Sprachförderunterricht an saarländischen Schulen

Vorbemerkung der Fragestellerin: „Sprachentwicklungsstörungen beeinträchtigen nicht nur den Schulstart von Kindern, sondern auch die gesamte Schullaufbahn eines Kindes. Im Saarland nimmt die Zahl von festgestellten Sprachentwicklungsstörungen bei Schulanfängern zu."

Vorbemerkung der Landesregierung:

Seit dem Schuljahr 1981/82 wird für sprachauffällige Kinder in den Schulkindergärten und den Eingangsklassen der Grundschulen Sprachförderunterricht angeboten. Der Sprachförderunterricht ist eine sonderpädagogische Maßnahme unterhalb der Schwelle einer festgestellten sonderpädagogischen Förderungsbedürftigkeit. Dieses freiwillige präventive Angebot ist notwendigerweise dem Pflichtunterricht und der sonderpädagogischen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit anerkanntem sonderpädagogischen Förderungsbedarf nachgeordnet.

Für sprachauffällige Kinder in Kindergärten besteht zudem die Möglichkeit der Förderung durch Sprachheilpädagoginnen bzw. -pädagogen oder Logopädinnen bzw. Logopäden der ambulanten Sprachbehindertenhilfe des Stadtverbandes und der Landkreise. Darüber hinaus hat die Landesregierung am 02.02.2004 ein breit angelegtes Pilotprojekt „Früh Deutsch lernen" zur intensiven Sprachförderung gestartet: An 20 Standorten werden in 24 Vorkursen Kinder jeweils 10 Unterrichtsstunden pro Woche intensiv in der deutschen Sprache gefördert. Zum Einsatz kommen hierbei Unterrichtsmaterialien wie Ereignisbilder, Bildkarten, Hör-CDs und Handbücher. Diese orientieren sich an lebensnahen Situationen aus der Erfahrungswelt der Kinder und ermöglichen eine große methodische Vielfalt. Das Spracherlernen ist auf diese Weise in das soziale und interkulturelle Lernen eingebettet.

Wie viele Lehrerstunden wurden für den Sprachförderunterricht an saarländischen Schulen im Jahr 2003 eingesetzt?

Zu Frage 1: In den Grundschulen des Saarlandes wurden am 17. September 2003 - dem Stichtag für die statistischen Erhebungen im Schuljahr 2003/04 - insgesamt 131 Lehrerwochenstunden (LWST) freiwilliger Sprachförderunterricht durch qualifizierte Lehrkräfte geleistet.

An welchen Schulen fand 2003 Sprachförderunterricht statt? Bitte Schulstandorte und Lehrerstundenzahl auflisten!

An welchen Schulen gab es 2003 keinen Sprachförderunterricht? Bitte namentlich auflisten!

Zu den Fragen 2 und 3: Sprachförderunterricht wird auf Anfrage der Grundschulen im Schulkindergarten und für Schulanfänger erteilt. Die Zuweisung der jeweils zur Verfügung stehenden Lehrerstunden ist einzelfallbezogen. Die Zuweisungen zu den einzelnen Grundschulen können sich im Laufe des Schuljahres ändern, z. B. durch Beendigung einzelner Maßnahmen. Lediglich zum o. g. Stichtag wird die Zahl der eingesetzten Lehrerwochenstunden zentral erfasst.

Aus der Anlage kann entnommen werden, an welchen Grundschulen im ersten Halbjahr des Schuljahres 2003/04 Sprachförderunterricht erteilt bzw. nicht erteilt wurde.

In welchen Kindertageseinrichtungen fand 2003 Sprachförderunterricht statt? Bitte Schulstandorte und Lehrerstundenzahl auflisten!

Zu Frage 4: Zur Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen werden keine Lehrerstunden eingesetzt.

Wie hat sich in den Jahren 2001 bis 2003 der Anteil der sprachauffälligen Kinder an Grundschulen und Kindergärten entwickelt?

Zu Frage 5: Im Saarland wurden keine landesweiten oder repräsentativen statistischen Erhebungen über Zahl und Anteil sprachauffälliger Kinder in Kindergärten, Schulkindergärten und Grundschulen durchgeführt. Es liegen in Deutschland mehrere Untersuchungen vor, in denen eine Zunahme des Anteils von sprachauffälligen Kindern festgestellt wird.