Viele Eltern möchten sich eine bestimmte Zeit ganz der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder

Landtag des Saarlandes - 12. Wahlperiode - 4 1.17. Welchen Anteil haben jeweils die Ausgaben für Familien (allein- oder gemeinsamerziehende Eltern) an den Gesamtausgaben zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit?

2. Vereinbarkeit von Familie und Beruf Frauen und Männer dürfen nicht gezwungen sein, sich nur für den Beruf oder nur für die Familie zu entscheiden. Eine Umgestaltung der Arbeitswelt ist erforderlich, um Frauen und Männern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern.

Viele Eltern möchten sich eine bestimmte Zeit ganz der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder widmen.

Wie hat sich die Zahl der Anträge auf Erziehungsurlaub in den letzten fünf Jahren entwickelt? Wie viele dieser Anträge wurden von Männern gestellt?

Worin liegen nach Meinung der Landesregierung die Gründe dafür, dass in der Mehrzahl der Fälle Frauen Anträge auf Erziehungsurlaub stellen bzw. sich aus familiären Gründen beurlauben lassen? Welche Überlegungen gibt es, auch Männern den Zugang zu erleichtern, damit diese sich für eine bestimmte Zeit verstärkt ihrer Familie widmen können?

Welche Schritte sind nach Meinung der Landesregierung notwendig, um Familien- und Berufsphase besser miteinander zu verzahnen?

Wie hat sich die Zahl derjenigen, die (aus familiären Gründen) einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, zwischen 1995 und 1999 im Saarland insgesamt sowie in den einzelnen Landkreisen entwickelt?

Welche konkreten Maßnahmen sowie Überlegungen gibt es, auch Väter für eine Teilzeitbeschäftigung zu gewinnen?

Welche konkreten Maßnahmen unternimmt die Landesregierung, um die Quote der Teilzeitarbeit in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes zu erhöhen?

Welche (Arbeitszeit-)Modelle sind aus Sicht der Landesregierung besonders geeignet, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern?

Werden derzeit im Saarland Arbeitszeitmodelle erprobt, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer ermöglichen? Wenn ja, wie stellen sich diese dar, und liegen Pläne vor, diese Arbeitszeitmodelle zu fördern oder einzuführen? Wenn nein, sieht die Landesregierung hierfür keinen Bedarf?

Insbesondere Mütter haben Schwierigkeiten, Kindererziehung und Berufstätigkeit mit anderen Erledigungen, z. B. Behördengängen, zeitlich zu vereinbaren.

Wie viele Behörden und Einrichtungen im Saarland haben flexible Öffnungszeiten, und wie werden die potentiellen Nutzerinnen und Nutzer darüber informiert?

Wie werden die erweiterten Zeitangebote angenommen? Liegen erste Erfahrungen aus Sicht der Anbieter bzw. der Nutzerinnen und Nutzer vor, wenn ja, welche?

- 5 2.10. Sind der Landesregierung in diesem Zusammenhang die Zeitprojekte in Hamburg, Hannover und Bremen bekannt? Wenn ja, wie werden diese Projekte eingeschätzt, und könnten die Ergebnisse auf das Saarland übertragen werden?

2.11. Wissen und berufliche Fertigkeiten veralten innerhalb kurzer Zeit. Eltern, in der Regel die Mütter, die für eine bestimmte Zeit ihre Berufstätigkeit unterbrochen haben, verlieren leicht den Anschluss an ihr altes Betätigungsfeld. Eine Qualifizierung bereits während der Familienphase sowie Möglichkeiten, den Kontakt zum betrieblichen Geschehen (z. B. durch Urlaubsvertretungen) aufrechtzuerhalten, erscheinen sinnvoll. Sind der Landesregierung diesbezüglich Angebote in saarländischen Betrieben bekannt?

2.12. Insbesondere Kleinbetriebe sind oftmals vor erhebliche organisatorische Probleme gestellt, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach der Familienphase wieder in den alten Arbeitsplatz einzugliedern.

Welche Eingliederungsmaßnahmen (z. B. Verbundmodelle) sind der Landesregierung in diesem Zusammenhang bekannt?

Wie werden sie gefördert und begleitet? Wie vielen Betrieben und Berufsrückkehrer/innen kommen sie zugute? Welche Überlegungen gibt es diesbezüglich für die Zukunft?

2.13. Viele Frauen sehen in der Selbständigkeit eine Möglichkeit, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten und dadurch Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Sie benötigen eine auf ihre Situation zugeschnittene Beratung und Unterstützung sowohl bei der Unternehmensgründung als auch hinsichtlich der für sie optimalen Kinderbetreuung.

Gibt es diesbezüglich Beratungs-/Unterstützungsangebote im Saarland? Wenn ja, in welchem Umfang werden diese Angebote in Anspruch genommen, und wie werden diese Angebote finanziell gefördert?

3. Angebote zur außerfamiliären Kinderbetreuung

Wie sind die Öffnungszeiten der einzelnen Kindertageseinrichtungen im Saarland gestaltet?

Entsprechen die Öffnungszeiten der Einrichtungen den Bedürfnissen der Familien? Wenn nein, wie müssen die Öffnungszeiten gestaltet sein, um den Bedürfnissen der Familien zu entsprechen?

Wie viele Betreuungsplätze stehen im Saarland für Kinder zwischen null und drei Jahren sowie für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren (insgesamt und jeweils in den einzelnen Kreisen) zur Verfügung?

Wie hoch ist der Versorgungsgrad für diese Gruppe, und wie stellt sich dieser im Vergleich zu dem der anderen Bundesländern dar? Gibt es von Seiten der Landesregierung Überlegungen, den Versorgungsgrad zu optimieren?

Werden bei der Vergabe dieser Betreuungsplätze bestimmte Kriterien, wie z. B. die wirtschaftliche Situation der Familien, berücksichtigt?

- 6 3.3. Wie viele Ganztagsschulen gibt es im Saarland? Sind weitere Ganztagesschulen geplant? Wenn nicht, warum sieht die Landesregierung hier keinen Bedarf?

Wie viele Betreuungsplätze stehen in so genannten Betreuenden Grundschulen zur Verfügung?

Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über familienfreundliche Maßnahmen in saarländischen Betrieben vor, und wie werden diese unterstützt?

4. Spezielle Angebote und Hilfen für Alleinerziehende

Alleinerziehende müssen sich verstärkt mit rechtlichen und finanziellen Problemen, beispielsweise Sorgerechts- und Unterhaltsfragen, auseinandersetzen.

Wo finden die Betroffenen im Saarland Beratung und Unterstützung?

Wo finden Alleinerziehende Beratung und Unterstützung bei Trennungsproblemen und Erziehungsfragen, und wie werden diese Angebote von der Landesregierung unterstützt? Gibt es ein regional ausgeglichenes Angebot entsprechender Einrichtungen, um eine gute Erreichbarkeit sicherzustellen?

Welche speziell auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden zugeschnittenen Beratungsmöglichkeiten, Treffpunkte und Angebote gibt es darüber hinaus im Saarland?

Gibt es im Saarland eine Anlaufstelle, in der Kinder im Falle der Trennung/Scheidung ihrer Eltern Unterstützung zur psychischen Verarbeitung der neuen Situation finden können? Wenn nicht, liegen Pläne der Landesregierung vor, dahingehend eine Anlaufstelle ins Leben zu rufen?

Welche Beratungsstellen gibt es im Saarland, um Alleinerziehende beim Einstieg/Wiedereinstieg in das Berufsleben zu unterstützen?

Viele Alleinerziehende sehen sich wegen der Betreuung ihrer Kleinkinder außer Stande einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Bei anderen Alleinerziehenden reicht das Erwerbseinkommen oft nicht, um damit selbständig in vollem Umfang den Lebensunterhalt bestreiten zu können. In diesen Fällen wird in vollem Umfang oder ergänzend laufende Hilfe zum Lebensunterhalt gewährt.

Welche Beträge wurden im Saarland in den Jahren 1997-1999 jeweils für die laufende Hilfe bzw. die einmalige Hilfe zum Lebensunterhalt ausgegeben? Wie viele der Empfänger waren Alleinerziehende mit Kind(ern)? (Bitte Angaben nach Kreisen sowie nach absoluten und Prozentzahlen gliedern.)

Alleinerziehende, die aufgrund der Erziehung ihrer Kinder keiner Berufstätigkeit nachgehen können, sind überdurchschnittlich oft auf laufende Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen. Wollen sie nach einer „Familienphase" wieder erwerbstätig werden, haben sie es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer, einer befriedigenden Berufstätigkeit nachzugehen.

Welche Überlegungen gibt es von Seiten der Landesregierung, um die Vermittlung alleinerziehender Empfängerinnen/Empfängern von Sozialhilfe in Arbeit zu optimieren?