Erziehung

Während die Zahl der Familien mit Kindern unter 18 Jahren insgesamt rückläufig ist, steigt sowohl die Zahl allein stehender männlicher als auch weiblicher Familienvorstände an, wobei Frauen bei den allein stehenden nach wie vor deutlich überwiegen. Eine getrennte Darstellung allein stehender Familienvorstände nach „verheiratet" und „getrennt lebend" ist nach den vorliegenden Daten des Statistischen Landesamtes nicht möglich.

Der Landesregierung liegen keine Angaben über die Altersstruktur der im Saarland lebenden allein Erziehenden vor.

Welches sind nach Ansicht der Landesregierung die Gründe für diese Entwicklung?

Wie bewertet die Landesregierung diese Entwicklung?

Zu den Fragen 5 und 6:

Die absolut steigende Zahl allein erziehender Männer und Frauen steht in Zusammenhang mit steigenden Scheidungszahlen und mit steigenden Zahlen von Kindern, die in nichteheliche Paarbeziehungen hineingeboren werden. Die nichteheliche Lebensgemeinschaft ist nicht nur eine typische Lebensform in der Anfangsphase der Paarbildung und der Familienentwicklung. Sie gewinnt auch an Bedeutung nach der Trennung aus einer Ehe. Besonders in den alten Bundesländern sind unverheiratet zusammenlebende Paare häufig eine nacheheliche Lebensform. Insgesamt sind in Deutschland 42 Prozent der nicht ehelich mit einem Partner und Kind(ern) zusammenlebenden Frauen geschieden oder vom Ehemann getrennt (Vgl. BMFSFJ: Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik, Bonn, 1997, Seite 47). Bei jungen Paaren sind es insbesondere die Frauen, von denen Scheidungsbegehren ausgehen. Frauen sind zunehmend weniger bereit, für sie nicht akzeptable Beziehungen fortzuführen.

Bezüglich der Entwicklung der Zahl der allein Erziehenden ist bedeutsam, dass trotz ansteigenden Anteils von Männern an den allein Erziehenden nach wie vor überwiegend Frauen allein erziehend sind. Darin spiegelt sich die in der Gesellschaft noch vorherrschende Aufgabenzuschreibung zwischen den Geschlechtern wieder, die auch nach einer Ehe oder Paarbeziehung fortbesteht, und die Kindererziehung in erster Linie bei den Müttern belässt. Dies hat zur Folge, dass auch heute noch in erster Linie Frauen als allein Erziehende sowohl für Kindererziehung, Hausarbeit, als auch für den Unterhalt der Familie sorgen müssen. Es ist für einen Teil der allein erziehenden Frauen nicht auszuschließen, dass zusammen mit den sonstigen Benachteiligungen, die sie am Arbeitsmarkt erfahren, die Schwierigkeiten Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, zu zusätzlichen Einschränkungen in der Erwerbstätigkeit, insbesondere beim beruflichen Aufstieg, führen können.