Kinderbetreuungsangebote dürfen nicht nur Verwahrcharakter haben, sondern müssen Beiträge leisten zur Erziehung und Bildung der Kinder.

Die Landesregierung hat

­ Kapazitäten, die aufgrund des Geburtenrückganges frei werden, konsequent zum Ausbau von Ganztagesplätzen, weiteren Krippen- und Hortplätzen sowie altersgemischten Gruppen genutzt,

­ allen Eltern, die für ihre Kinder nach dem Schulbesuch ein Betreuungsangebot suchen, im Rahmen der Freiwilligen Ganztagsschule eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder bis 14.00 oder 16.00 Uhr angeboten,

­ den Aus- und Umbau des Platzangebotes im Kinderkrippen- und Hortbereich gefördert,

­ vermehrt Träger unterstützt, die das Angebot an Ganztagesplätzen im Kindergarten ausgebaut haben,

­ die Betreuung an allen Schulformen gefördert:

­ in Ganztagsschulen an drei Standorten der Grundschulen und einem Standort der Gesamtschule (GS Saarbrücken-Brebach, GS Saarbrücken-Rastpfuhl, GS Saarlouis bzw. GS Neunkirchen),

­ in offenen Ganztagsschulen an zwei Standorten der Erweiterten Realschule und einem Standort der Grundschule (ERS Dillingen, ERS Saarwellingen, GS Saarbrücken-Weyersberg),

­ in der Freiwilligen Ganztagsschule, die fast an drei Viertel der Grundschulen, an 50 Prozent der Gesamtschulen, 40 Prozent der Erweiterten Realschulen und an 39 Prozent der Gymnasien eingeführt ist,

­ im Projekt „School?s in" in den Erweiterten Realschulen und die Gesamtschulen des Stadtverbandes Saarbrücken.

­ ein umfangreiches Fortbildungsprogramm unter dem Motto „Fortbildung tut gut" gestartet, das allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Freiwilligen Ganztagsschulen die Möglichkeit eröffnet, sich durch die Teilnahme an speziellen Fortbildungsmodulen noch besser auf ihre Aufgaben in der Freiwilligen Ganztagsschule vorzubereiten.

Die Landesregierung will

­ das qualitativ hochwertige Betreuungssystem im Saarland bedarfsgerecht ausbauen, das eine Ganztagesbetreuung für Kinder ermöglicht, sowie verlässliche Öffnungszeiten in Schulen gewährleisten,

­ Dienstleistungsagenturen unterstützen, die hauswirtschaftliche und Betreuungsdienstleistungen für Familien vorhalten,

­ auf die Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen einwirken, eine bedarfsgerechte Versorgung auch in den Ferien zu gewährleisten,

­ kontinuierlich überprüfen, ob das Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten der tatsächlichen Bedarfslage entspricht,

­ prüfen, inwieweit wegen des Rückgangs der Geburten die frei werdenden Ressourcen im Kindergarten für Betreuungsangebote für Kleinkinder und schulpflichtige Kinder genutzt werden können,

­ prüfen, inwieweit wegen des Rückgangs der Geburten die frei werdenden Ressourcen zur Verbesserung des qualitativen Angebotes verwendet werden können,

­ sich für den Ausbau der Tagespflege einsetzen, wo das Vorhalten institutioneller Betreuungsangebote unwirtschaftlich ist.

Familienfreundliche Arbeitswelt Eltern müssen ausreichend Zeit und Kraft haben, um das Zusammenleben mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen zu gestalten. Familien sind keine Materiallager für die Arbeitswelt. Ihre Rhythmen und ihre Belange müssen im Arbeitsleben respektiert werden. Unternehmen, die eine familienfreundliche Arbeitswelt gestalten, werden künftig einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte haben. Die Landesregierung als Arbeitgeber hat eine Vorbildfunktion für die Wirtschaft und stellt sich dieser Herausforderung.

Die Landesregierung hat

­ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Teilzeit beschäftigt sind, den Aufstieg in Führungspositionen ermöglicht,

­ eine flexible Arbeitszeitgestaltung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht,

­ im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung auch persönliche, familiäre Belange im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzbewertung und der Einschätzung des Arbeitsumfeldes einbezogen,

­ eine Schulung der Vorgesetzten der mittleren und höheren Leitungsebene durchgeführt, die im Rahmen von strukturierten Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gesprächen auch das Ansprechen persönlicher und familiärer Angelegenheiten erlaubt, die im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzgestaltung stehen.

Die Landesregierung will

­ Initiativen von Unternehmen, Betrieben, Organisationen der Industrie, des Handwerks und der Arbeitnehmer unterstützen, die eine bessere Berücksichtigung von Familienkompetenz als Qualifikation für die Erwerbsarbeitswelt zum Ziel haben,

­ mit eigenen Maßnahmen als Arbeitgeber beispielhaft vorangehen, um familiengerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen und familiäres Erfahrungswissen stärker als bisher zu berücksichtigen,

­ gesellschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, die eine gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen am Erwerbsleben ermöglichen,

­ durch die Vergabe des aequitas-Preises Betriebe auszeichnen, die beispielhafte Lösungen für eine bessere Vereinbarkeit zwischen Betrieb und Familie geschaffen haben,

­ Familienbildung fördern, insbesondere auch soweit sie dem Saarländischen Weiterbildungsgesetz unterfällt,

­ sich generell für Arbeitszeitsouveränität im Dienste einer besseren Vereinbarkeit der unterschiedlichen Lebensbereiche von Familien verwenden,

­ ein Familienaudit für die saarländischen Betriebe, Unternehmen und Verwaltungen vorschlagen, um die Maßnahmen für familienfreundlichere Arbeitswelt transparenter zu machen, sie mit einer größeren öffentlichen Akzeptanz auszustatten,

­ an der bezahlten Freistellung der Eltern bei Krankheit der Kinder weiterhin festhalten,

­ sich für die bundesweite Einführung einer Pflegezeit analog der Elternzeit einsetzen und eine entsprechende Initiative im Bundesrat ergreifen,

­ sich dafür verwenden, dass das Arbeitszeitrecht familienfreundlich weiterentwickelt werden kann,

­ die Unternehmen ermuntern, flexible Arbeitszeiten anzubieten, die eine Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbstätigkeit ermöglichen,

­ Maßnahmen unterstützen, die mehr als bisher gemeinsame Familienfreizeit ermöglichen,

­ Unternehmen ermuntern, ihre Beschäftigten bei der Lösung der Kinderbetreuung zu unterstützen,

­ in der Landesverwaltung Teilzeitarbeit für besser Qualifizierte und Männer fördern,

­ eigene Tele- und Heimarbeitsplätze familiengerecht gestalten und somit beispielhaft für andere Unternehmens- und Verwaltungsbereiche wirken.