Ausbildung

Landtag des Saarlandes - 12. Wahlperiode - -4

Empfehlung bezüglich der Erfahrungen in den Mitgliedsregionen des IPR im Bereich Arbeitsmarktpolitik

1. Der Interregionale Parlamentarier-Rat begrüßt alle in der Großregion zu Gunsten der Schaffung von Arbeitsplätzen ergriffenen Maßnahmen,

2. Der Interregionale Parlamentarier-Rat unterstreicht die im Bereich des zweiten Arbeitsmarktes gemachten guten Erfahrungen am Beispiel der "Initiative Lorraine pour lEmploi (ILE)" (= Lothringische Beschäftigungsinitiative), die das enorme Potenzial in diesem Sektor deutlich macht.

3. Der Interregionale Parlamentarier-Rat wünscht einen grenzübergreifenden Ansatz in diesem Bereich, um Erfahrungen und Know-how auszutauschen. In diesem Zusammenhang und in Erwartung einer neuen Architektur der Institutionen in der Großregion könnte eine der nachstehend genannten Behörden oder Einrichtungen mit diesem gemeinsamen Auftrag betraut werden:

- der Ausschuss "Soziale Fragen" der Regionalkommission Saar-Lor-LuxTrier/Westpfalz,

- das EURES-Instrumentarium und hier insbesondere das "Centre de Ressources et de Documentation",

- der Wirtschafts- und Sozialausschuss der Großregion.

Diese Zusammenarbeit könnte gegebenenfalls in ein INTERREG-III-A-Projekt münden.

4. Der Interregionale Parlamentarier-Rat empfiehlt den betroffenen Mitgliedsländern schließlich, in ihren nationalen Beschäftigungsbündnissen einen Abschnitt grenzübergreifende Aspekte einzuführen.

Empfehlung bezüglich der gegenseitigen Anerkennung der luxemburgischen und deutschen Meisterprüfung I.

Der Interregionale Parlamentarier-Rat fordert die Regierungen Deutschlands und Luxemburgs auf, ein Abkommen zwischen beiden Staaten zur Anerkennung von Meisterprüfungszeugnissen im Handwerk anzustreben.

II. Der Interregionale Parlamentarier-Rat bedauert, dass derzeit eine gegenseitige Anerkennung der Meisterprüfungen nicht möglich ist, was dazu führt, dass sich deutsche Staatsbürger, die eine Luxemburger Meisterprüfung ablegen, für eine unmittelbar anschließende Existenzgründung in Deutschland grundsätzlich der deutschen Meisterprüfung unterziehen müssen. Der Interregionale Parlamentarier-Rat sieht darin ein Hindernis auf dem angestrebten Weg zum Zusammenwachsen der Regionen der Großregion, das überwunden werden sollte.

III. Der Interregionale Parlamentarier-Rat verbindet mit einem Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Meisterprüfungen die Erwartung, dass luxemburgische und deutsche Meisterprüfungen künftig ohne Vorbehalte anerkannt werden können. Hierzu hält er es für notwendig, dass für einzelne Handwerke die Gleichwertigkeit der Meisterausbildung und die Gleichstellung der Meisterprüfung festgestellt werden. Der Interregionale Parlamentarier-Rat spricht sich dafür aus, mit Hilfe einer teilweisen Änderung und Angleichung der Prüfungsvoraussetzungen die Basis für eine solche Gleichstellung zu schaffen.

Empfehlung bezüglich der Bedeutung der Deutsch-Französischen Hochschule für die Großregion I.

Der Interregionale Parlamentarier-Rat spricht sich dafür aus, dass sich die Hochschulen der Großregion verstärkt an der Deutsch-Französischen Hochschule beteiligen.

Damit soll insbesondere erreicht werden, dass zukünftige binationale Studiengänge mit einem gemeinsamen Diplom an den Hochschulen der Großregion angeboten werden und dass im Rahmen der Deutsch-Französischen Hochschule die Möglichkeiten der Kooperation zwischen deutschen und französischen Hochschulen verstärkt genutzt werden.

II. Der Interregionale Parlamentarier-Rat erwartet von einer Beteiligung an der DeutschFranzösischen Hochschule positive Auswirkungen auf die Attraktivität der Hochschulstandorte sowie die Verzahnung von Wirtschaft und Forschung in der Großregion und die Bedeutung von Forschung und Wissenschaft für die Großregion.

III. Der Interregionale Parlamentarier-Rat ist der Auffassung, dass die DeutschFranzösische Hochschule offen für eine Erweiterung auf andere Staaten, insbesondere Belgien und Luxemburg, sein sollte und zur Grundlage für eine europäisch angelegte Hochschule werden könnte.